Management

Technologisch hochwertiges Prozess- und Qualitätsmanagement für Unternehmen

Die Wettbewerbsfähigkeit klein- und mittelständischer Unternehmen in Nordostbayern soll durch die Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung und betrieblicher Praxis nachhaltig gestärkt werden.

Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wird das Projekt knapp drei Jahre lang gefördert; aufgrund von Kooperationen mit IT-Unternehmen kommen Drittmittel in erheblichem Umfang hinzu. Die Koordination liegt bei Prof. Dr.-Ing. Stefan Jablonski, Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme.

Der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen hängt immer stärker davon ab, wie effektiv und wie effizient sie die Entwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen gestalten. Sie dürfen nicht hinter ihren strategischen und operativen Zielen zurückbleiben, und sie müssen zugleich auf ein möglichst vorteilhaftes Verhältnis von Kosten und Nutzen achten. Darüber hinaus sehen sie sich steigenden Erwartungen gegenüber, die ihre Kunden an die Qualität von Produkten und Dienstleistungen stellen. Insbesondere in Oberfranken – so haben neuere Untersuchungen gezeigt – werden Unternehmen ihre Standorte nur erhalten können, wenn es ihnen gelingt, qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu möglichst günstigen Preisen anzubieten.

Ein kombiniertes Produktions- und Qualitätsmanagement kann wesentlich dazu beitragen, dass Unternehmen dieses komplexe Anforderungsprofil erfüllen. An der Universität Bayreuth entsteht deshalb zur Zeit ein Kompetenzzentrum für Praktisches Prozess- und Qualitätsmanagement. Die Koordination liegt bei Prof. Dr.-Ing. Stefan Jablonski, dem Leiter des Lehrstuhls für Datenbanken und Informationssysteme (Angewandte Informatik IV). Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), einem Strukturfonds der Europäischen Union, wird das Projekt knapp drei Jahre lang mit insgesamt rund 336.000 Euro gefördert. Aufgrund von Kooperationen mit IT-Unternehmen kommen Drittmittel in Höhe von rund 269.000 Euro hinzu.

Die Ziele sind anspruchsvoll: Das Zentrum wird aktuelles Wissen zum Prozess- und Qualitätsmanagement bündeln und interessierten Unternehmen zur Verfügung stellen. Es wird zudem neue Methoden und Instrumente für das Prozess- und Qualitätsmanagement entwickeln und Unternehmen, insbesondere in den Regionen Nordostbayerns, bei deren Anwendung unterstützen. Innovative, im wissenschaftlichen Umfeld entwickelte Konzepte sollen dabei direkt in die Praxis umgesetzt werden. Für IT-Dienstleister und Anwender dient das Kompetenzzentrum künftig als Schulungszentrum.

Langfristiges Ziel ist ein umfassendes, technologisch hochwertiges System zum Prozessmanagement, das grundsätzlich allen interessierten Unternehmen im nordostbayerischen Raum zur Verfügung steht – unabhängig davon, welchen Branchen sie angehören. Gemeinsam, im wechselseitigen Erfahrungsaustausch, sollen vor allem die gewerblichen Betriebe in den strukturschwachen Regionen Oberfrankens und der Oberpfalz dieses Know-How anwenden können, um ihre Positionen am Markt zu erhalten und auszubauen. Deshalb will das Kompetenzzentrum auch darauf hinarbeiten, dass Unternehmen sich stärker miteinander vernetzen. Denn im Verbund kann gelingen, was die Ressourcen eines einzelnen Betriebs überfordern würde: die Einführung und stetige Weiterentwicklung eines anspruchsvollen Prozess- und Qualitätsmanagements, das den spezifischen Unternehmenszielen gerecht wird.

Vor kurzem erhielt Prof. Dr.-Ing. Stefan Jablonski aus den Händen von Regierungsdirektor Thomas Engel, der den Bereich Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr bei der Regierung von Oberfranken leitet, den EFRE-Förderbescheid. Die EFRE-Förderung beträgt 50 Prozent der Projektkosten, die Universität Bayreuth selbst übernimmt lediglich 10 Prozent der Kosten. Denn Unternehmen aus der IT-Branche steuern weitere 40 Prozent bei. Dabei finanziert die Fa. iTransparent GmbH in Nürnberg eine Projektstelle. Zudem sind drei Unternehmen in Nordostbayern als Kooperationspartner an dem Projekt beteiligt: die ProComp Professional Computer GmbH in Marktredwitz, die Samhammer AG in Weiden und die LivingLogic AG in Bayreuth. Diese Partnerfirmen werden ihr hochentwickeltes Know-How auf den Gebieten des Prozess- und Qualitätsmanagements in das Projekt einbringen und eigene Arbeitszeit dafür einsetzen.

"Es freut uns sehr, dass sich diese hervorragend ausgewiesenen IT-Unternehmen mit einem so hohen Drittmittelanteil an dem Projekt beteiligen", erklärt Prof. Dr.-Ing. Stefan Jablonski. "Eine solche Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung und betrieblicher Praxis ist geradezu ideal, um die Produktionsbedingungen und die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher klein- und mittelständischer Unternehmen in Nordostbayern nachhaltig zu stärken. Wir sprechen dabei bewusst von einem Zentrum für ‚praktisches‘ Prozess- und Qualitätsmanagement. Denn wir wollen hochwertiges Know-How nicht nur anbieten, sondern gemeinsam mit den Firmen vor Ort die Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, die einer Anwendung dieses Wissens entgegenstehen." Auch bei dieser konkreten Umsetzung werden die Projektpartner auf neueste Technologien zurückgreifen. So wollen sie beispielsweise kleinere Betriebe durch ein sog. "Cloud Computing" in die Lage versetzen, den Betrieb eines Prozessmanagementsystems auszulagern, falls sie dafür aus Kostengründen keine eigene Infrastruktur unterhalten können.

Ansprechpartner:

Prof. Dr.-Ing. Stefan Jablonski
Lehrstuhl Angewandte Informatik IV
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 55 7620
E-Mail: Stefan.Jablonski@uni-bayreuth.de

Quelle: Christian Wißler | Universität Bayreuth

 

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