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Sicherheit im Internet: Risikofaktor Mensch?

Wie sicher sind unsere Daten im Internet? Eine Studie von TU Wien und Universität Wien nimmt das Verhalten österreichischer Unternehmen und Privatpersonen unter die Lupe.

Sicherheit im Internet: Risikofaktor Mensch?
Copyright: TU Wien

Was nützen die besten Sicherheitsvorkehrungen, wenn wir sie achtloserweise nicht nutzen? Oft ergeben sich Datensicherheits-Risiken nicht durch technische Fehler sondern durch den Faktor Mensch. In einer gemeinsamen Studie, finanziert durch das österreichische Sicherheitsforschungsprogramm KIRAS, untersuchten die TU Wien und die Universität Wien daher nun das Verhalten von Firmen, Behörden und Privatpersonen beim Thema Internetsicherheit. Noch immer ist das Problembewusstsein nicht in allen Bevölkerungsgruppen ausreichend hoch, die Studie liefert zahlreiche Handlungsempfehlungen für mehr Datensicherheit.

809 BürgerInnen, 255 Unternehmen und 252 Behörden wurden telefonisch zu IT-Sicherheitsthemen befragt. Ausgewählte Aspekte dieser IT-Sicherheitsthemen wurden dann zusätzlich in qualitativen Interviews mit BürgerInnen, Unternehmen und Behörden und zwei Online-Erhebungen (415 Unternehmen, 3549 Studierende) vertiefend erforscht.

Problembewusste Unternehmen, Leichtsinn bei Jüngeren und Älteren

„Die gute Nachricht: Die größeren Behörden und Unternehmen in Österreich zeigen ein hohes Sicherheitsbewusstsein im IT-Bereich“, sagt Stefan Fenz vom Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme der TU Wien. Über 95% der Befragten bezeichnen das Thema als wichtig oder sehr wichtig. Je größer eine Behörde oder ein Unternehmen, umso besser ist die Qualität der Sicherheitsmaßnahmen und die Verbreitung von Krisennotfallplänen.

Auch bei Privatpersonen ist durchaus ein hohes IT-Sicherheitsbewusstsein festzustellen, allerdings bestehen starke Unterschiede zwischen den Altersklassen: Weder für die jüngeren (unter 25 Jahre) noch für die älteren Befragten (über 61 Jahre) ist IT-Sicherheit ein zentrales Thema. „Bei Personen über 46 Jahren ist das Sicherheitswissen generell nur schwach ausgeprägt“, beklagt Sylvia Kritzinger vom Fakultätszentrum für Methoden der Sozialwissenschaften der Universität Wien – und selbst wer sich des Problems bewusst ist, handelt nicht notwendigerweise vernünftig: Auch unter den gut informierten treffen 19% nur unzureichende Sicherheitsmaßnahmen.

Christoph Schroeder

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