Einsichten & Ansichten

Die onanierende Gesellschaft

Wortspiel zum Thema die onanierende Gesellschaft

Donald Trump: der mächtigste Mann der Welt und für viele DAS Indiz dafür, dass unsere Geselschaft inzwischen postfaktisch ist. Sind Fakten jedoch wirklich DIE Realität? Mit dieser und weiteren wichtigen Fragen setzt sich unser Kolumnist Ulrich B Wagner in seinem aktuellem Beitrag von „QUERGEDACHT & QUERGEWORTET – Das Wort zum Freitag“ auseinander.

„Ich schüttle Sätze, wie man eine kaputte Uhr
schüttelt, und nehme sie auseinander;
Darüber vergeht die Zeit, die sie nicht anzeigt.“

Max Frisch

Haben wir den Kontakt verloren?

Berühren wir uns überhaupt?
Wie viel?
Wie viele stehen zwischen uns?
In echt meine ich.
Nicht postfaktisch.

Doch ist es das: Postfaktisch?

die all so wirkliche Wirklichkeit?
Zersplittern wir am Ende gar?
Ein weiterer fataler Treppenwitz der Geschichte nur?
Eine Community, der Ich-Gemeinschaften?
Einsam und doch nicht allein.

Die normative Kraft des Faktischen
der alten Männer gar?
Des neuen Alters vielleicht?
Doch wie neu erscheint das Alter uns?

Keine Chronologie.
Kein Halt. Kein Halten.
Kein Innehalten im Strom des Vereinzelten.

Leben als Oase –
Der Tod als die Wüste ringsum –

„Woher will ich das wissen?“, fragte Max Frisch in seinen Entwürfen zu einem dritten Tagebuch (Frisch, M.: Entwürfe zu einem dritten Tagebuch, Suhrkamp, 2010).

Bismarcks Wendekreis der Neuen Welt
Verschwörungssites, E-Mails, Chats und Infowars
Links, rechts
Alt, jung
Hypothetisch bloß.

Ewige Wiederkehr im Wendekreis des Egozentrismus

Ein Innen ohne Außen
Bruchstücke punktueller Selbsterkenntnis
Verrührt im Click des Hyperkairos

Alles ist möglich
Alles ist Möglichkeitsraum
Und bleibt doch stumme Onanie
In den Echokammern der verlorenen Öffentlichkeit.

I hate it, I love it, I hate it
I don’t know
I love it
etc.

Gerührt oder geschüttelt

Leben als Blase –
Gemeinschaft der Seifenbläser ringsherum?
Entschuldigende, relativierende Wortblasen

Verhüllung bloßer Enthüllung

Matrjoschkas Dauerstrip: 24h
Liegt es an mir, der sich nicht vorzustellen vermag,
dass sonst nichts sei?

Nicht das Nicht zu denken
Was unsere amerikanischen Freunde erwarten: ein Wunder
Sie wollen wohl wie viele von uns gefürchtet werden
Und geliebt zugleich.

Besser Krieg als Krise

Denn die Krise hat man all zu oft erlebt.
Max Frisch’s Tagebuchnotiz auf dem Küchentisch:
War, fragte ich, where?
Overthere, sagte er, in Europe
Why in Europe?

Because they are used to have War …

Damals konnte man darüber noch lachen.

Love it or leave it

Ihr Ulrich B Wagner

Ulrich B Wagner

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