Management

Was Unternehmer von Sportlern lernen können

Sportler, Unternehmer, Geschäftsleben

Es ist wieder so weit, die Europameisterschaft steht vor der Tür – Sportler des gesamten Kontinents messen ihr Können miteinander, so wie es die in Konkurrenz zueinanderstehenden Unternehmer Tag für Tag tun. In der Tat haben das Geschäftsleben und der Profisport viel miteinander gemein. Führungskräfte wie Spitzensportler wollen den maximalen Erfolg. Geschäftsleute erleiden allerdings wesentlich häufiger Niederlagen in Form von Burnout als Sportler. Wir haben uns einmal die Gemeinsamkeiten dieser beiden Welten angeschaut und herausgefunden was Führungskräfte von Sportlern lernen können.

Die Arbeitsbedingungen

Unternehmer sind in ihrem beruflichen Alltag ähnlichen Umständen ausgesetzt wie Profisportler bei einem großen sportlichen Ereignis, beispielsweise der in Kürze stattfindenden Fußball-Europameisterschaft. Sowohl im Beruf als auch im Sport stehen die Beteiligten unter einem enormen Erfolgs- und Leistungsdruck. Bewertet wird nur an Hand von Leistungen und Ergebnissen – wer enttäuscht fliegt raus. Der einzige wesentliche Unterschied ist, dass Geschäftsleute über Jahrzehnte hinweg konstant Leistung bringen müssen, während Sportlern Saisonpausen gewährt werden.

Beide Seiten müssen für den Erfolg ähnliche Kompetenzen vorweisen. Sowohl der Athlet als auch der Geschäftsmann müssen strategisch denken, enormen Druck aushalten, langfristig Konzentration sicherstellen und spontan richtig reagieren können. Dabei ist die innere Haltung ein extrem wichtiger Faktor. Mentale Fitness und geistige Stabilität entscheiden über Erfolg und Misserfolg. Aus diesen Gründen geraten ehemalige Spitzensportler immer mehr in den Fokus von Personalern. Wer große Erfolge im Sport vorweisen kann, hat im Normalfall naturgemäß alle wichtigen Kernkompetenzen eines erfolgreichen Managers.

Was können Unternehmer von Sportlern lernen

Obwohl die Arbeitsbedingungen so ähnlich sind, sind Unternehmer wesentlich häufiger von Abstürzen in Form von Burnout, anderen psychischen Krankheiten oder schlicht von großen Misserfolgen betroffen. Der wohl wesentlichste Punkt ist die innere Haltung. Jeder Sportler, der auf hohem bis sehr hohem Niveau antritt, vertraut zu einhundert Prozent in seine eigenen Fähigkeiten und ist vor Ende des Wettkampfes bereits mental der Gewinner. Die Gewissheit über unzählige Trainingsstunden, strenge Ernährungspläne und mentales Training geben die Gewissheit alles Mögliche getan zu haben, um optimal vorbereitet zu sein. Dieses Selbstvertrauen und diese Selbstsicherheit fehlen in viele Köpfen des mittleren und gehobenen Managements.

Sieger entstehen im Kopf. Sehr oft sieht man Sportler bei internationalen Wettkämpfen fokussiert und mit geschlossen Augen. Sie gehen bestimmte Bewegungsabläufe immer wieder vor ihrem geistigen Auge durch. Oder sie rufen sich motivierende Bilder ins Gedächtnis. Phillip Lahm erzählte, er habe sich vor dem WM-Finale in Rio immer wieder das Bild von Lothar Matthäus vorgestellt, wie dieser 1980 den WM-Pokal in die Höhe hält. Anschließend ersetzte er Lothar Matthäus durch sich selbst. Die geistige Vorstellungskraft kann also sowohl zur Perfektion der kommenden Abläufe als auch zur Motivationssteigerung dienen. Passende Beispiele im Geschäftsleben wären Präsentationen oder schwierige Verhandlungen und Gespräche. Je häufiger man sich den geistigen Erfolg vor Auge führt, umso souveräner tritt man in der Realität auf und umso höher werden die Erfolgschancen.

Markus Jergler

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