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Schleswig-Holstein: Kernkraftwerk Brokdorf darf wieder ans Netz

Das Kernkraftwerk Brokdorf geht nach Abschluss des jährlichen Brennelementwechsels und der damit verbundenen Jahresrevision wieder ans Netz. Das in Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit zuständige Justizministerium hat nach Abschluss der Revisionsarbeiten heute die erforderliche Zustimmung zur Wiederinbetriebnahme erteilt. Die Jahresrevision war vorgezogen worden, nachdem an Brennelementen im Lagerbecken gebrochene Niederhaltefedern entdeckt worden waren und eine Übertragbarkeit auf die im Reaktor befindlichen Brennelemente nicht ausgeschlossen werden konnte.

Die Untersuchung der Niederhaltefedern hat weitere Federbrüche auch an Brennelementen im Reaktorkern ergeben. Die Federbrüche konnten auf einen bestimmten Federtyp eingegrenzt werden, der 2010 erstmals im Kernkraftwerk Brokdorf eingesetzt worden ist. Ursache für die Federbrüche war eine höhere Vorspannung der Federn in Verbindung mit einer herstellungsbedingten Korrosion an der Werkstoffoberfläche des Federdrahtes. Für die jetzt im Reaktor eingesetzten Brennelemente wurden die Federn des betroffenen Typs gegen einen konstruktiv und werkstofftechnisch modifizierten Federtyp getauscht.

Inspektionen an den Brennelementen haben außerdem Schäden an Abstandshaltern und Hüllrohren ergeben, die der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde als Meldepflichtiges Ereignis angezeigt worden sind. Die betroffenen Brennelemente müssen vor einem erneuten Einsatz im Reaktorkern repariert werden und befinden sich jetzt im Abklingbecken. Während des diesjährigen Anlagenstillstands wurden 56 der insgesamt 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente gegen frische Brennelemente ausgetauscht.

Neben dem Wechsel der Brennelemente und dem Austausch von Niederhaltefedern war die Umsetzung von Änderungsanträgen zur Optimierung der Sicherheit der Anlage und ihres Betriebs Gegenstand der diesjährigen Revision. Unter anderem wurde auch der zweite Maschinentransformator vorsorglich ausgetauscht, nachdem im September 2011 nach einem Trafoschaden bereits einer der beiden Maschinentransformatoren ausgetauscht werden musste. Weitere Schwerpunkte der Revisionsarbeiten waren wie im Vorjahr umfangreiche wiederkehrende Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten. Ein bei den wiederkehrenden Prüfungen festgestelltes fehlerhaftes Signal im Reaktorschutzsystem wurde durch einen Metallspan in einem Schaltschrank ausgelöst. Dieser Befund ist der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde als Meldepflichtiges Ereignis angezeigt worden.

Die Revisionsarbeiten wurden von der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht und den hinzugezogenen Sachverständigenorganisationen TÜV NORD SysTec, Energie-Systeme Nord, Germanischer Lloyd sowie den Bausachverständigen intensiv kontrolliert und überprüft.

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