Marketing

So erkennt man Netzwerke mit Mehrwert

„Gemeinsam sind wir stark“. Dies gilt natürlich auch für Selbständige oder kleine Unternehmen. Ob sie sich allerdings in Vereinen, Verbänden oder vergleichbaren Organisationen engagieren, hängt vom individuellen Nutz- und Mehrwert ab, welche die jeweiligen Netzwerke für sie haben. Masse, also die schiere Größe einer Institution, steht für sie nicht im Mittelpunkt ihres Interesses. Nach welchen fünf Gesichtspunkten Selbständige und Kleinunternehmer sich Berufsverbände, Vereine oder Fachorganisationen aussuchen sollten, hat jetzt der interdisziplinäre Expertenverbund Ultimo* untersucht. Wir bieten Ihnen die wichtigsten Ergebnisse in einem Kompaktüberblick.

Aspekt Nr. 1: Der gute Ruf

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Netzwerke bieten Unternehmer ideale Voraussetzungen für ihren Geschäftserfolg. (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Bedenken Sie stets: Ihr guter Ruf verkauft! Sonst nichts. Deshalb ist es Unternehmen, die darüber nachdenken, Netzwerke für ihre geschäftlichen Zwecke zu nutzen, besonders wichtig, dass diese über einen guten Ruf in der jeweiligen Branche verfügen – spätestens dann, wenn mit der Mitgliedschaft auch geworben werden soll. Prominente Mitglieder oder Marktführer in den Verbandsreihen sind hier ein ebenso guter Indikator wie auch besonders hohe Aufnahmekriterien. Wer auf den guten Ruf einer Organisation besonderen Wert legt, sollte allerdings bereit dafür sein, höhere Beiträge in Kauf zu nehmen. Der Nutzen, der sich aus dem Imagetransfer ergibt, wiegt das jedoch auf.

Aspekt Nr. 2: Netzwerkultur

Längst ist Unternehmenskultur Erfolgsfaktor statt „Sozial-Gedöns“. Das gilt für Netzwerke gleichermaßen. Ist ein gutes Miteinander gewollt und wird es gefördert oder bleibt dies dem Zufall überlassen? Wichtige Antworten auf diese Fragen sind beispielsweise:

  • besondere Veranstaltungen,
  • Mitgliederverzeichnisse,
  • ein Intranet,
  • Mentoren-Programme.

Summa Summarum: Was unternimmt die Organisation, um Synergien zwischen Mitgliedern zu schaffen? Auch hier gilt, das Mitglied muss wissen, was es möchte: schicke Räume, ein aktives Netzwerk, originelle Events oder fachlichen Austausch – es kommt auf die Kultur der Mitglieder und die Philosophie an. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es allerdings nicht.

Aspekt Nr. 3: Welche Möglichkeiten der Selbstdarstellung bieten Netzwerke?

Vielen Unternehmern ist es wichtig, im Kreise der anderen Verbandsmitglieder präsent und sichtbar zu sein. Insbesondere dann, wenn die Organisation nahe an der eigenen Kundenzielgruppe liegt, ist das ein wichtiger Gesichtspunkt. Aus diesem Grund gilt es, vor einer Mitgliedschaft, sich folgende Fragen zu stellen:

  • Welche Möglichkeiten in Sachen Werbung, PR und Selbstdarstellung bietet die Organisation?
  • Die Präsenz auf der Verbandswebsite?
  • Eintrag in ein Mitgliederverzeichnis?
  • Beitrag in einem Mitgliedermagazin?
  • Sponsoring von Veranstaltungen?

Manche Organisationen vermitteln auch Plattformen Dritter, auf denen sich Mitglieder präsentieren können. Solche Kooperationen, etwa mit Messen – die auch in Zeiten von XING, LinkedIn & Co. zu einem der wichtigsten Netzwerk- und Marketingplattformen gehören – Verlagen, Presseportalen oder Werbepartnern können auch die Sichtbarkeit des Mitglieds erhöhen. Es kann sich lohnen, hier nach besonderen Konditionen zu fragen und derartige Kooperationen zu nutzen.

Aspekt Nr. 4: Qualitativ hochwertige Vorträge

Hier gilt: Wer etwas zu sagen hat, sollte sich Verbände aussuchen, die dies auch zulassen. Denn Vorträge sind eine besonders attraktive Art, sich selbst als Mitglied einer Organisation in Szene zu setzen – vorausgesetzt man liefert seinen Mitgliedern mit seiner Präsentation auch wirklichen Mehrwert. Umgekehrt möchte man natürlich wissen, ob die infrage kommenden Netzwerke ihre Mitglieder zu Vorträgen einladen, die diese entweder unternehmerisch oder persönlich weiterbringen.

Aspekt Nr. 5: Individualität und Eigeninitiative

Wichtig ist auch die Frage, welchen individuellen Raum Netzwerke für einzelne Mitglieder zulassen. Ist es möglich, eigene Veranstaltungsformate anzubieten und dazu eventuell ergänzende Ressourcen zu nutzen? Ist es vielleicht sogar möglich, eine Funktion oder Repräsentanz zu übernehmen? Und unterstützt die Organisation dabei oder überlässt sie solche Initiativen dem Zufall? Engagement macht anziehend und kann ein Möglichkeit sein, nachhaltig Wirkung zu erzielen.

Fazit: Win-Win ist entscheidend

„Die Vielzahl von Verbänden und Organisationen hat für jeden etwas zu bieten – ob Geselligkeit, Netzwerk, Exklusivität oder Marketing im weitesten Sinne. Die Investition von Geld und Zeit muss sich individuell lohnen. Deswegen sollten sich gerade kleine Betriebe und Soloselbständige die Zeit nehmen, sich mit der optimalen Auswahl zu beschäftigen“, so der Diplom-Betriebswirt und Franchise-Experte Jens Wörmann. Um sich für eine Organisation zu entscheiden, sollten mindestens drei der oben genannten Punkte  positiv bewertet werden, lautet Wörmanns Empfehlung. Letztlich sei es aber auch eine Budgetfrage – vor allem dann, wenn um alle Interessen zu befriedigen mehrere Mitgliedschaften notwendig sein sollten.

*Über Ultimo:

Ultimo ist ein interdisziplinär ausgerichteter Partnerverbund mit rund 100 selbständigen Unternehmern und Dienstleistungsspezialisten im gesamten deutschsprachigen Raum. Angebotsschwerpunkte sind kaufmännische Dienstleistungen, Büro- und Verwaltungstätigkeiten, Leistungen rund um die Unternehmenskommunikation und umfassende Managementservices für fast alle Geschäftsbereiche kleiner und mittlerer Unternehmen. Weitere Informationen über den interdisziplinären Expertenverbund Ultimo sowie die Themen Verbände, Netzwerke, Kooperation und Marketing gibt es unter www.ultimo.org

Christoph Schroeder

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