Wirtschaft

Deutschland erhält Zugang zu Seltenen Erden in Kasachstan

Laut einem Medienbericht des Berliner „Tagesspiegels“ unterzeichnen Deutschland und Kasachstan am Mittwoch ein Abkommen, das deutschen Firmen die Exploration und Förderung von den Hightech-Metallen der Gruppe der Seltenen Erden in Kasachstan ermöglichen soll. Das entsprechende Abkommen sei im Umfeld des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft ausgehandelt worden. 95% der Seltenen Erden werden derzeit in China gefördert, das über 50% der Weltvorräte verfügt. Da China jedoch den Export sukzessive zurückfährt, werden weltweit alternative Quellen (wieder) erschlossen. Um die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit den begehrten Rohstoffen sicherzustellen, hatte sich Ende Januar 2012 zwölf deutsche Unternehmen unter Federführung des BDI zu einer „Allianz zur Rohstoffsicherung“ zusammengeschlossen. Das Gemeinschaftsunternehmen soll zur Exploration und Förderung direkt an die Quellen ins Ausland gehen.

Der despotische kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew (70) regiert das Land seit der Unabhängigkeit Kasachstans vor 20 Jahren. Aufgrund einer Verfassungsänderung Anfang 2011 kann er sogar bis 2020 ohne weitere Wahlen im Amt bleiben. Die eigenwillige Begründung für die Verfassungsänderung: Da es keine Alternative zu Nasarbajew gebe, seien die geplanten Wahlen von 2013 und 2017 reine „Geldverschwendung“. Nasarbajew, dem die systematische Unterdrückung der Opposition vorgeworfen wird, umrankt auch das hartnäckige Gerücht zügelloser Korruption: Der Präsident und sein Umfeld sollen mehr als eine Milliarde Dollar auf Schweizer Bankkonten gehortet haben. Für angeblich 8 Millionen Pfund Sterling hat sich im Oktober 2011 auch der ehemalige britische Premier Tony Blair als Berater bei wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten, also als „Türöffner“ für das Regime verdingt.

Kasachstan verfügt über enorme Bodenschätze. Kürzlich hat das Land auch angekündigt, seine ersten eigenen Atomkraftwerke bauen zu wollen: „Die Atomkraft ist heutzutage die stärkste und erschwinglichste Energiequelle, die den Menschen zur Verfügung steht.“ Zugleich hat sich das Land, das über ein Viertel des Weltvorrates an Uran verfügt, auch als Sitz der künftigen internationalen Kernbrennstoffbank der IAEA beworben. In der geplanten Bank soll ein garantierter Vorrat an niedrig angereichertem Uran für die Produktion von Brennstäben für die zivile Nutzung der Kernenergie in Atomkraftwerken aufbewahrt werden.

(mb)

 

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