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Das Data-Unser: Eichhörnchen-Prinzip führt zu Daten-Fantastilliarden

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[Bild: Gerd Altmann / pixelio.de]

Die Menschheit ist mit einem weltweiten Datenvolumen von über 2 Zettabyte (das ist eine 2 mit 21 Nullen oder zwei Trilliarden Byte) ins Jahr 2013 gestartet – und steht doch erst am Anfang beim Sammeln unvorstellbar großer Datenmengen, erklärt der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco auf seinem Jahreskongress 2013 in Köln. „Durch die Eichhörnchen-artige Sammelwut der Menschen, potenziert durch die allgegenwärtige Digitalisierung, wird sich die weltweite Datenmenge alle zwei Jahre verdoppeln und dadurch Datenberge in Fantastilliardenhöhe erzeugen“, sagt Dr. Béla Waldhauser, Leiter der Kompetenzgruppe Datacenter Infrastruktur im eco Verband, zum Trend „Big Data“.

Der KG-Leiter veranschaulicht: „Der heutige Datenbestand der Menschheit auf iPads gespeichert und gestapelt ergäbe ein Bauwerk, das etwa genauso lang wie die Chinesische Mauer wäre, also mehr als 21.000 Kilometer! Machen wir so weiter, wird sich bereits in zwei Jahren die iPad-Mauer einmal rund um die Erdkugel erstrecken, um die bis dahin angehäufte Datenmenge zu beherbergen.“ Auf dem eco Kongress 2013 waren sich die Experten einig, dass ein Ende dieser digitalen Sammelleidenschaft nicht in Sicht ist – ganz im Gegenteil!

„Der neue Standard Internet Protocol v6 beschert uns circa 340 Sextillionen IP-Adressen. Das wäre ausreichend, um jedem Insekt auf dieser Erde eine eigene Internetadresse zuzuweisen. Statt Insekten werden es aber Haushaltsgeräte, Ersatzteile, Kleidungsstücke oder Nahrungsmittel sein, die über kurz oder lang mit einer IP-Adresse versehen und ans globale Datennetz angeschlossen werden“, wagt Waldhauser den Blick in die Zukunft. Das sogenannte „Internet der Dinge“, bei dem mit Chips und Sensoren versehene Geräte, Verpackungen oder Etiketten direkt miteinander kommunizieren, werde die entstehende Datenmenge in Größenordnungen treiben, „für die wir heute noch nicht einmal Begriffe haben“, fügt der KG-Leiter hinzu.

(eco 2013)

Weiterführende Informationen zum Thema:

Arthur D. Little, Studie: Industrie 4.0 und „Integrated Industry“ – Segen oder Fluch für die deutsche Industrie?

Big Data: Datenflut überschwemmt die Menschheit – 250 Mrd. Euro Einsparpotenzial in der EU

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS: Ziel der Markt- und Potenzialanalyse ist es, konkrete Handlungsoptionen für Wirtschaft, Politik und Forschung aufzuzeigen und in individuellen Roadmaps die Anforderungen verschiedener Branchen an Big Data-Lösungen und zukünftige Anwendungsfelder zu identifizieren… Link zu “Big Data – »Big Chance« für Deutschland?! Fraunhofer IAIS entwickelt eine Big Data-Roadmap für deutsche Unternehmen“.

– Nutzen und Grenzen von Big Data für die Medienindustrie: Datentransfer – das Öl des 21. Jahrhunderts. Für die Medienanbieter ist das Sammeln von Daten ihrer Nutzer ein Geschäftsmodell, weil die Werbewirtschaft entsprechendes Zahlenmaterial benötigt und honoriert. Zusammenfassung des Onlinegipfels der MEDIENTAGE MÜNCHEN.

– Pierre Audoin Consultants (PAC)Laut einer von Pierre Audoin Consultants (PAC) veröffentlichten repräsentativen Studie haben deutsche Unternehmen die Herausforderungen von Big Data erkannt und betrachten In-Memory-Datenanalysen als einen wichtigen, aber nicht als den einzigen Lösungsansatz. Rund 60 Prozent der Unternehmen planen Investitionen in Data Warehouse, Datenmanagement und -integration sowie In-Memory-Datenanalyse. Den größten Mehrwert von In-Memory sehen sie in der Beschleunigung bestehender Datenanalysen… Link zu “PAC-Studie: Unternehmen wappnen sich für Big Data, In Memory-Analysen gehören zum Rüstzeug“.

– Roland Berger, “Das Data-Unser”: Mit Social Media, Cloud und Smartphone heben sich die Grenzen von Online- und Offline-Welten mehr und mehr auf – und verbreitern die Datenbasis weiter. Big Data wird Gesellschaft, Politik und Wirtschaft so grundlegend verändern wie der elektrische Strom und das Internet. Unternehmen müssen daher schnell lernen, die exponentiell wachsenden Datensätze intelligent zu nutzen. Die Gewinner im großen Spiel des datenbasierten Marketings werden Firmen sein, welche die relevanten Informationen über ihre Kunden herausfiltern und ihre überlegene Kundenkenntnis umfassend und produktiv einsetzen. Ganz gleich, ob Großkonzern, Online-Händler oder Pizza-Lieferdienst: Datenanalyse statt Datenparalyse lautet das Gebot der Stunde. Link zu “Roland Berger: Das “Data Unser” – Wie Kundendaten die Wirtschaft revolutionieren“.

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(mb)

Marc Brümmer

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