Energie & Umwelt

Studie der Deutschen Energie-Agentur zur Mehrfamilienhäuser-Sanierung

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat eine Studie herausgegeben, wie Mehrfamilienhäuser warmmietenneutral energetisch saniert werden können. Mit den durchgerechneten Modellen und vorgelegten Zahlen wird belegt, dass sich die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern sowohl für Vermieter als auch für Mieter rechnet. Es muss zwar die Kaltmiete erhöht werden, aber den Rechenbeispielen zufolge stehen entsprechende Energiekosteneinsparungen gegenüber, so dass sich letztlich die Warmmiete nicht erhöht (zudem existieren umfassende, allerdings intransparente Förderprogramme). Dies schwarz auf weiß vorzulegen ist insofern von hoher Bedeutung, da die energetische Gebäudesanierung oftmals an dem aus Unkenntnis geborenen Unwillen der Vermieter scheitert – da diese in keinster Weise für die erhöhten Heizkosten und damit den CO2-Ausstos aufkommen, sondern allein der Mieter über die Nebenkosten, entfällt bislang der Druck zur Sanierung (bisher gibt es in diesem Bereich nur Subventionen, aber keine entsprechenden Sanktionen, energetische „Monster“ zu sanieren). Da aber rund 40% des deutschen Energieverbrauchs und 20% des CO2-Ausstoßes auf Gebäude entfallen und die privaten Haushalte rund 85% ihres Energiebedarfs allein für Heizung und Warmwasser verbrauchen (der Löwenanteil entfällt auf das Heizen) ist es von immenser Bedeutung, die "Blockierer und Verweigerer aus Unkenntnis" unter den Vermietern von den nicht zu letzt auch finanziellen Vorteilen auf der Vermieterseite bei der energetischen Gebäudesanierung zu überzeugen. Die Studie basiert auf dem dena-Modellprojekt „Niedrigenergiehaus im Bestand“. Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: „Die Studie zeigt, wie wir schnell und sozialverträglich ein erstes Etappenziel bei der Sanierung der Wohngebäude in Deutschland erreichen können.“ Ein Haken existiert allerdings: „Für die Erreichung der Ziele der Bundesregierung [80% CO2-Einsparung bis 2050; Anm. d. R.] ist die Aufstockung der Fördermittel auf vier bis fünf Milliarden Euro jährlich erforderlich.“ Dem steht die heftig umstrittene Energiepolitik der schwarz-gelben Regierung gegenüber, die sich aller gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz in den niedergelegten Zahlen letztendlich kontraproduktiv erweist. Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB) bereits Ende Oktober: „Die von der Bundesregierung beschlossenen drastischen Kürzungen bei Wohngeld, Städtebauförderung und dem Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung sind falsch, ungerecht und widersprüchlich.“

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