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Wahlweise Korianderöl, Kupfer, Silber oder Hygiene gegen multiresistente Bakterien

Portugiesische Wissenschaftler haben eine Untersuchung veröffentlicht, wonach das Gewürz Koriander vor Lebensmittelvergiftungen schützt und sogar die gefürchteten multiresistenten Krankenhauskeime MRSA (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus) abtötet. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Korianderöl mit all seinen Ingredienzien stärker gegen Bakterien wirkt, als sein Hauptbestandteil alleine, das sogenannte Linalool. Die antimikrobielle Wirkung des Öls dürfte daher auf ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Komponenten zurückgehen. Dabei reicht schon eine dünne Lösungen mit einem Öl-Anteil von 1,6% und weniger, um das Bakterienwachstum zu hemmen. Gegen zehn von zwölf Stämmen war das Korianderöl bereits in dieser niedrigen Konzentration tödlich. Der beteiligte Wissenschaftler Domingues: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Korianderöl die Membran zerstört, welche die Bakterienzelle umgibt. Das zerstört die Barriere zwischen der Zelle und ihrer Umgebung und hemmt essenzielle Prozesse wie die Atmung. Das führt letztendlich zum Tod der Bakterienzelle.“ Jährlich erkranken allein in Deutschland mehrere zehntausend Menschen an dem gegen gegen Antibiotika resistenten Krankenhauskeim MRSA, etwa 1.500 sterben daran. Europaweit stecken sich jährlich rund drei Millionen Menschen damit an, rund 50.000 sterben in der Folge. Koriander wird bereits nicht nur in der Küche sondern auch in der Volksmedizin, der Pharmazie und der Lebensmittelindustrie eingesetzt.

Die Situation mit den multiresistenten Krankenhauskeimen sei in ganz Europa sehr besorgniserregend. Einzig die Niederlande würden laut Experten aufzeigen, dass man mit strengster Hygiene weit kommt und selbst diese gefährlichen Keime ganz gut abwehren kann. Dies bestätigten auch kanadische Wissenschaftler: An der University of Alberta in Edmonton wurde eine Studie zu Desinfektionstüchern bei den gefürchteten Krankenhauskeimen durchgeführt. Das erstaunliche Ergebnis: Mit einem lediglich mit Salzwasser befeuchteten Tuch lassen sich Kunststoffoberflächen ebenso wirkungsvoll von Bakterien befreien wie mit Desinfektionstüchern. Allerdings muss man mindestens dreimal über die Oberfläche wischen. Bei einem dreimaligen Wischen wurden 88% mehr Keime entfernt als mit einer einmaligen Desinfektion. Fünfmal wischen bringt keinen weiteren Vorteil. Dies bestätigt den Befund in den Niederlanden: Die überlebenswichtige ordnungsmäßige Desinfektion findet offenbar außerhalb Hollands überwiegend nur noch schlampig und ungenügend statt.

Auch Kupfer und Silber haben eine schon seit der Antike bekannte keimabtötende Wirkung. Derzeit testet ein Krankenhaus im britischen Birmingham diese Wirkung. Dafür wurde eine komplette Station mit kupferbeschichteten Türklinken, Griffen und Lichtschaltern ausgestattet. In Belgien und Frankreich laufen ähnliche Versuche mit Silber.

Eine alternative zu Antibiotika ist dringend geboten: Zwischen 1950 und 1980 kamen noch 200 neue Antibiotika auf den Markt, zwischen 1980 bis 2010 dann nur noch 55, davon lediglich sieben in dem letzten Jahrzehnt. Laut den Experten dauert es Jahre, um dieses Forschungsfeld zu revitalisieren. Die vielversprechenden Erfolge sind daher von großer Bedeutung. Vielversprechend hat sich auch die Rotalge erwiesen: Sie tötet nicht nur Malariaerreger ab, sondern auch den gefürchteten resisten Krankenhauskeim MRSA.

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