Deutschland

Der deutsche Arbeitsmarkt und die Globalisierung

Wirtschaftswissenschaftler der Universität Freiburg koordiniert Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Welche Auswirkungen haben die ökonomischen, technologischen und demografischen Entwicklungen in der globalisierten Welt auf den Arbeitsmarkt in Deutschland? Ist der Arbeitsmarkt in Deutschland besser gegen wirtschaftliche Krisen gewappnet als in anderen Staaten? Mit diesen Fragen befasst sich ein neues Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Titel „The German Labor Market in a Globalized World: Challenges through Trade, Technology and Demographics (Der deutsche Arbeitsmarkt in einer globalisierten Welt: Herausforderungen durch Handel, Technologie und Demografie)“.

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D. von der Universität Freiburg koordiniert das fächerübergreifende Programm, an dem sich Expertinnen und Experten aus den Wirtschaftswissenschaften und der Soziologie beteiligen. Zur Initiatorengruppe zählen neben Fitzenberger die Professorinnen und Professoren Gerard van den Berg, Universität Mannheim, Christian Dustmann, University College London, Markus Gangl, Goethe-Universität Frankfurt, Kornelius Kraft, Technische Universität Dortmund, Patrick Puhani, Leibniz-Universität Hannover, und Alexandra Spitz-Oener, Humboldt-Universität zu Berlin. Für das Programm wurden bei der DFG für die erste, drei Jahre dauernde Förderphase von 2014 an insgesamt mehr als fünf Millionen Euro beantragt.

Ausgangsszenario für das neue Schwerpunktprogramm ist die gegenwärtige Rezession: Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt trotz der Wirtschaftskrise stabil, während in anderen Staaten die Arbeitslosigkeit steigt. Dieser Befund fordert die traditionelle Sicht heraus, dass insbesondere die Arbeitsmärkte angelsächsischer Staaten flexibler und damit widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen wirtschaftlicher Krisen sind. Stattdessen scheint Deutschland Vorbild zu werden: aufgrund der geringen Jugendarbeitslosigkeit, der praxisorientierten Berufsausbildung und einer wettbewerbsfähigen Industrie.

In dem Programm wollen international herausragende Forscherinnen und Forscher gemeinsam untersuchen, wie sich Arbeitsmärkte in Europa und speziell in Deutschland auf globale Entwicklungen besser einstellen können. Ein tieferes Verständnis dieser Entwicklungen ist die Voraussetzung für eine Politik, die den Rahmen dafür schafft, Menschen besser für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren – unabhängig vom Alter, Geschlecht oder Familienstand. Außerdem können die Erkenntnisse dazu beitragen, Maßnahmen der Bildungs-, Gesundheits-, Einwanderungs- und Sozialpolitik besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abzustimmen. Die Unternehmensperspektive sowie bildungswissenschaftliche und psychologische Aspekte sollen in die Untersuchungen einbezogen werden.

Die DFG hat in diesem Jahr aus 61 eingereichten Konzepten 13 Schwerpunktprogramme ausgewählt, die sie in den kommenden Monaten einzeln ausschreibt. Die eingehenden Förderanträge prüft sie auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Hauptthema. Die Programme sollen im Jahr 2014 ihre Arbeit aufnehmen. Die Laufzeit beträgt in der Regel sechs Jahre.

(Universität Freiburg)

Christoph Schroeder

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