Management

Stéphane Etrillard: Rhetorik im Unternehmensalltag (4) – Verlegenheitsgesten, Füllwörter und Floskeln vermeiden

… aus der Themenserie Stéphane Etrillard: Souveränität und Rhetorik im UnternehmensalltagSouveränität und Rhetorik im Unternehmensalltag” des internationalen Keynote Speakers und Rhetoriktrainers Stéphane Etrillard. Nach Teil 3: „Lampenfieber ade! Wie Sie Lampenfieber vor Reden und Präsentationen in den Griff bekommen“ folgt nun Teil 4: „Verlegenheitsgesten, Füllwörter und Floskeln vermeiden – Mit ein wenig Achtsamkeit die eigene Ausstrahlung sofort verbessern.“

Eine positive Ausstrahlung und der persönliche Erfolg stehen in einem direkten Zusammenhang. Deshalb fragt sich so mancher, der auf der Erfolgsleiter weiter nach oben will, wodurch er sein persönliches Auftreten optimieren kann. Ein guter Tipp ist: Beginnen Sie doch einfach damit, zunächst alles zu vermeiden, was einer positiven Ausstrahlung im Wege steht. Das sind oft so vermeintliche Kleinigkeiten wie Verlegenheitsgesten und der übermäßige Gebrauch von Füllwörtern und Floskeln.

Verkäufer: „Darf ich noch hinzufügen, dass …“ Kunde: „Nein!“ Der Verkäufer zuckt mit den Schultern, kratzt sich verlegen hinter dem Ohr und gibt dann nur noch ein betroffenes „Äh“ von sich, bevor der Kunde sich verabschiedet. – Was wie die Persiflage eines Verkaufsgesprächs erscheint, ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, sondern eine Erfahrung, die wohl jeder schon einmal gemacht hat: Ob erfahrene Verkäufer oder Spitzenkräfte aus der Führungsriege – sie alle verschlechtern ihre Ausstrahlung und das gesamte persönliche Auftreten durch verbale und nonverbale Ausrutscher.

Wer an einem souveränen Auftreten interessiert ist, ist also gut damit beraten, alles zu vermeiden, was die persönliche Ausstrahlung beschädigt. Das sind insbesondere Verlegenheitsgesten: Gerade in wichtigen Gesprächen, Verhandlungen, bei Präsentationen oder Reden werden solche Gesten als Zeichen persönlicher Unzulänglichkeiten wahrgenommen, wie zum Beispiel:

  • – ein gesenkter Blick auf den Boden oder hängende Schultern (Ausdruck von fehlendem Selbstvertrauen)
  • – zusammengepresste Lippen (innere Anspannung und Unwohlsein)
  • – mit den Händen ringen (Unentschlossenheit)
  • – Herumspielen mit einem Gegenstand oder zappeliges Wippen mit den Füßen (Nervosität, Unsicherheit)
  • – umherschweifender Blick (Unkonzentriertheit)
  • – Achselzucken (Hilflosigkeit oder Gleichgültigkeit)
  • – sich auf die Unterlippe beißen (Ängstlichkeit, Verlegenheit, Nervosität)

Vermeiden Sie außerdem alle schon tausendfach gehörten Phrasen und leeren Floskeln. Hiermit bedienen Sie lediglich Klischees und schaden Ihrer Glaubwürdigkeit. Alle Sätze, die mit „Darf ich …“ oder gar „Vielleicht darf ich noch …“ beginnen, können Sie getrost streichen. Ebenso Formulierungen wie „Ich will mal so sagen …“, „An und für sich…“, „Unsere innovativen Produkte …“, „In einem kreativen Umfeld …“, „Optimistisch in die Zukunft blicken …“ tragen nur dazu bei, dass die Aufmerksamkeit der Zuhörer rapide nachlässt. Tilgen Sie derartige Phrasen und Floskeln am besten ganz aus Ihrem Sprachgebrauch. Ihre Gesprächspartner werden sich darüber freuen.

Ein weitere störende Marotte sind überflüssige Verlegenheitssilben wie ein einleitendes „Äh“, „Oh“, „Mmmh“ vor jedem Satz. Das wirkt auf jeden Zuhörer im höchsten Maße unsouverän und obendrein wenig kompetent. Achten Sie deshalb aufmerksam darauf, wie Sie sich selbst in Gesprächen präsentieren, und verzichten Sie ganz bewusst auf den Gebrauch dieser Silben.

Und wo Sie schon einmal dabei sind: Vermeiden Sie auch Füllwörter wie „gewissermaßen“, „eigentlich“, „irgendwie“, „im Prinzip“, „im Grunde genommen“ – also alle Begriffe, die Ihre Aussagen verwässern, unnötig aufblähen oder gleich wieder infrage stellen.

Schon durch den Verzicht auf Verlegenheitsgesten und -silben, Füllwörter und Floskeln können Sie Ihre persönliche Ausstrahlung wirkungsvoll verbessern. Das kostet Sie nichts und erfordert nicht mehr als ein wenig Aufmerksamkeit, wenn es um das eigene Verhalten im Gespräch geht.

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Über Stéphane Etrillard

Stéphane Etrillard Stéphane Etrillard ist ein internationaler Keynote Speaker und zählt zu den meistgefragten Rhetoriktrainern im deutschsprachigen Raum. Der mehrsprachige Vortragsredner gilt als führender europäischer Experte für “persönliche Souveränität”. Sein einzigartiges Know-how ist in den letzten 18 Jahren in der Beobachtung und Begleitung von mehreren Tausend Führungs- und Nachwuchskräften aus unterschiedlichsten Branchen entstanden. Mit seinen Privatissima im Bereich Rhetorik, Dialektik und Körpersprache sowie Selbst-PR verhilft er seinen Kunden zu mehr Souveränität in allen Lebenslagen. Zu seinen Klienten zählen Manager aus Top-Unternehmen, mittelständische Unternehmer und Politiker sowie viele Menschen, die sich bei ihm neue Impulse holen, um ihre Kommunikation noch souveräner und ihr Leben erfolgreicher zu gestalten. Durch zahlreiche Vorträge und Publikationen ist er einem breiten Publikum bekannt geworden. Er ist Autor von über 40 Büchern und Audio-Coaching-Programmen, die zu den Business-Topsellern zählen. Täglich lesen über 30.000 Menschen seine Coaching-Impulse in den sozialen Netzwerken.

www.etrillard.com
www.mastermind-coaching.de 

Buchtipp:

Stéphane Etrillard MIT_DIPLOMATIE_ZUM_ZIEL_big
Mit Diplomatie zum Ziel
Wie gute Beziehungen Ihr Leben leichter machen
252 Seiten, 15,6 x 23 cm, gebunden
Gabal-Verlag – März 2013
ISBN 978-3869364735
(hier finden Sie mehr zu dem Rhetorik-Buch für den Unternehmensalltag)

Marc Brümmer

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