Themenserien

Margit Hertlein: Humor in der Wirtschaft (16) – You’ve Got Mail

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

… aus der wöchentlichen Themenserie „Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft“ von der Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag und leidenschaftlichen Autorin/Rednerin und Trainerin Margit Hertlein. Nach „Wie führen Sie Bewerbungsgespräche?“ folgt heute: You’ve Got Mail“

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„Beiliegend senden wir Ihnen die erwünschten Unterlagen“, so oder so ähnlich liest man es immer wieder in deutschen Geschäftsbriefen. Aber hat tatsächlich schon mal jemand den Verfasser dieser Zeilen in der Postsendung tatsächlich „beiliegen“ sehen? Also sozusagen „postlagernd“. Natürlich nicht.

Diese Standardzeile deutscher Geschäftsbrief-Prosa bietet nicht nur Anlass zu unfreiwilliger Komik, sie ist auch unnütz. Das hinter dem Anschreiben ein Packen Unterlagen steckt, sollte den meisten Menschen auffallen. Und, wenn man das eigens erwähnen will, dann sollte man sich das „beiliegend“ verkneifen. Wo sollten die guten Unterlagen denn schließlich sonst sein – „entferntliegend“?

Sympathie ist ein wertvolles Kapital

Zugegeben, eine leicht gehässige Textinterpretation einer Standard-Floskel. Im normalen Leben wird sich darüber kaum einer aufregen. Sieht man von ein paar passionierten und meist pensionierten Deutschlehrern ab. Aber die Frage, die sich stellt, ist: was soll ein Geschäftsbrief leisten? Soll er Floskeln absondern, die die Menschen nicht stören? Oder darf es auch ein bisschen mehr sein? Vielleicht Überraschung, Sympathie und Interesse erzeugen? Da würde wohl keine Firma „Nein“ sagen, denn die Sympathie der Kunden ist für eine Firma wertvolles Kapital.

Aber wie soll man das erreichen? Kommt ganz darauf an. Die Antworten hängen von der Situation des jeweiligen Unternehmens, seinem Kundenkreis, den Gepflogenheiten der Branche und vielen anderen Dingen ab. Ein gemeinsames Geheimnis gibt es dann aber doch. Das gar nicht so alchemistische Rezept der gelungenen Geschäftspost ist es, sich „jetzt mal im Spaß“ Gedanken zu machen. Wem schreibe ich, was erwartet er, was braucht er und wie kann ich ihn positiv überraschen?


Erfahren Sie auf Seite 2 die Antwort.

Christoph Schroeder

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