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Versicherungs-Apps: die mobile Verbindung zu Petrus

Der Trend zur Individualisierung erfasst zunehmend auch die Versicherungsbranche. Applikationen (Apps) für Smartphones und Tablet-PCs versprechen Spielerei und Nutzen für den Anwender. Doch drei von zehn Versicherern stellen ihren Kunden und Vermittlern noch immer keine mobilen Angebote zur Verfügung. Viele andere sehen sie oft noch als reines Marketing an und verschenken so Potenzial. Das ergibt eine aktuelle Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

Baumrainklinik, Sonnenuntergang
Apps könnten rechtzeitig Tipps bei drohendem Unwetter geben um Schäden vorzu beugen (Bild: Dieter Hopf / pixelio.de)

Das Jahr 2013 scheint wettertechnisch extrem: Rekordwinter, Flutkatastrophe, wechselhafter Sommer mit Hitze und Hagel. Schnee, Wasser, Sturm und Blitze sorgten für teilweise immense Schäden bei Versicherungsnehmern. Manche davon wären vermeidbar gewesen, wenn Kunden ihre Autos vor dem Tennisball-Hagel in die Garage gefahren oder die Gartenmöbel vor dem Sturm ins Haus gebracht hätten. Versicherer versuchen mit Unwetter-Apps rechtzeitig vor dem Naturereignis eine Warnung auf die Smartphones und Tablet-PCs ihrer Kunden zu bringen.

„Doch die Lösungen sind vor allem in den Bereich der Marketing-Apps einzuordnen“, sagt Lars Matzen, Versicherungsexperte von Steria Mummert Consulting. „Mehrwertstiftender wäre die mobile Strategie, wenn die App mit dem Produkt verknüpft wäre.“ Beispielsweise könnte die App dem Versicherungskunden nicht nur mitteilen, dass ein Unwetter aufzieht, sondern auch eine konkrete Handlungsempfehlung geben. Wenn Hagel droht, empfiehlt die App, das Auto in die Garage zu fahren. Bei Sturm müssen die Gartenmöbel in den Schuppen. Dadurch schützt der Kunde sein Gut und verhindert Schäden – für sich und das Versicherungsunternehmen. „Eine weiter gehende Lösung könnte dem Kunden ermöglichen, per App zu bestätigen, dass er seine Gartenmöbel reingestellt hat oder sein Auto in der Garage parkt. Hierdurch könnte der Versicherer den Kunden durch eine Rabattierung belohnen und für sich Risiken ausschließen“, erklärt Matzen.

Möglichkeiten wie diese sind nicht nur Marketinginstrumente, um am mobilen Hype teilzunehmen. Die App stellt nicht nur Inhalte bereit, die ohnehin auf der Internetseite vorhanden sind, und bietet einen klaren Nutzen. Ein anderes, bereits in der Praxis erprobtes Beispiel stellt eine App dar, die es Krankenversicherungs-Kunden ermöglicht, Arztrechnungen abzufotografieren und an den Versicherer zu senden. Dies spart Portokosten beim Kunden und Aufwände beim Unternehmen, dem das Dokument gleich digital vorliegt.

Doch die Mehrheit der Versicherer ist noch nicht so weit und befindet sich erst im Anfangsstadium. Eine Reifegradanalyse bestehender Angebote im Finanzdienstleistungssektor ergab, dass alle Banken bereits über Applikationen verfügen, im Versicherungssektor jedoch drei von zehn Unternehmen noch keine mobilen Angebote für ihre Kunden und Vermittler anbieten. „Die meisten Finanzdienstleister haben mittlerweile die Chancen erkannt, die der Einsatz mobiler Anwendungen mit sich bringt. Sie planen auch größere Investitionen in mobile Anwendungen und Technologie, stehen aber vor der Herausforderung einer sinnvollen Integration in die Kernprozesse des Unternehmens. Es geht jetzt um die Frage des ‚Wie‘ und nicht um das ’Ob‘“, so Mobility-Experte Lars Matzen.

Zum Beispiel stellen mobile Entwicklungen komplexe Anforderungen an die IT eines Unternehmens. Die Entscheider stehen vor allem vor Herausforderungen und Fragen in Bezug auf Integration, die geeigneten Hardware und insbesondere das Thema Sicherheit. „Jede mobile Anwendung und jedes mobile Gerät braucht eine neue Schnittstelle zu jedem relevanten Kernsystem. Die Implementierung einer geeigneten Vermittlungssoftware (Mobility-Middleware) kann eine chaotische IT-Landschaft verhindern und ermöglicht eine sinnvolle Integration in die Kernprozesse und Anwendungen“, sagt Lars Matzen von Steria Mummert Consulting.

(Steria Mummert Consulting)


Christoph Schroeder

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