Bayern

Energiewende: ENERGIE INNOVATIV präsentiert Handlungsempfehlungen

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (STMWIVT) setzt auf setzt auf konkrete Maßnahmen, damit die Umstellung der Stromversorgung auf Erneuerbaren Energien in Bayern gelingt. Arbeitsgruppen der Bayerischen Energieagentur ENERGIE INNOVATIV mit Fachleuten aus Unternehmen, Verbänden und Kammern haben jetzt zu besonders drängenden Themen der Energiewende konkrete Handlungsempfehlungen fertiggestellt.

Versorgungssicherheit & Speicher: Hoffen auf Power-to-Gas

Für eine sichere und stabile Energieversorgung braucht  es innovative Speichertechnologien. Die Power-to-Gas-Technologie bietet eine Möglichkeit, Strom, der aus Erneuerbaren Energien produziert wird, für lange Zeit zu speichern und trägt damit zur Versorgungssicherheit bei. Mit Power-to-Gas kann volatiler erneuerbarer Überschussstrom zu Gas umgewandelt und in die bestehende Erdgasinfrastruktur eingespeist werden. „Der Vorteil dieser Technologie liegt vor allem darin, dass vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann. Denn bestehende Gaskraftwerke können mit dem Speichergas regenerativ betrieben werden“, erklärt der Wirtschaftsminister. Im Rahmen der Arbeitsgruppe ‚Power-to-Gas‘ wurden Vorschläge erarbeitet, welche politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Änderungen der Rahmenbedingungen notwendig sind, um diese Technik zur Marktreife zu führen.

EEG: Kosten für Verwaltung reduzieren

Zeil: „Zusätzlich muss dringend der administrative Aufwand für die Abrechnung der EEG-Vergütung reduziert werden. Das EEG war ein effektives Instrument zur Einführung der Erneuerbaren Energien. Allerdings hat es sich im Laufe der letzten zwölf Jahre zu einem bürokratischen Komplex entwickelt, der kaum mehr zu bewältigen ist.“ So gebe es mittlerweile über 4000 verschiedene EEG-Vergütungskategorien, um die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu fördern. Zeil begrüßt es daher, dass die Arbeitsgruppe ‚Vereinfachung der EEG-Vergütungsabrechnung‘ sieben konkrete Empfehlungen ausgesprochen hat, um die allein in Bayern jährlich rund 150 Millionen Euro hohen Verwaltungskosten, die der Stromkunde zu tragen hat, zu reduzieren. „Bei allen sieben Empfehlungen werden die Anlagenbetreiber nicht schlechter gestellt, aber unnötige Bürokratie abgebaut“, unterstreicht der Energieminister. Das Ergebnis verdeutliche zudem, dass es auf Bundesebene dringenden Handlungsbedarf beim EEG gebe, wie von Minister Zeil immer wieder angemahnt worden sei.

Kosten für Stromnetzausbau senken

Zeil ergänzt: „Wir müssen auch den extrem hohen Aufwand und die Kosten unter die Lupe nehmen, die entstehen, um Anlagen der Erneuerbaren Energien an das Stromnetz anzubinden.“ Der Zubau solcher Anlagen verlaufe meist unkoordiniert. „Wenn wir mehrere Einspeiseanlagen, insbesondere von Windenergieanlagen, auf möglichst effektive Standorte zeitlich und räumlich konzentrieren, können wir nach Auffassung der Arbeitsgruppe ‚Cluster‘ die gesamten Ausbaukosten von Stromnetzen deutlich senken. Damit entlasten wir die Stromkunden finanziell“, kommentiert der Wirtschaftsminister. Handfeste Lösungen dafür biete das Positionspapier dieser Arbeitsgruppe.

Positionspapier online verfügbar

Die genauen Inhalte Themen der Positionspapiere stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung. Die Bayerische Energieagentur ENERGIE INNOVATIV ist am STMWIVT angesiedelt und hat im September 2011 ihre Arbeit aufgenommen. Sie begleitet den Umbau der Energieversorgung in Bayern und versteht sich als Koordinierungsstelle und Informationsdrehscheibe für Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und neue Energietechnologien. Zielgruppen der Aktivitäten von ENERGIE INNOVATIV sind Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Bürger.

(STMWIVT)

Christoph Schroeder

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