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Margit Hertlein: Humor in der Wirtschaft (14) – Wer lacht, macht Schotter

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

… aus der wöchentlichen Themenserie „Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft“ von der Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag und leidenschaftlichen Autorin/Rednerin und Trainerin Margit Hertlein. Nach „Das Wunder von Weißenburg oder Humor im Verkauf“ folgt heute: „Wer lacht, macht Schotter“.

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Wer lacht, streitet nicht. Wer nicht streitet, macht die besseren Geschäfte. Wer die besseren Geschäfte macht, verdient mehr Geld. Also: Wer lacht, macht Schotter. Das ist etwas verkürzt, aber im Kern nicht verkehrt. Menschen, die gerne und häufig lachen werden von ihrem Gegenüber als offen und sympathisch eingestuft. Diesem unterbewussten Mechanismus kann man sich kaum entziehen, rührt das Lachen doch an evolutionär bewährten Verhaltensweisen, die sich tief in die DNS des Menschen eingeschrieben haben. Wer lacht, droht nicht, lautet die einfache Formel auf die die positive Einschätzung des Lachens zurückgeht. Oder noch einfacher: Wer lacht, frisst mich zumindest nicht sofort auf.

Lachen ist Deeskalation und das ist nicht nur beim Menschen so. Auch, wenn Aristoteles der hehren Meinung war: „Von allen Lebewesen lacht allein der Mensch.“ Schon Darwin hat das heftig bestritten und spätestens seit Jane Godall ist bekannt: auch Schimpansen lachen. Und nicht nur die. Dass wir als Menschen das so lange nicht erkannt haben, liegt daran, dass nicht jedes Tier so affig klingt, wie der Mensch, wenn er vor Freude wiehert. Affen zum Beispiel atmen lediglich leise und rhythmisch aus, wenn sie sich köstlich amüsieren. Große Lacher sind übrigens auch Ratten, nur dass die so hoch kichern, dass es für das menschliche Ort erst gar nicht zu hören ist.

Das Lachen stammt vom Affen

Der entscheidende Punkt ist, dass das Lachen älter ist als der Mensch. Und: dass es eine soziale, nämlich deeskalierende Funktion hat. Das lässt sich am besten beim Affen beobachten. Dessen Lachgrimasse ist nahezu identisch mit der des Menschen. Sie hat aber nichts mit Amüsement oder Heiterkeit zu tun, sondern wird als universelle Geste der Beschwichtigung eingesetzt. Die Lachfratze macht dem Gegenüber klar: „Ich will dir nichts Böses, also tu mir auch nichts.“ Aus diesen Untersuchungen folgerte der Hirnforscher und Begründer der Biokybernetik in Deutschland  Valentin Braitenberg, dass das Lachen des Menschen vom Affen abstammt. Es hat sich also schon in Jahrmillionen evolutionärer Wirbelstürme bewährt.

Fortsetzung auf Seite 2 und „Babys blanker Opportunismus“.

Christoph Schroeder

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