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Gut geschützt durch Coaten? Wie das Verfahren zur Lebensmittelindustrie passt

Coaten, Coating, Lebensmittel haltbarer machen, Transportschäden vermeiden

Ein neuer europäischer Rekord, allerdings im negativen Sinne: 2016 produzierte jeder Deutsche über 220 Kilo Verpackungsmüll. Deutlich darunter lag das europäische Mittel mit rund 167 Kilo. Verantwortlich für diese enorme Menge ist einmal der anhaltende Boom des Online-Versands hierzulande. Doch auch weggeworfenes Essen spielt eine große Rolle. Damit Nahrungsmittel nicht vorzeitig verderben, gibt es eine Reihe von Aspekten, die nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen beachten sollten. Erfahren Sie hier, wieso Coaten hier entscheidend sein kann, damit bestmögliche Qualität und eine lange Haltbarkeit von Produkten erzielt wird.

Was steckt hinter Coaten oder Coating?

Allem voran ist Coating oder Coaten die englische Bezeichnung für das Umhüllen einer Substanz. Diese Methodik, die schon im 19. Jahrhundert bei der Süßwarenproduktion genutzt wurde, beschreibt im Deutschen das Beschichtungsverfahren sowie das dafür notwendige Material. Obschon es besonders häufig bei der Medikamentenherstellung verwendet wurde, haben längst auch andere Branchen – darunter die Lebensmittelindustrie – die Vorteile des Verfahrens erkannt. Denn das Überziehen von Lebensmittel mit einem spezifischen Bezug kann dazu beitragen, Lager- und Transportbeschädigungen von Nahrungsmitteln zu vermeiden.

Dabei kann man je ach den zu erzielenden Produkteigenschaften zwischen zwei Coaten-Methoden unterscheiden: Erstere, die Wirbelschichttechnologie, konzentriert sich insbesondere auf das Überziehen kleiner Partikel und wird in der Lebensmittel- und der pharmazeutischen Industrie angewendet. Bei größeren Objekten kommt das sogenannte Trommel-Coaten zum Einsatz. Der Überzugsprozess charakterisiert sich dadurch, dass in einer langsam sich drehenden Trommel verschiedene Sprühdüsen und -kegel angebracht sind, die das Produkt mit einer gleichmäßigen Schicht ummanteln.

Wieso wird Coaten in der Lebensmittelindustrie eingesetzt?

Beim Coatingverfahren bei Sternmaid werden beispielsweise Lebensmittel mit einer gleichmäßigen Schicht überzogen, die diese in erster Linie vor äußeren Einflüssen schützt. Zu diesem Zweck besteht die Beschichtung aus geschmolzenen Fetten oder in Wasser gelösten Bestandteilen. So gewinnt das Produkt einerseits Stabilität. Auf der anderen Seite ist das ummantelte Objekt weniger anfällig gegenüber Umwelteinflüssen, Schädlingen oder Flüssigkeiten, die die Qualität negativ beeinflussen können. So wird beispielsweise unterbunden, dass Lebensmittel an Aroma oder Geruch verlieren. Gleichzeitig lässt sich die Freisetzung von Inhaltsbestandteilen kontrollieren, abhängig von einer bestimmten Temperatur oder unter mechanischer Einwirkung.

Kurz und kompakt: 7 Coaten-Vorteile

De facto bietet Coaten eine Reihe von Vorteilen, die sich Unternehmen der Lebensmittelindustrie zu Eigen machen können. Denn das Verfahren…

  1. Schützt vor Schädlingsbefall
  2. Verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit oder Sauerstoff
  3. Bewahrt die Gerüche und Aromen
  4. Verbessert die Dosierung
  5. Schützt vor Verschmutzung und Staub
  6. Ermöglicht eine kontrollierbare Freigabe von Inhaltsstoffen
  7. Optimiert die Lager- und Transportstabilität.

Vor diesem Hintergrund können Firmen profitieren, wenn sie sich für den Überzug der Waren entscheiden. Mitbedacht muss allerdings auch der Zielort der Produkte, genauer gesagt, die rechtlichen Bedingungen der jeweiligen Länder.

Rechtliche Besonderheiten

Geltende länderspezifische Zulassungsrechte dürfen jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Zwar orientieren sich viele Nationen an den Vorschriften, die etwa in den USA oder EU-weit Gültigkeit besitzen. Doch insbesondere bei Farbstoffen führt nahezu jedes Land eigene Verordnungen, die die Zusammensetzung des Überzugs bestimmen. Berücksichtigt werden muss ferner, dass es auch Mengenbegrenzungen für unterschiedliche Stoffe gibt: so beschränkt etwa Japan die Menge an Maisstärke, die in Beschichtungen vorhanden sein darf.

Karin Kreuzer

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