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Von Unsympathen lernen… aus der Themenserie “Anders denken” von Nicola Fritze

… aus der zweiwöchentlichen Themenserie “Anders denken” von Nicola Fritze. Heute: „Von Unsympathen lernen…“

Mit wem umgeben wir uns am liebsten? Mit Menschen, die wir mögen, na klar. Auch im Beruf schließen wir uns besonders gern mit denjenigen zusammen, die uns sympathisch sind. Dann macht die Arbeit im Team sofort mehr Spaß, oder?

Spaß ja – aber wenn Sie mit stets denselben Menschen interagieren, bleibt leicht das Lernen auf der Strecke. Denn diese Kollegen ticken wahrscheinlich sehr ähnlich wie Sie. Tatsächlich können wir manchmal besonders viel von denjenigen Menschen lernen, die wir nicht besonders gern mögen. Warum? Weil diese Menschen in der Regel ganz anders sind als wir. Sie denken anders, handeln anders, kommunizieren anders. Das heißt im Umkehrschluss, dass sie Dinge können, die wir so nicht beherrschen. Da könnte es doch eine gute Idee sein, sich ein bisschen was abzuschauen!

Probieren Sie das doch mal aus. Zum Beispiel mit einem Kollegen, den Sie eigentlich von Anfang nicht leiden konnten. Vielleicht weil er seine Meinung immer sehr direkt sagt und damit Kollegen manchmal vor den Kopf stößt. Dieser Mann wird jetzt Ihr Lernpartner. Vor der nächsten Teamarbeit fragen Sie ihn freundlich, ob er nicht mit Ihnen zusammenarbeiten möchte. Er wird vermutlich überrascht sein – und deshalb Ja sagen. Und los geht das Experiment!

Wenn die Teamarbeit losgeht, achten Sie mal besonders darauf, wie dieser Kollege Probleme angeht. Ganz besonders wichtig ist die Frage: welchen Nutzen zieht er aus den Eigenschaften, die Sie besonders wenig an ihm leiden können? Was bringt es Ihrem Kollegen also, dass er sehr direkt seine Meinung artikuliert? Und dann fragen Sie sich natürlich auch: wie schadet es ihm?

Sie werden vielleicht feststellen, dass Ihr Kollege mit seiner Art tatsächlich häufig Andere verprellt. Aber Sie werden vielleicht gleichzeitig erkennen, dass ihm seine Ehrlichkeit und sein klares Urteil an anderer Stelle auch Respekt einbringt. Könnte es sein, dass Sie sich davon eine Scheibe abschneiden können? Vielleicht fällt es Ihnen im Gegensatz zu Ihrem Kollegen manchmal schwer, Ihre Position klar zu artikulieren. Dann wäre es eventuell eine gute Idee, sich einige Verhaltensweisen abzuschauen – natürlich ohne gleich die negativen Angewohnheiten Ihres Kollegen mit zu übernehmen.

Sehen Sie? So ist der Lerneffekt gleich doppelt gegeben. Sie erkennen, auf welche Weise Sie sich nicht verhalten sollten – aber sehen zeitgleich Bereiche, in denen Sie vom Kollegen ein Stück weit lernen können. Hinzu kommt natürlich, dass Sie erstmals intensiver mit ihm zusammenarbeiten. Das bietet Raum für gegenseitiges Kennenlernen. Vermutlich werden Sie feststellen, dass der Mann ganz in Ordnung ist. Unter Umständen ist Ihre Zusammenarbeit sogar so konstruktiv, dass Feedback möglich ist. Dann bringt die Teamarbeit Sie sogar beide weiter.

Also: nutzen Sie mal diejenigen Menschen als Lernpartner, mit denen Sie eigentlich am allerwenigsten zu tun haben möchten. Sie werden eine Menge für sich mitnehmen!

Ihre Nicola Fritze

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Zur Autorin:

Bild: Nicola Fritze

Nicola Fritze ist Deutschlands Motivationsfrau. Mit ihrem Motto “Anders denken – anders handeln” begeistert die Trainerin und Rednerin jährlich tausende von Menschen. Ihre zwei Podcasts “Das Abenteuer Motivation” und “Der Fritze-Blitz” zählen zu den erfolgreichsten Podcasts zum Thema Motivation und Persönlichkeitsbildung. Ihre Hörsendungen erreichen mehr als 30000 Hörerinnen und Hörer.

Anfang 2011 erschien ihr neues Buch “Raus aus der Grübelfalle Wie Sie Ihre Denkgewohnheiten ändern und Ihre Persönlichkeit gezielt weiter entwickeln”. Hierin zeigt Nicola Fritze augenzwinkernd auf, wie wir mit Hilfe des Konzepts der inneren Stimmen handeln, statt immer nur zu grübeln. Mehr über die Motivationsfrau erfahren Sie unter www.nicolafritze.de.

Marc Brümmer

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