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Deutschland und das Problem mit der Internetgeschwindigkeit

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Wie steht es um die Internetgeschwindigkeit auf der Datenautobahn? (Bild: © Markus Vogelbacher / pixelio.de)

Deutschland hat in den letzten Jahren an einem Image in Sachen Übertragungsraten gearbeitet, dass bestenfalls dem Klassenclown, aber nicht dem technologischen Vorreiter gut zu Gesicht steht. Damit soll nun Schluss sein.

Deutschland bei der Internetgeschwindigkeit abgehängt

Während um uns, gerade im östlichen Teil der Europäischen Union, die Netzqualität und Netzgeschwindigkeit einen starken Sprung nach vorne macht, ist Deutschland im Vergleich inzwischen auf Platz 15 herabgestiegen. Wie DSLVergleich.net berichtet beträgt die Geschwindigkeit eines durchschnittlichen DSL-Zugangs laut einer Studie des IT-Unternehmens Akamai in Deutschland 7,6 Mbit pro Sekunde. Im Vergleich dazu erreicht der Spitzenreiter Niederlande eine durchschnittliche Anschlussgeschwindigkeit von 12,5 Mbit pro Sekunde. Weltweit betrachtet schneidet Deutschland sogar noch schlechter ab und liegt auf Platz 27. Selbst wenn man Spitzenwerte in Betracht zieht, wird es für die Qualität der deutschen DSL Anschlüsse nicht wirklich besser. Dort erreicht Deutschland nur den 14. Platz mit einem Spitzenwert von 30,4 Mbit pro Sekunde. Vor Deutschland liegen unter anderem Russland und Rumänien, beides relative Neueinsteiger in Sachen DSL. Unerreicht an der Spitze der Weltrangliste steht Israel mit 47.7 Mbit je Sekunde. Eine wesentlich Steigerung der Internetgeschwindigkeit ist ebenfalls nicht abzusehen. Mit Geschwindigkeitssteigerungen von etwa 5 Prozent belegt Deutschland in diesem Falle einen der letzte Plätze.

Ausbau des Internets hat Priorität 1

Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt von der CSU erklärte dazu Anfang des Jahres, dass der Ausbau des Internets in Deutschland einer seiner wichtigsten Aufgaben in dieser Legislaturperiode sein. Aufschwung erfährt diese Idee dieser Tage durch die Deutsche Telekom.

Die Mutter aller Telefonnetze und Erbin der Deutschen Post ging bereits Ende 2013 mit den ersten Vectoring-Netzen an den Start. Im Lauf der zweiten Jahreshälfte 2014 schließlich will die Deutsche Telekom Download-Raten von bis 100 Mbit je Sekunde und Upload-Raten von 40 Mbit je Sekunde erreichen. Über die Kosten und die Verfügbarkeit dieser Anschlüsse ist allerdings bisher nichts bekannt.

Das deutsche Netz wird aufgerüstet

In jedem Fall würde das deutsche Netz damit eine gewaltige Aufbesserung erfahren und die Geschwindigkeiten der VDSL2 Anschlüsse von bis zu 50 Mbit je Sekunde weit hinter sich lassen. An die bereits jetzt verfügbaren FTTH-Anschlüsse, mit bis zu 200 Mbit je Sekunde würden aber auch die Vectoring Netze nicht heranreichen.

Ebenfalls zu Verbesserung der Internetgeschwindigkeit beitragen dürfte der Ausbau von reinen IP-Adressen Anschlüssen. Anstelle von analogen oder ISDN-Anschlüssen werden diese den ersten 3 Millionen Kunden zur Verfügung gestellt werden. Bis 2018 soll das Netz um 20 Millionen dieser Anschlüsse aufgestockt werden. Zwar benötigen diese Anschlüsse eine sperate Stromquelle, ermöglichen aber eine deutlich gesteigerte Übertragungsqualität. Dies macht sich insbesondere bei HD Videos und einer verbesserten Sprachqualität bemerkbar. Auf lange Sicht verspricht sich die Deutsche Telekom davon nicht nur einen wieder steigenden Kundestamm, sondern auch geringere Wartungskosten.

 

Oliver Foitzik

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