Energie & Umwelt

Dezentrale Erneuerbare können Kosten des Netzausbaus von 20 Mrd. deutlich reduzieren

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht in dem letzte Woche vorgelegten Entwurf eines nationalen Netzentwicklungsplanes der vier Übertragungsnetzbetreiber die klare Bestätigung, dass die Energiewende machbar ist. „Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, sind die Herausforderungen gut zu bewältigen“, stellt BEE-Präsident Dietmar Schütz fest. Beim Thema Netzausbau sieht er nun die Betreiber am Zug. „Die notwendigen Investitionen in die Netzinfrastruktur gilt es jetzt zügig auf den Weg zu bringen“, fordert Schütz.
Gleichzeitig erteilte er allen Stimmen eine klare Absage, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Verweis auf den verzögerten Netzausbau bremsen wollen. „Das Tempo beim Zuwachs der Erneuerbaren muss den Netzausbau bestimmen und nicht umgekehrt. Deshalb brauchen wir sowohl neue Leitungen auf der Höchstspannungsebene, um Übertragungsengpässe aufzuheben, als auch moderne Verteilnetze, die die fluktuierende Einspeisung aus Solar- und Windenergie optimal aufnehmen können“, erläutert Schütz.

Die veranschlagten Kosten für den Netzausbau hält der BEE für überschaubar. Die jetzt genannte Zahl von 20 Mrd. Euro Investitionsbedarf müsse in Relation zur Wirkungsdauer der Investitionen gesetzt werden. Die betrage bei der Strominfrastruktur 30 bis 40 Jahre. „Geht man von diesen Eckdaten aus, bedeutet das nach unseren Berechnungen einen Betrag von maximal 0,5 Cent pro Kilowattstunde Strom“, macht Schütz klar. Weitere Verzögerungen des Netzausbaus würden letztlich viel teurer, da der Aufwand der Betreiber für die Stabilisierung des Netzes weiter steigen würde und regenerative Kraftwerke zunehmend abgeregelt werden müssten.

Bedarf und Kosten für den Netzausbau auf der Höchstspannungsebene können zudem noch erheblich reduziert werden, wenn Bund und Länder den Ausbau der Erneuerbaren Energien flächendeckend und dezentral vorantreiben. „Je mehr regenerative Kraftwerkskapazitäten wir in den einzelnen Regionen haben, desto geringer fällt der Bedarf an Fernübertragungsleitungen aus. Hier sind insbesondere die südlichen Bundesländer gefragt, ihren Rückstand bei der Windenergie aufzuholen“, erinnert Schütz. Der BEE hält es insofern für notwendig, den im Entwurf angenommenen Ausbaubedarf genau zu überprüfen.

„Wir begrüßen die heutige Veröffentlichung des ersten nationalen Netzentwicklungsplans. Damit gibt es eine gemeinsame Grundlage für eine breite Diskussion. Die vordringlichen Projekte beim Netzausbau können nun identifiziert und dann mit einem möglichst großen Konsens schnell auf den Weg gebracht werden“, so Schütz abschließend.

(Quelle: BEE)

 

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