Einsichten & Ansichten

Die 3 ? auf ihrem Weg ins Morgen: Glaube, Liebe, Hoffnung

AUE, IEE, OU, s/w, Jörg Simon, GLaube, Liebe, Hoffnung, Tugenden, Ratlosigkeit, Willkommen im Morgen

Unsere Wahrnehmung ist gesäumt von Fragezeichen: Immer wieder erscheinen weitere und begleiten uns; oft schneller, als sich Antworten für bereits Vorhandene finden. Die göttlichen Tugenden (Glaube, Liebe und Hoffnung) bieten für diesen Beitrag von Ulrich B. Wagner eine zweigeteilte Grundlage für Texte, die sich doch sehr unterscheiden – auf den ersten Blick: Beginnt doch beides und alles bei den grundlegenden Fragen, die nicht versiegen; wir lernen nur, über sie hinwegzusehen, hinwegzugehen – und bleiben doch stehen. Bislang.
Bemerkenswerter Hinweis: Beginnend mit diesem Wort zum Freitag stellt unser Kolumnist selbst seine Texte zusätzlich in gesprochener Form zur Verfügung. Ganz bequem zum Anhören finden Sie dazu jeweils am Ende der Texte den eingebetteten Audiotrack zum streamen.

Teil I: Randlose Notiz eines Heimatlosen

der friede zu eschersheim

mein geist fließt
im strom der welt
durch die menschen hindurch
in mich selbst zurück

was einzig blieb
war ein sehnen

das ausgepackt
zwischen den fingern zerrann
und im flug in die tiefe
in sich selbst verschwand

Ich bin ein Landstreicher in den Ruinenfeldern der ehemals elfenbeinernen Türme der Stadt. Einer menschenentleerten Stadt in the middle of nowhere, bewohnt von scheintoten Darstellern eines Volkstheaters, das das Volk nie sah. Aber dennoch – dem Hörensagen vertrauend – es, im Namen des nie selbst Begriffenen, dennoch zu Bewahren, zu Halten, die seit Urzeiten sich selbst Überlassenen aufzuhalten versucht, im selbstverliebten Strudeln des Gewesenen.

Dem selbstverlorenen Kreiseln meines Bleistifts auf dem zu Boden gefallenen Blatt folgend, ziehe ich so Worte auf Schnüre, reihe sie ein vor meinem Inneren zu Richtschnüren auf meiner Suche nach Sinn.

So lausche ich, mich selbst erfindend, mich wiederfindend im Rauschen der verstaubten Blätter, der Inszenierung der Beständigkeit und Kontinuität, dem emsigen Lärmen einer heiliggesprochenen Grabesruhe, die die Ruhe vor dem Sturm ihrer zum Tod geweihten Betriebsamkeit, sich selbst entleerend, übertönt.

Die Unvernünftigen aus der Mitte vertrieben bleiben wir allein.

Ganz unter uns verblieben, nur uns selbstgerecht, sind wir stumme Zeitzeugen einer blutleeren und sinnentleerten Zeitlichkeit, der Selbstgefälligkeit des Elfenbeins anheimgefallen ist.

So bleiben wir, durch eigene Hand der in Marmor gemeißelten, uns eingegossenen Drei ? der Kindheit, unsrer einstigen Wegschilder, den Kreuzen, den Herzen und Halt stiftenden Anker Beraubten, im emsigen Treiben des Lassens und Unterlassens uns selbst zurücklassend, dann doch nur am Abend uns ganz selbst überlassen.

So folgen wir, versunken in der gebetsmühlenartigen Beschwörung der göttlichen drei in unser Innerstes eingegossenen Fragezeichen, dem Glaube, der Liebe und der Hoffnung und auf ihre göttlichen Tugendhaftigkeit vertrauend, einer beflissenen Bewahrung von Wirklichkeit, ohne eigene Richtung und Ziel. Von Negation und Negativität betäubt, dem Kehrbesen des Laufs der Welt erlegen auf die Müllhalde der Geschichte.

Was uns einzig bleibt, ist ein Sehnen. Ein Sehnen, das ohne Worte

sich im Fließen der Welt in uns erfüllt.

Glaube, Liebe, Hoffnung die drei ? auf ihrem Weg ins Morgen 2.Teil

(Quelle: YouTube)

Ulrich B Wagner

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