Wirtschaft

Blohm+Voss mit Fregattenbau für sieben Jahre Grundauslastung

Die Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss baut nach zehn Jahren wieder an neuen Marineschiffen und überwindet damit die Auftragsflaute. Für ein Auftragsvolumen von mehr als 2,9 Milliarden Euro werden vier Fregatten des neuen Typs F125 für die deutsche Marine gebaut. Alle vier Schiffe werden bis 2018 in Hamburg endmontiert und ausgerüstet. Die erste 149 Meter lange Fregatte heißt „Baden Württemberg“ und soll Ende März 2016 ausgeliefert werden. Kernelemente der neuen Fregatte ist die mit Atlas Elektronik entwickelte Feuerleittechnik und ein neues Radarsystem. Das Schiff ist auf multinationale Einsätze wie am Horn von Afrika zugeschnitten, was sich in einer dem Klima angepassten robusteren Technologie niederschlägt. Die Fregatten können auch über zwei Jahre ununterbrochenen ohne Instandhaltung im Einsatz sein (im Notfall sogar bis fünfeinhalb Jahre), bislang waren lediglich neun Monate möglich. Aufgrund der geringeren Wartungsarbeiten an Bord sinkt die Zahl der Besatzung von 235 Mann bei der Vorgängergeneration F124 auf 120 Mann. Gleichzeitig bieten die Schiffe Platz für 70 Mann Spezialkräfte. Die „Fregatte ohne Ecken und Kanten“ verfügt über keinen einzigen 90-Grad-Winkel und ist für feindliches Radar nahezu unsichtbar. Die 127-Millimeter-Kanone feuert 100 Kilometer weit und übertrifft damit den Vorgänger um 70 km. An Bord befinden sich auch vier schwer bewaffnete, 74 km/h schnelle Glasfaser-Rennboote mit Granatwerfern, ein ferngesteuertes U-Boot sowie zwei Hubschrauber. Der Fregattenauftrag bedeutet für die Werft eine „Grundauslastung für sieben Jahre“. Blohm + Voss gehört derzeit noch zu der Holding ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), soll aber bis Ende Juni an Abu Dabi Mar (ADM) verkauft werden. Damit sollen auch die Aufträge für Multimillionendollaryachten steigen.
 

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