Wirtschaft

Verlust von AAA-Rating würde USA 100 Mrd. pro Jahr mehr Zinszahlungen kosten

Der Schuldenstreit in den USA ist nach wie vor ungelöst. Bis zum 02. August 2011 müssen sich die regierenden Demokraten mit den Republikanern im US-Kongress (Senat und Repräsentantenhaus) auf ein Anheben der Schuldengrenze sowie ein Sparprogramm einigen, sonst droht die vorübergehende Zahlungsunfähigkeit.

Die US-Großbank JPMorgan Chase erhöht nun den Druck auf die Politik: Sie hat vorgerechnet, dass bei einem Verlust des AAA-Ratings die USA allein an Mehrausgaben für höhere Zinsen jährlich rund 100 Milliarden Dollar zusätzlich aufwenden müssten. Angesichts der sowieso angespannten Haushaltslage eine unangenehme Vorstellung für Washington. Hinzu kämen horrende Folgekosten, da viele Fondsmanager ihre Positionen in US-Staatsanleihen abbauen müssten. Diese Folgeeffekte eines Downgrades könnten dann ähnliche Auswirkungen erreichen, wie in der Krise 2008, so Priya Misra, Zinsstrategin bei der Bank of America.

Die Schuldenlast der USA war vor allem unter dem „Krieg gegen den Terror“, den beiden Kriegen im Irak und in Afghanistan und die obskure Senkung des Steuersatzes für Spitzenverdiener des ehemaligen Präsidenten George W. Bush explodiert. Von den 14,3 Billionen Dollar aktuellen Schuldenstand wurden unter Bush jun. 5,07 Billionen angehäuft. Unter der letzten Amtszeit von Bill Clinton 1997 bis 2001 war der Schuldenstand noch von 64,5 auf 56,6% des BIP zurückgefahren worden (5,95 Billionen Dollar). Die Demokraten unter Obama haben seit 2009 rund 1,44 Billionen Dollar neue Schulden angehäuft.

Das Congressional Budget Office warnt, dass wenn die Staatseinnahmen weiterhin bei nur rund 20% des BIP verharren, dann würden die wachsenden Ausgaben die öffentliche Verschuldung auf ein untragbares Niveau von 150% bis 2030 steigen lassen. Der Schuldenstand ist von 84,3% im Jahr 2009 auf mittlerweile nun 97% angestiegen.

Mit 698 Milliarden Dollar bestritten die USA  2010 rund 43% der weltweiten Militärausgaben.

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