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Facebook verschiebt Börsengang und führt Neuerungen ein

Der Börsengang des Online-Netzwerks Facebook wurde auf September 2012 verschoben. Als Grund wurden allerdings nicht die verunsicherten Aktienmärkte angegeben, sondern vielmehr interne Gründe. Firmenchef Mark Zuckerberg will, dass sich die Mitarbeiter länger auf Produktentwicklung statt auf die Verkäufe ihrer Firmen-Anteile konzentrieren. Ab dem ersten Quartal 2012 muss Facebook laut US-Gesetz seine Ergebnisse veröffentlichen, da es mit der Beteiligung von Goldman Sachs die Schwelle von 500 Teilhabern überschritten hat, ab der die Veröffentlichungspflicht greift. Daher war auch der Börsengang ursprünglich in diesem Zeitraum (April 2012) erwartet worden.

Facebook ist derzeit gemessen an dem Wert einzelner Beteiligungsverkäufe an private Investoren rund 60-70 Milliarden Dollar wert. Ein Wert von bis zu 100 Milliarden wird dem Unternehmen beim Börsengang zugetraut. Damit würde das Portal dann höher bewertet werden, als die Deutsche Bank, Deutsche Post und Lufthansa zusammen. Noch im Juli 2010 lag die Schätzung für den Unternehmenswert bei 23 Milliarden Dollar, Anfang 2011 dann bei rund 50 Milliarden und im März 2011 dann bei 65 Milliarden Dollar. Der Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2011 betrug 1,6 Milliarden Dollar, der Gewinn belief sich nach Dokumenten von Goldman Sachs auf 500 Millionen Dollar, was 40% über dem Vorjahresergebnis von 355 Millionen Euro liegen soll. Weltweit sind 750 Millionen Nutzer registriert, davon 20 Millionen aus Deutschland.

Das soziale Netzwerk hat zudem Neuerungen für die nächsten Tage angekündigt. Demnach wird eine neue Funktion eingeführt, mit der man automatische Freundeslisten aus den Profilen der Nutzer erstellen kann. Die „Smart-Listen“ mit Namen von Arbeitskollegen, Familienmitgliedern oder Mitschülern werden dabei automatisch aus den Angaben, die bei Facebook hinterlegt wurden, generiert. Eine dieser automatischen Smart-Listen sammelt nur die Freunde, die in einem bestimmten Umkreis wohnen. Dadurch wird beispielsweise eine Verabredung zum Kino, Sport oder Essen nur an die Freunde versandt, die sich auch realistisch in räumlicher Nähe zu dem Ereignis befinden. Mit den insgesamt vier Smart-Listen soll der individuelle Freundeskreis besser abgebildet werden, so wie er auch dem wirklichen Leben eher entspricht.

Außerdem wird auch die Unterteilung in „Enge Freunde“ und „Bekannte“ eingeführt. Da die Nutzer inzwischen meist sehr viele Facebook-Freunde haben, soll man so besser steuern können, mit wem man Nachrichten tauschen möchte. Dadurch kann man, wie bereits auf dem Konkurrenzportal Google+, manche Informationen nur mit seinem engsten Freundeskreis teilen.

 

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