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Umfrage zeigt: Journalisten im Suchmaschinen-Dilemma

Obwohl Suchmaschinen für Journalisten das wichtigste Recherchetool darstellen, sind die meisten Journalisten unzufrieden mit der Informationsausbeute im Internet. Sie wünschen sich mehr Informationen. Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage unter 1.600 Journalisten, die vom Institut für Organisationskommunikation an der Universität der Bundeswehr München durchgeführt wurde.

Das wichtigste Recherchetool für Journalisten

„Die wachsende Arbeitsbelastung in deutschen Redaktionen hat Google zum wichtigsten Recherchetool für Journalisten gemacht“, unterstreicht Prof. Carsten Rennhak, der die Studie federführend betreut hat und in diesem Zusammenhang von einem Dilemma spricht. „Einerseits nutzen 99,9 Prozent der Journalisten nach eigenen Angaben Suchmaschinen für die Recherche, andererseits geben mehr als zwei Drittel der Befragten an, häufig unzufrieden mit der Informationsausbeute im Internet zu sein.“

Größte Umfrage der vergangenen Jahre

Mehr als 1.600 Journalisten beteiligten sich bundesweit von allen Mediengattungen an der größten Umfrage der vergangenen Jahre. Die Redakteure gaben Auskunft zum Wandel der Recherchegewohnheiten und zur Verwendung von Presseinformationen. „Während die Bedeutung von Pressemitteilungen abnimmt, gewinnen neue Recherchetools wie zum Beispiel Recherchescout an Reichweite und Relevanz – das ist eine interessante Entwicklung“, erklärt Prof. Rennhak.


Verhältnis zwischen Journalismus und PR ist entspannt

Weitere Themen der Befragung waren das Verhältnis der Journalisten zu PR-Akteuren und ihre Erwartungen an eine professionelle Zusammenarbeit. Dabei zeigte sich eine sehr pragmatische Sicht der Redakteure auf die Mitarbeiter von Pressestellen und Agenturen. „Nur 15 Prozent der Befragten halten PR-Schaffende für Gegner“, so Prof. Rennhak. „Damit hat sich das früher oft schwierige Verhältnis zwischen Journalismus und PR-Branche stark gewandelt und ist einem professionellem Umgang miteinander gewichen.“

(Universität der Bundeswehr München)

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Weiterführender Link zum Thema:

Eine Zusammenfassung der Umfrageergebnisse (PDF) steht unter folgendem Link zum kostenlosen Download bereit.

Christoph Schroeder

Ein Kommentar zu “Umfrage zeigt: Journalisten im Suchmaschinen-Dilemma

  1. Google macht es einem bei einer Recherche aber auch wirklich nicht leicht. Bevor man zu den gesuchten Fachinformationen gelangt, muss man sich erst an einem Wust von Werbeanzeigen und Stellenanzeigen der einschlägigen Jobbörsen scrollen. Und es wird schlimmer! Würde Google ganz auf die Links zu den Jobbörsen verzichten, die, wenn man nicht gerade auf Jobsuche ist, völlig irrelevant sind, wäre das für die Qualität der Suchergebnisse von erheblichem Vorteil. Bing, Yahoo oder DuckDuckGo liefern da meiner Meinung wesentlich bessere Resultate.

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