Deutschland

Bald eine Million Beschäftigte im Maschinenbau?

Nach Stagnation in 2013 rechnet der Maschinenbau, einer der wichtigsten Industriezweige Deutschlands, für das aktuelle Jahr mit neuen Rekordwerten. Dies könne sich auch auf die Beschäftigtenzahlen sowie Entwicklung von Zulieferbetrieben positiv auswirken. Damit es allerdings so weit kommt, mahnt die Branche die Industrienationen zu verstärkten Investitionen. Denn aus den Schwellenländern sind in diesem Jahr keine neuen Impulse zu erwarten.

Maschinenbau: Stagnation auf hohem Niveau

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Für 2014 rechnet der Maschinenbau mit Wachstum. Das wirkt sich auch auf Beschaftigtenzahlen und die Entwicklung der Zulieferbetriebe aus. (Bild: Paul-Georg Meister / pixelio.de)

Solche „Probleme“ hätten andere Branchen vermutlich gerne: ein Produktionsvolumen von 195 Milliarden Euro sowie Umsätze von über 200 Milliarden Euro „ … die Bilanz des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus für 2013 [läuft] auf eine Stagnation hinaus“, kommentierte Reinhold Festge, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf der Jahrespressekonferenz 2013 diese, von außen betrachtet, beeindruckenden Zahlen. Die VDMA gilt als Interessenvertretung der Investitionsgüterindustrie. In ihm sind 3.000 vorrangig mittelständische Maschinen- und Anlagebauer vertreten.

2014: Zeichen stehen wieder auf Wachstum

2014 wiederum stehen die Zeichen im deutschen Maschinenbau auf Wachstum. So rechnet der Verband mit einem Produktionsplus von drei Prozent und einem Rekord-Produktionswert von 203 Milliarden Euro. Dabei werden allerdings nicht die in den vergangenen Jahren so wichtigen Schwellenländer als Treiber gesehen: „Der Schlüssel für das Wachstum des deutschen Maschinen-und Anlagenbaus liegt in den etablierten Märkten, und hier vor allem in Europa“, so der VDMA-Präsident.

Branche mahnt Investitionen in Deutschland an

Zwar würden aus Sicht der VDMA-Volkswirte die Entwicklungs- und Schwellenländer weiter vergleichsweise höhere Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufweisen, die teils massiven strukturelle Probleme jedoch, werden deren wirtschaftliche Expansion in diesem Jahr stark einschränken. Daher erwarten sie von diesen Ländern nur einen begrenzten Wachstumsbeitrag. Das gilt insbesondere für die Volksrepublik China. Ihre Führung führt derzeit bewusst einen strukturellen Wandel herbei, und zwar auf Kosten der Wachstumsdynamik.

Die Euro-Zone hingegen habe aus Sicht des Branchenverbandes die Rezession überwunden. Die Frühindikatoren stimmten hier durchaus optimistisch. Allerdings mahnt der VDMA die Industrienationen zu verstärkten Investitionen an. Vor allem in Deutschland. Hier müssten Investitionen in Straßen und Brücken, insbesondere in Maschinen und Anlagen sowie in Forschung und Entwicklung beziehungsweise Bildung und Ausbildung investiert werden. „Denn nur so bleibt Deutschland auch künftig ein wichtiger, unverzichtbarer und damit erfolgreicher Bestandteil nationaler und globaler Wertschöpfungsketten“, so Festge.

Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen und Zulieferer

Diese Investitionen würden sich ebenso auf die Beschäftigtenzahlen positiv auswirken. Bereits jetzt konnte man dies bezüglich ein Plus von 10.000 Erwerbspersonen gegenüber dem Jahr 2012 vermelden. Insgesamt waren im letzten Jahr rund 988.000 Menschen im Anlagen- und Maschinenbau tätig. Für 2014 rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem weiteren moderaten Zuwachs in der Größenordnung von 2.000 bis 5.000 Beschäftigten. Damit könnte man die Marke von einer Millione Beschäftigten überschreiten, was dem Staat erhöhte Einnahmen durch die Einkommenssteuer beschert. Auch aus einer anderen Sicht hätten deutsche Investitionen in den Maschinenbau positive volkswirtschaftliche Auswirkungen. Denn Zulieferbetriebe für Spezialschrauben und Präzisionsteile, wie zum Beispiel Alstertaler aus Hamburg (alstertaler.de), könnten ebenfalls höhere Auftragseingänge und somit zu versteuernde Gewinne verzeichnen.

Christoph Schroeder

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