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Große Datenmengen – Fluch oder Segen?

Die Datensammelwut nimmt zu – das liest man immer wieder. Besonders die Deutschen sind skeptisch, was das Sammeln und Speichern von Daten angeht. Dabei haben wir viele Verbesserungen in unserem Leben „Big Data“, also der Sammlung und Auswertung großer Datenmengen zu verdanken. Aber es gibt auch dunkle Seiten – Kenneth Cukier schildert beide Seiten von „Big Data“ im Video.

[Anmerkung der Redaktion: Das hier eingebettete Video wurde (vorübergehend) entfernt, ist jedoch weiterhin hier zu finden: TED Talks / YouTube.]

 

Große Datenmengen so einfach nutzbar wie nie zuvor

Alle Informationen, die Edward Snowden der NSA stahl, passten auf einen Stick, so groß wie ein Fingernagel und verbreiten sich in Lichtgeschwindigkeit auf der ganzen Welt. Große Datenmengen kann man heute so einfach wie nie zu vor speichern, kopieren, teilen, auswerten und verwenden. Vielen macht das Angst, die Warnung vor dem „gläsernen Menschen“ ist beinahe so alt wie der Mikrochip. Aber große Datenmengen haben auch dazu beigetragen, unser Leben sicherer, gesünder und bequemer zu machen.

Informationen für eine bessere Lebensqualität

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Screenshot aus: Kenneth Cukier: Big Data is Better Data (© TED / YouTube; Originalvideo unter https://www.youtube.com/watch?v=8pHzROP1D-w)

„Big Data“, also Daten, die von Computern gesammelt werden, dienen vor allem Forschungszwecken. Große Datenmengen, die so entstehen, werden genutzt, um Vorhersagen über unser Verhalten zu treffen. Beispielsweise im Straßenverkehr: Sensoren im Fahrersitz könnten erkennen, wenn der Fahrer dabei ist, einzuschlafen und dann dafür sorgen, dass er wieder wach wird, und auf den nächsten Parkplatz fährt. Auch in der Krebsforschung haben große Datenmengen schon erhebliches geleistet: Computer erkannten bei einer Biopsie bislang unbekannte Krebszellen – auf Basis von Daten, die sie bislang gesammelt hatten.
Große Datenmengen können also zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden: Mittels Big Data lässt sich vielleicht der Hunger in der Welt bekämpfen und Medikamentenstudien durchführen. Unsere Umgebung kann sicherer werden.

Big Brother is watching you

Aber große Datenmengen können nicht nur zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden, Szenarien wie die Dystopie „1984“ von George Orwell schüren schon seit fast 100 Jahren die Ängste der Menschen vor zu vielen Informationen.
Amazon beispielsweise (und auch alle anderen Online-Shops) haben Algorithmen, mit denen sie das Kaufverhalten ihrer Kunden auswerten und auf Basis der großen Datenmengen Kaufempfehlungen abgeben. Kritiker geben zu bedenken, dass einem mit solchen Algorithmen im Netz nur noch Informationen vorgeschlagen und präsentiert werden, die ins Weltbild passen. Neue, vielleicht unbequeme Informationen gelangen so gar nicht mehr ins Bewusstsein. Die perfekte Gehirnwäsche also?

Katja Heumader

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