Finanzen

Factoring: Auslagern der Rechnungsforderungen und Absicherung gegen Zahlungsausfälle

Schlechte Zahlungsmoral ist für Unternehmen und Selbstständige nicht nur ein Ärgernis, sondern kostet richtig viel Geld. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kosteten zu spät beglichene Rechnungen und Zahlungsausfälle Europas Unternehmen im Jahr 2012 rund 350 Milliarden Euro, sieben Prozent mehr als noch im Vorjahr und drei Prozent aller Forderungen insgesamt. Dabei kann allein schon das verspätete Bezahlen der Rechnungen zu erheblichen Liquiditätsproblemen führen, mit entsprechenden Folgekosten. Eine mögliche Lösung: Das Auslagern der Rechnungsforderungen – das Factoring.

Factoring: Der Verkauf von Forderungen

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Factoring als den „Verkauf von Forderungen, um direkt Zahlungseingänge auch bei erst späterer Forderungsfälligkeit zu realisieren und das Ausfallrisiko samt dessen Überwachung abzuwälzen“. Dabei werden in der Regel kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an gewerbliche Kunden an eine Factoringgesellschaft (sog. Factor) ausgelagert. Forderungen an Verbraucher werden zumeist nicht angekauft. Dabei übernehmen die Factoringgesellschaften häufig auch das Delkredererisiko, wodurch der Auftraggeber zugleich auch vor Zahlungsausfällen, die auf der Zahlungsunfähigkeit seiner Abnehmer beruhen, abgesichert ist.

Hermesdeckungen: Exportkreditgarantien

Für Zahlungsausfälle, die aufgrund politischer Risiken in Exportländern entstehen, werden von Factoringgesellschaften in der Regel nicht übernommen. Hier greifen die Exportkreditgarantien des Bundes, die so genannten Hermesdeckungen. So sicherte die deutsche Bundesregierung im Jahr 2012 deutsche Exporte in Höhe von 29,1 Milliarden Euro mit Exportkreditgarantien ab. Im Zentrum der staatlichen Absicherung standen dabei Exporte in Schwellen- und Entwicklungsländer, die mit einer Summe von 25,4 Milliarden Euro für 87,5 Prozent der in 2012 gewährten Hermesdeckungen standen. In dieser Win-Win-Situation exportierender Unternehmen und dem Steuerzahler in Form des Bundes wurde dabei ein Jahresüberschuss in Höhe von 383,8 Millionen Euro erzielt und dem Bundeshaushalt gutgeschrieben.

Laut dem Münchner ifo-Institut haben die öffentliche Exportkreditgarantien in den Jahren 2000-2010 dazu beigetragen, dass die begünstigten Unternehmen verglichen mit Unternehmen ohne Kreditgarantien die Exporte um 4,5 Prozentpunkte im Jahr der Garantiegewährung und die Beschäftigung um 3 Prozentpunkte steigern konnten.

Factoring und Finanzierung

Aufgrund der Nähe der Aufgabenfelder bieten entsprechende Unternehmen häufig gleichzeitig Factoring sowie auch eine Unternehmensfinanzierung an. Wer sich für den Verkauf, sprich das Auslagern seiner Rechnungen interessiert und zugleich weiterführende Informationen über eine einfache Unternehmensfinanzierung unabhängig von Banken sucht, kann sich beispielsweise bei der Finanzierung.com GmbH informieren, die ein kompetenter Ansprechpartner für beide Dienstleistungen zugleich ist.

(mb)

Marc Brümmer

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