Marketing

Anne M. Schüller: Schöne neue Netzwerk-Ökonomie – das egoistische Gen verliert

… aus der wöchentlichen Themenserie von Anne M. Schüller über Marketing, Empfehlungsmarketing, Kundenbindung und Branding. Nach dem Beitrag letzte Woche „Outside-in statt inside-out: Wie man in unserer neuen Businesswelt überlebt“ folgt heute der Beitrag: „Schöne neue Netzwerk-Ökonomie: Nicht das ‚egoistische Gen‘, sondern das ‚Wir‘ gewinnt

Wie heißt es so schön: In eine offene Hand passt mehr als in eine geschlossene Faust. Kooperation ist besser also Konfrontation. Und der Siegeslauf der sozialen Netzwerke ist der vielleicht beste Beweis dafür. Zu einer der größten Herausforderungen in den Management-Etagen zählt es nun, zu verstehen, wie Gemeinschaften funktionieren. Denn dann verstehen sie auch, wie Erfolg in unserer neuen Businesswelt möglich wird.

Der kometenhafte Aufstieg des Social Web ist wohl der beste Beweis: Menschen sind höchstens ein ganz klein wenig ‚Ichlinge‘. Ihrem Wesen nach sind Menschen vor allen Dingen Netzwerk-Wesen, also sich sozial vernetzende Individuen. Es ist in unserer DNA, ‚social‘ zu sein. Unsere Hirne sind vor allem dafür gemacht, das Zusammenleben in einer Gruppe zu meistern. Wir sind lieber eingebettet in eine achtbare Gemeinschaft, als ständig ‚auf der Flucht‘.

Isolation gehört zu unseren schlimmsten Ängsten. „Du bist nicht allein“, ist wohl das tröstlichste, was man einem Menschen sagen kann. Verlassen in der Wüste – der sichere Tod. Selbst, wenn es uns in die endlosen Weiten des Weltraums zieht, dann suchen wir nach menschlichen Lebensformen. Stammesgeschichtlich betrachtet ist das Social Web deshalb nichts anderes als eine neue Technologie, die uns mit anderen zusammenbringt, um Clans zu bilden.

„Nichts braucht der Mensch so sehr wie den Menschen.“ Das haben schon die alten Griechen gesagt. Und nichts kann diese Sucht derzeit besser stillen als das Internet. Denn zwei Dinge hat das Web dem wahren Leben voraus: Wir können dort schneller Beziehungen knüpfen – und gleichzeitig mehr Menschen um uns scharen. Dass das Web einsam macht, ist – bis auf Einzelfälle betrachtet – nur ein Gerücht. Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall.

Marc Brümmer

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