Einsichten & Ansichten

Dem Gefühl vertrauen: Der Umgang mit Herausforderungen

Besonders in Lebensphasen, in denen Veränderungen und große Herausforderungen anstehen, ist der Verstand oft wenig hilfreich. Viel besser ist es, auf sein Gefühl, seinen Bauch zu hören. Doch das haben wir leider oft verlernt. Trainerin und Werte-Coach Claudia Kloihofer gibt in ihrem heutigen Beitrag zur Themenserie “Signale des Körpers” Tipps, wie es uns gelingt, wieder auf unser Gefühl und unsere innere Führung zu vertrauen.

 

Unser Verstand „will“ ordnen und sortieren. Und uns gleichzeitig auch in die Irre führen, weil er nur Ratgeber der bereits gemachten Erfahrungen sein kann und nicht auch Ratgeber des augenblicklichen Bauchgefühls.

Verwirrung zulassen und an Leichtigkeit gewinnen

Nichtwissen und Verwirrung enthalten eine unglaubliche Kraft. Sie dienen als eine der intensivsten Quellen für einen Neubeginn, weil sie uns bereitmachen, mehr als nur bereits bekannte Lösungen zu antizipieren. Wir werden wacher für kleinste Signale und Hilfen im Inneren und im Außen. Das Leben zeigt in jedem Moment seine schöpferische Kraft und webt aus unseren Gedanken und Vorstellungen unaufhörlich unsere Wirklichkeit. Worauf uns alte Weisheitslehren zu allen Zeiten immer schon hingewiesen haben, unterstützen uns heute die neuen Wissenschaften. Wenn Hans Peter Dürr meint, „dass alle Wirklichkeit keine starre Realität ist. Alles da ist! Wir nur den Raum für deren Entfaltung erzeugen brauchen“, gehört er zu den Pionieren, die Mut machten, loszulassen und neue Wege zu finden.

Wenn der Verstand endlich ruhig ist, dann kann aus diesem Moment höchster Präsenz etwas Neues entstehen. Diese Erfahrung will gemacht werden. Die Wissenschaft der Quantenphysik bestätigt dieses Erleben und stillt damit den Durst des Verstandes. Nur sind viele irritiert, wenn die Stille zu viel Raum einnimmt. Doch gleichzeitig tut sie uns auch gut. Denn der Verstand darf pausieren, er hat uns lange genug mehr oder weniger hilfreiche Dienste erwiesen und sich viel zu viel Platz verordnet. Es ist Zeit, mehr und mehr das Gefühl und das Empfinden ins Zentrum zu rücken und aufzupassen, was damit und daraus geschieht. Was geschieht, wenn sich Verstand und Gefühl die Aufmerksamkeit ihres Besitzers teilen. Spannende Zeiten und unendliche Chancen liegen darin, im Momenterleben anzukommen und zwanglos und unbeschwert dem eigenen Gefühl Ausdruck zu verleihen. Wir beginnen dem eigenen inneren Rhythmus zu folgen und leicht zu werden. Das entspannt und macht frei. Denken Sie daran, wie ansteckend Ihre Heiterkeit sein kann, wenn sie voll aus ihrem Herzen kommt! Neues öffnet sich, ein klares, inneres Wissen findet im Job, im Privatleben und im Freundeskreis ganz einfach Platz. Wir beginnen, mit der Weisheit des Unbewussten Kontakt aufzunehmen. Damit entstehen auch die Selbstorganisation und der echte Ausdruck, der das Ich zum Vertrauen ermutigt. Das Leben nimmt seinen Lauf, wie es das immer schon getan hat.

gefühl
Wenn das Gefühl der Heiterkeit aus vollem Herzen kommt, reißt es andere mit. (Bild: lichtkunst.73 / pixelio.de)

Kontrolle sein lassen und dem Gefühl vertrauen

Im Nichtwissen werden wir offen für das, was mit dem Denken nicht zu erfassen ist. Anfangs meinen wir hilflos, verwirrt und ziellos zu sein. An jenem Punkt der inneren Hilflosigkeit, an dem wir das Wollen loslassen, empfinden wir Instabilität. Wir suchen nach Möglichkeiten und denken im Kreis, anstatt den Fokus der Aufmerksamkeit wie eine Videokamera zu verändern, die Gedanken anzuhalten und still zu werden. Wie ein Künstler, der den Mut hat, vor einer weißen Leinwand zu sitzen und zu warten, bis ihm etwas einfällt, bis ihn sozusagen die „Muse“ küsst, könnten wir zulassen, dass „etwas“ passiert und für uns eine gute und gangbare Lösung entsteht. Wir könnten lernen, darauf zu vertrauen, einmal nichts tun zu müssen, und auch nichts tun zu wollen, sondern abzuwarten, zuzulassen und wach- sam zu sein. Weg von der „eigenen“ Geschichte, hin zum Leben ohne Wollen. Nur daraus kann sich dann etwas entwickeln, das den Verlauf der Sache oder eines Inhalts völlig verändern vermag. Die Begrenzungen unserer Vorstellungen verhindern die Möglichkeiten, die sich ergeben können, wenn wir uns darauf einlassen. Man könnte auch sagen, das „Wollen“ verhindert, dass der Zufall die Regie übernehmen kann, dass etwas Größeres in unserem Leben passieren könnte, wenn wir nur dem Zufall eine Chance geben würden.

Schritte zu neuen Perspektiven

In meinem Buch „Signale des Körpers“ finden Sie ein Programm für mehr Leichtigkeit und neue Perspektiven. Hier ein Auszug:

1. Lernen Sie aus Ihrem Erlebten! Denken Sie, dass es das Leben schon sehr hart mit Ihnen meint? Haben Sie das Gefühl, in einer Umbruchphase allein zu sein? Oder haben Sie den Eindruck in einer Wendezeit festzustecken, die hart an Ihre Grenzen geht? Was Ihr Schicksal, Ihre Erfahrung Sie lehrt, ist nicht immer gleich zu erkennen. Nutzen Sie die Chance, die Ihnen das Leben schenkt! Finden Sie die Perlen aufgrund Ihrer Erfahrungen, tanken Sie Kraft im Ausruhen, im Zurücklehnen und Reflektieren, um wieder stark auf eigenen Beinen stehen zu können.

2. Gewinnen Sie Ihre Lebenskraft zurück! Fühlen Sie sich belastet? Kennen Sie das Gefühl, erfolgreich sein zu müssen, damit Sie Ihre Träume verwirklichen können, und diese Verwirklichung dann doch nicht schaffen, weil Sie regelmäßig knapp vor dem Ziel scheitern? Plagen Sie körperliche Symptome? Fehlt Ihnen eine glückliche Beziehung? Oder bekommen Sie trotz Anstrengung den ersehnten Job nicht? Manchmal sind es blockierte Energien oder hemmende Überzeugungen, die uns daran hindern, unser Gefühl voll zum Ausdruck bringen zu können. Denn dort, wo es nicht leicht ist, sind wir auch nicht in Harmonie mit uns selbst. Nehmen Sie einfach einen Stein oder ein anderes Symbol der Schwere und lassen Sie die Sorgen dort hineinfließen. Lassen Sie Ihre persönlichen Mühlsteine, Lasten und Blockaden los und „entsorgen“ Sie Ihre symbolischen „Helfer“ in der Natur oder in einem Fluss. Dadurch gewinnen Sie das Gefühl des Glücklich-Seins wieder. Statt sich mit einem Gefühl der Angst, Problemen zu plagen, finden Sie Erleichterung. Befreien Sie sich von „Was wäre, wenn“-Fragen und richten Sie sich auf Ihre Ziele und Ergebnisse aus. Gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor! Suchen Sie Lösungen in schwierigen Situationen, denn das gibt Kraft, emotionale Stabilität und mentale Stärke. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl! Denken Sie in größeren Dimensionen. Lassen Sie los, was sich erledigt hat, so richten Sie sich auch spirituell aus.

3. Neigen Sie dazu, sich und andere negativ zu bewerten? Fällt es Ihnen schwer, in Ihrem Leben positive Gedanken zu finden? Oder fühlen Sie sich als Opfer der Umstände, die Sie gerade erleben? Negative Gedanken und Sprachmuster bremsen Ihre Seele und hindern Sie am Vorwärtskommen? Negative Gedanken wirken wie Gift auf Sie und Ihr Umfeld. Jedes Gefühl der Negativität lenkt Sie von Ihrem Ziel ab. Mehr Tipps finden Sie in meinem Buch „Signale des Körpers“.

4. Der inneren Führung vertrauen- eine Medizin für die Seele
Wer seinem Gefühl folgt, vertraut dem Leben und dem Background, der das Leben formt. Wenn wir für die Möglichkeiten, die sich uns täglich anbieten, offen bleiben, gelingt es uns, das Leben mit Leichtigkeit anzunehmen und zu gestalten. Wir müssen nichts festhalten, weil alles im Universum auf Fülle ausgerichtet ist. Wenn es uns gelingt, in Einklang mit dem zu sein, was uns ausmacht, verringern wir die Kluft, die zwischen dem Wollen und der Wirklichkeit entstanden ist. Zum Beispiel bringen wir das Handeln, das Denken und das Wollen in Übereinstimmung mit dem, was wir sein möchten. Dann fangen wir an, uns selbst zu entdecken, uns selbst zu vertrauen und unser innerstes Wesen zu zeigen. Damit beginnt eine Art Umbau der inneren Bilder, die wir von uns selbst über viele Jahre hindurch gemacht haben. Bilder, die unser Handeln beeinflussten und unseren Glauben und unsere Werte ausmachten. Die Frage, ob es eigene Bilder sind oder jene, die weitergedacht wurden, geprägt aus den Denkmustern von Familien und Vorbildern, ist dabei nicht wichtig. Denn dieser innere Umbau der Bilder ist nicht nur ein bewusster Entschluss, nein, es ist ein innerer Vorgang, dazu zu werden, wie wir gerne sein wollen. Es gilt, ein realistisches und ehrliches Selbstbildnis zu entwickeln und jenen Quellen nachzugehen, die diese Bilder speisen. Um dadurch die eigene Würde und das eigene Glück wiederzuerlangen.

 

inneren Stimme, spirale der negativität
Bild: © Manuela Michelar

Über Claudia Kloihofer

Claudia Kloihofer ist Vortragsrednerin, Trainerin und Werte-Coach. Sie ist selbständige systemische Unternehmensberaterin, Mutmacherin und Lebensberaterin. Mit dem von ihr gegründeten Mutmachinstitut ermuntert sie Menschen, ihrer Intuition zu vertrauen. Die Expertin und Autorin berät Firmen und Organisationen bei der Entwicklung eines klaren Werteprofils, hilft neue Perspektiven bei Veränderungen zu finden und ermutigt  Unternehmen und Führungsmannschaften, wieder auf Vertrauen und Menschlichkeit zu bauen. Unternehmen wieder positiver, energiereicher und  wertvoller zu gestalten. Die Mitpreisträgerin des Constantinus Awards für den Bereich Personal&Training ist gefragte Referentin zu ihren Themen und publiziert in verschiedenen Fachzeitschriften. Mehr über Claudia Kloihofer erfahren Sie auch unter http://www.mutmachinstitut.at.

Claudia Kloihofer bietet für Führungskräfte ein Coaching unter dem Titel “Intuitive Führungskompetenz entwickeln” an. Dort werden emotionale, organisatorische und strategische Intelligenz geschult. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Lesen Sie auch die vorangegangenen Beiträge zur Themenserie “Signale des Körpers”

Die Spirale der Negativität vermeiden

Mit Hilfe der inneren Stimme zu Höchstleistungen

Katja Heumader

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