Personal

Marktstudie: 40-plus-Mitarbeiter bilden inzwischen die Mehrheit

In fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen beträgt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter mehr als 40 Jahre. Zu wenig junge Fachkräfte rücken nach. Vakante Stellen können erst nach langer Suche besetzt werden. Das geht aus der Marktstudie „Managementkompass Demographiemanagement“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut hervor.

Wider besserem Wissen hapert es bei der Umsetzung

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Trotz prognostizierten steigenden Bedarfs denken viele Unternehmen kaum über das Thema neue Mitarbeiter nach. (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Unternehmen zwar wissen, dass sie tätig werden müssen, jedoch hapert es bei der Umsetzung. So sind zum Beispiel eigene Budgets für geeignete Maßnahmen, um die Auswirkungen der alternden Belegschaften abzufedern, eher die Ausnahme. Auch separate Teams, die sich um das Demographiemanagement kümmern sowie die Unterstützung durch IT, sind selten.

Kaum jemand plant langfristig

Nur 16 Prozent  der Unternehmen setzen bereits eine spezielle Software für das Talentmanagement ein. Zudem fehlt es häufig am nötigen Blick in die Zukunft. Nur 15 Prozent der Arbeitgeber planen ihren Personalbedarf über einen Zeitraum von fünf Jahren und mehr im Voraus. Dies zeigt eine Erhebung bei Unternehmen in Baden-Württemberg.

Personalcontrolling rückt zunehmend in den Fokus

Angesichts begrenzter Mittel in den HR-Abteilungen rückt das Personalcontrolling in den Fokus der Unternehmen. Die Ziele sind effizientere Einstellungsprozesse und weniger Streuverluste bei den Rekrutierungsaktivitäten. Für die Analyse fehlen allerdings häufig valide Zahlen. „Eine stärkere Steuerung von Rekrutierungsmaßnahmen über messbare Kennzahlen ist essentiell“, sagt Thomas Dorow, Experte für Human Capital Management bei Steria Mummert Consulting. „Nur so lässt sich die Altersstruktur im Blick behalten, die Besetzung von Nachfolgern im Voraus planen und Maßnahmen nach Zielgruppen ausrichten“, so Dorow.

Um Mitarbeiter wie um Kunden werben

Darüber hinaus wollen die Unternehmen den Service für Bewerber verbessern. Personaler sollen schneller auf Bewerbungen reagieren. Abläufe bei Online-Bewerbungen sollen vereinfacht werden. „Unternehmen, die künftig die besten Mitarbeiter für sich gewinnen wollen, sollten sie wie Kunden umwerben. Was im Kundenmarketing als Customer Relationship Management heute gang und gäbe ist, lässt sich im Personalmarketing in Form von Candidate Relationship Management auch etablieren“, sagt Thomas Dorow.

(cs mit Informationsmaterial von Steria Mummert Consulting)


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Weiterführende Informationen:

Die Studie „Managementkompass Demographiemanagement“ von Steria Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut bietet Kompaktwissen für Manager. Sie zeigt anhand von Expertenbeiträgen aus Praxis und Wissenschaft, wie Unternehmen dem demographischen Wandel entgegenwirken und die Potenziale älterer Mitarbeiter optimal nutzen. Sie beinhaltet zudem die wichtigsten Ergebnisse der gleichnamigen Potenzialanalyse. Dafür wurden im Juli 2013 in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung 229 Fach- und Führungskräfte aus dem Bereich Personal oder Geschäftsführer in Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von 100 und mehr befragt.

Christoph Schroeder

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