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ITK-Topthema 2013: Einführung in das Cloud-Computing

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[Bild: Gerd Altmann / pixelio.de]

Laut der jährlichen Trendumfrage des Hightech-Verbands BITKOM ist Cloud Computing mit 59% der Nennungen auch in diesem Jahr wieder das Topthema der ITK-Branche in 2013. Von Cloud Computing können professionelle Nutzer wie Privatanwender gleichermaßen profitieren: Durch die Datenspeicherung in der Cloud können die Daten an jedem Ort und mit unterschiedlichen Geräten abgegriffen werden – schon jetzt laufen weit verbreitete Internetanwendungen wie E-Mail, soziale Netzwerke oder Videodienste bereits fast ausschließlich in der Cloud. Darüberhinaus treiben kostengünstige Cloud-Lösungen die Konsolidierung von IT-Umgebungen in Organisationen voran. Der strukturelle Wandel durch das Cloud Computing betrifft somit die gesamte IT-Industrie und nahezu alle Anwender. Vor diesem Hintergrund wurde Dr. Bernd Huber in einer mehrteiligen Interviewreihe zu den wesentlichen Entwicklungen sowie den Leistungen seines IT-System- und Softwarehauses COMPUS Computer GmbH befragt.

Dr. Bernd Huber: COMPUS Cloud Strategie für den Mittelstand (1:10)

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1. Guten Tag Herr Dr. Huber, bevor wir uns der Cloud zuwenden, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

COMPUS ist eines der führenden IT-System- und Softwarehäuser in München im Bereich Mittelstand und Kanzleien. Wir bieten unseren Kunden innovative IT-Infrastrukturlösungen im Microsoft- und DATEV-Umfeld. Als Microsoft Gold-Partner für Virtualisierung und Systemmanagement liefern wir Private-Cloud-Lösungen in unserem Rechenzentrum in München wie COMPUS asp, COMPUS hosting und spezielle Systemlösungen wie Online-Backup, 24/7-Monitoring der Kundennetze mit PRTG der Pässler AG oder Network Configuration Management zur automatisierten Dokumentation der Kundennetze mit Docusnap. Ferner entwickeln wir Softwarelösungen auf der Basis von Microsoft Dynamics AX und DATEV.

2. Cloud Computing ist seit vielen Jahren ein zentraler Trend in der IT. Können Sie das bitte kurz skizzieren?

Cloud Computing ist kein Hype mehr, sondern heute Realität. Die IT befindet sich in Zukunft in weiten Teilen nicht mehr im Firmengelände, sondern in einem Rechenzentrum, was erhebliche Sicherheitsvorteile bietet. Die Server sind nicht mehr physisch, sondern virtuell, was erhebliche Kostenvorteile hat. In der „private Cloud“ wissen wir ganz genau, wo unsere Server liegen und haben – trotz Cloud – ein hohes Maß an Kontrolle über unsere IT. In der „public Cloud“ liegen unsere Daten und Anwendungen in einem sehr großen Rechenzentrum eines namhaften Anbieters, wie zu. B. Microsoft oder Google. Die public Cloud bietet die günstigsten Kosten. Die private Cloud bietet bei attraktiven Kosten hohe Sicherheit und die beste Kontrolle.

3. Innerhalb des Cloud Themas gibt es unterschiedliche Begriffe. Können Sie kurz die Unterschiede zwischen Cloud Computing, Infrastructure as a Service (IaaS), Plattform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) vorstellen?

IaaS ist nichts anderes wie das Mieten von Servern in einem Netzwerk. Um die Anwendungen kümmern wir uns selber. PaaS liefert eine Infrastrukturplattform für Softwareanbieter und ist für den Anwender nur indirekt interessant. SaaS ist das klassiche asp-Modell (Application Service Provider), wo wir eine Gesamtlösung inklusive Anwendungssoftware aus einer Hand mieten.

4. Wie hängen diese einzelnen Themen miteinander zusammen?

Man kann vereinfacht sagen, dass IaaS am besten in der privat-Cloud angeboten wird, da hier der Kunde und das betreuende Systemhaus flexibel auf neue Anforderungen reagieren müssen. PaaS findet man eher in der public Cloud. SaaS findet man sowohl in der public als auch in der private Cloud.

5. Welche Lösungen kommen in Unternehmen häufiger vor?

Die IT im Keller der Firmen wird weitgehend durch die private Cloud ersetzt werden. Die Frage ist nicht ob, sondern wann, wobei es im Regelfall Mischformen geben wird, die man Hybrid Cloud nennt. Der Grund sind Sicherheit und Kosten. Ferner werden gewisse Systemfunktionen zunehmend in die private Cloud verlagert. Public Cloud Lösungen, wie z. B. Office 365 von Microsoft, sind vor allem auch für kleine Unternehmen sehr sinnvoll, die standardisiert mit nur wenigen Anwendungen, wie z. B. Office arbeiten wollen. In solchen Fällen ist die public Cloud von den Kosten her unschlagbar.

Herr Dr. Huber, vielen Dank für das Gespräch.

Im nächsten Teil des Interviews am kommenden Dienstag, den 5. Februar, geht es um die Cloud-Lösungen des IT-Hauses COMPUS.

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Über Dr. Bernd Huber

ERP, Software, DATEV, Rechnungswesen / Dr. Bernd Huber, Geschäftsführer der COMPUS Computer GmbH
Dr. Bernd Huber, Geschäftsführer der COMPUS Computer GmbH

Dr.-Ing. Bernd Huber ist seit 1996 Geschäftsführer der COMPUS Computer GmbH. Er war vorher in leitenden Positionen verschiedener internationaler Firmen tätig. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit war und ist Geschäftsführung, High-Tech Marketing, strategische Weiterentwicklung, Vertrieb und Finanzen/Controlling.

Im Jahr 1998 hat Herr Dr. Huber die Servicve-Connect-Gruppe gegründet, die sich inzwischen zu einem leistungsfähigen und flächendeckenden Netzwerk von IT-Systemhäusern in Deutschland entwickelt hat. Er ist ferner Initiator und Förderer des Münchner UnternehmerKreis IT (MUK IT).

Seit 2011 ist er Mitglied der Vollversammlung der IHK München und Oberbayern und dabei Mitglied des Arbeitskreises “Information und Telekommunikation”. Darüber hinaus ist er ehrenamtlicher Beisitzer der Einigungsstelle für Wettbewerbsstreitigkeiten der IHK München und Oberbayern.

Marc Brümmer

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