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Vertrauen: Selbstkritik, harte Arbeit, nur sehr langfristig

Im Vorfeld des Trust-Events, der am Donnerstag, 15. Mai 2014, von 18:00 Uhr bis 21:30 Uhr, unter dem Titel „Vertrauenskulturen in Frankreich und Deutschland: Was bewirken sie heute und morgen?“ in Frankfurt am Main statt findet, haben wir mit Prof. Dr. Nonnenmacher, Herausgeber der F.A.Z., über das Thema Vertrauen in Unternehmen gesprochen – in Zusammenarbeit mit der mmc AG.

Interview mit Prof. Dr. Nonnenmacher, F.A.Z.

F.A.Z., Günther Nonnenmacher, Frankfurt
F.A.Z. Foto/Daniel Pilar

Schönen guten Tag Herr Prof. Dr. Nonnenmacher, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin 65 Jahre alt. Nach sieben Jahren als Wissenschaftlicher Assistent habe ich mich dem Journalismus verschrieben und bis heute hier zuhause. Seit 32 Jahren bin ich Journalist, davon mehr als 20 als Herausgeber der F.A.Z. tätig. Ein besonderes Interesse habe ich an gesellschafts- und außenpolitischen Fragen, an der Europapolitik und insbesondere an den deutsch-französischen Beziehungen. Seit mehr als 40 Jahren bin ich mit einer Französin verheiratet.

Sie sind einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeine. Wie gehen Sie persönlich als Führungsperson an der Spitze eines Medienunternehmens mit dem Thema Vertrauen um?

In einer hochspezialisierten Redaktion ist es unumgänglich, nach gehöriger Prüfung, in die Urteilskraft der Fachleute für bestimmte Themen Vertrauen zu haben. Um es zu schaffen und zu erhalten, sind ständige Gespräche unerlässlich.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine gut funktionierende Vertrauenskultur in Unternehmen?

Unerlässlich, weil ständige Kontrolle die Kreativität vernichten würde und es zu einer permanenten Überlastung der Führung käme.

Vertrauen, Teamgeist, Hände, Menschen
Gespräche, Gemeinschaftssinn und Teamgeist sind wichtig für eine Vertrauenskultur (Bild: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Was machen Sie als Unternehmer dafür, dass das Vertrauen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern sowie der Mitarbeiter untereinander gestärkt werden?

Neben den Gesprächen, die zur Arbeit gehören, ist die Herausbildung eines Gemeinschaftsgeistes notwendig. Dazu gehören auch gesellige Veranstaltungen, an denen alle sich auch mal im nicht direkt berufsbezogenen Kontext kennenlernen.

Ein Medium, wie Sie mit der F.A.Z. haben, hat eine exponierte Stellung in der deutschen Medienlandschaft. Objektivität und Glaubwürdigkeit sind zentrale Eckpfeiler des Journalismus, um das Vertrauen des Lesers zu gewinnen und zu halten. Wie stellen Sie dies in der täglichen Berichterstattung als FAZ sicher?

Durch Nachfragen, kollektive Diskussionen über Themen, wozu auch gehört, dass sich alle immer wieder selbst in Frage stellen.

Wie können aus Ihrer Sicht Unternehmen verlorenes Vertrauen im Markt wieder zurück gewinnen?

Durch Selbstkritik, harte Arbeit, und nur sehr langfristig.

Was sind Ihre Beweggründe und welche Erwartungen haben Sie, dass Sie als Moderator der Diskussionsrunde den Trust Event am 15. Mai 2014 mit begleiten und gestalten werden?

Ich finde das Thema Vertrauen – in einem breiten gesellschaftlich-politischen Sinn – essentiell. Außerdem interessiere ich mich seit Jahrzehnten für die deutsch-französischen Angelegenheiten und erhoffe mir, dass in der Diskussionen womöglich unterschiedliche Auffassungen und Kulturen deutlich werden.

Herr Nonnenmacher, vielen Dank für das interessante Gespräch.

 

Das Interview führte Oliver Foitzik, Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO.

 

Trust-Event zum Thema Vertrauen in FFM

Unter dem Titel Vertrauenskulturen in Frankreich und Deutschland: Was bewirken sie heute und morgen?“ diskutieren Experten und Praktiker auf dem Trust-Event in Frankfurt, der am Donnerstag, 15. Mai 2014, von 18:00 Uhr – 21:30 Uhr, stattfindet, über Vertrauen und dessen Management.

Diese Veranstaltung wird das Thema „Vertrauensbildung“ näher beleuchten und aufzeigen, wie Vertrauen zwischen Organisationen und Mitarbeitern entsteht. Dabei wird eine große Rolle spielen, wie Franzosen und Deutsche mit der Vertrauensbildung umgehen und wie dies die Zusammenarbeit von französischen und deutschen Unternehmen und Institutionen beeinflusst.

 

Oliver Foitzik

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