Einsichten & Ansichten

Claus-Peter Schaffhauser: Ihr guter Stern auf allen Straßen (Mercedes-Benz) oder Wir haben verstanden (Opel)

… aus der Kolumne von Claus-Peter Schaffhauser: Nach dem letzten Beitrag “…die Freiheit nehm ich mir”  folgt heute: Ihr guter Stern auf allen Straßen (MB) oder Wir haben verstanden (Opel).

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War das nicht das Motto eines deutschen Automobilherstellers, bei dem sich dann hinterher herausgestellt hat, dass dessen Top-Management leider gar nichts verstanden hat? Höchstbezahlte Manager wollten noch besser bezahlt werden, nämlich nach amerikanischem Vorbild und wollten deshalb über ein eigens gegründetes Eheinstitut, eine „Heirat im Himmel“ anzetteln. Wie wir wissen ging das gründlich schief. Herr Schrempp wurde mit einem dicken Aktienpaket bestraft und musste gehen. Seine Frau Hexle musste hingegen noch für ein Jahressalär von 200.000 € im Münchner Büro ausharren und die Besucher, die nach dem Chef fragten, wieder heimschicken.

Frau Schrempp wurde besser bezahlt als die Frau von Schüttel-Schorsch (Georg Schmid, CSU), weil sie viel besser Füße massieren konnte. Oder so. Ansonsten war sie für ihren Chef wohl auch rund um die Uhr da.  Auch auf mehrmalige Bitten des MB-Vorstands wollte sie von ihrer Aufgabe nicht lassen, zweimal täglich im Büro zu lüften. Vertrag ist schließlich Vertrag. Für eine Abfindung von drei Jahresgehältern ist sie dann doch gegangen und hat zähneknirschend das Unternehmen verlassen.

Was glauben Sie denn, was der bayerische Finanzminister ihr nach Abzug der Steuern noch gelassen hat? Wahrscheinlich nichts. Vielleicht war noch für sie und ihren Mann ein Schnitzel drin beim Metzgerwirt in Hurlach. Die Schnitzel sind so groß, dass man eine Woche daran essen kann. Als Arbeitslose muss man sehen, wo man bleibt. Für die Beilagen und Getränke musste Herr Schrempp einen Teil seines 50-Millionen-Euro Aktienpaketes, welches er für seine großartigen Entscheidungen erhalten hatte, welche alle rückabgewickelt werden mussten, flüssig machen. Konzernlenker ist nicht witzig. Ex-Konzernlenker schon gar nicht.

Herr Zumwinkel, der schon früh seinen Vater verlor und deswegen ein schweres Erbe antreten musste, fand schon bald eine Ersatzliebe: Geld und Macht. Beides korrumpiert, wenn schlechte charakterliche Anlagen, oder schlechte Anlageberater und Banker einen auf den „falschen Weg“ bringen. Über McKinsey, Quelle hatte er sich bis zur Post AG hochgeliebt und blieb trotzdem einsam. Ja, Geld allein macht eben nicht glücklich. Wenn man allerdings dem Staat vorenthalten will, was dem Staat gebührt, wird man, wenn es dumm läuft noch unglücklicher. Und Alles wegen einer lumpigen Million Euro. Davon hätte er sich 1.724.137 Briefmarken zu 58 Cent kaufen können, nach dem Motto: Schreib mal wieder. – Dem Uli Hoeness haben am Schluss noch nicht einmal „seine“ drei gewonnen Pokale Freude gemacht. Er macht jedenfalls ein Gesicht, als ob ihm seine sämtlichen Würstel angebrannt gewesen wären.

Die Vollwaise Steinbrück, der wahrscheinlich von Wölfen und Hyänen aufgezogen wurde, hat auch schwer unter dem Liebesentzug gelitten, der mit dem Zusammenbruch der KfW-Bank und der IKB einherging. Da ging es um schlappe acht Milliarden und um’s Prinzip: eine Staatsbank lässt man nicht hängen (und es ist ja schließlich nicht mein Geld). Acht Milliarden, das sind acht Tausend Millionen. Man müsste also 8.000 Zumwinkels oder 1.000 Hoeness der Steuerhinterziehung überführen, um das wieder rein zu wirtschaften. Aber so viele Zumwinkels kann ein kleines Land wie Deutschland ja gar nicht verkraften. Manchmal wird es ja schon eng, wenn Kopp und Hoeness zusammen rasseln.

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Christoph Schroeder

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