Klima & Umwelt

Nachhaltigkeit: Unternehmen fehlt die Erfolgsmessung

 

Nachhaltigkeit im Unternehmenskontext bedeutet langfristiges Denken in den drei Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales, also unternehmerisches Handeln, das soziale und umweltaspekte miteinschließt, um sich selbst eine weitere Existenz in einer noch funktionierenden Geselllschaft und Umwelt zu ermöglichen – und nicht auf Kosten der Zukunft die Ressourcen der Gegenwart zu überanspruchen. Häufig wird in diesem Kontext auch das Schlagwort Corporate Social Responsibility (CSR) genannt, die unternehmerische Sozialverantwortung. Dies beihnaltet laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Faire Geschäftspraktiken, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, sparsamer Einsatz von natürlichen Ressourcen, Schutz von Klima und Umwelt, ernst gemeintes Engagement vor Ort und Verantwortung auch in der Lieferkette. So sollen/müssen die negativen direkten und indirekten Auswirkungen der Geschäftstätigkeit minimiert werden.

Rund 64% der deutschen Unternehmen haben eigene CSR-Programme und engagieren sich für die Gesellschaft. Insgesamt gaben die Unternehmen dafür im Jahr 2011 rund 11 Milliarden Euro aus. Dabei gaben kleinere Firmen relativ am Umsatz betrachtet mehr für ihr soziales Engagement aus als Großunternehmen: 45% der Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern gaben mindestens 0,3% ihres Umsatzes für bürgerschaftliches Engagement aus, bei großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern waren es nur rund 16%. Fast 90% der Unternehmen agieren ortsbezogen und konzentrieren ihr CSR-Engagement auf das direkte Umfeld ihres Standorts. Allerdings steckt die unternehmerische Sozialverantwortung vielerorts noch ganz am Anfang: Laut einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft beklagt mehr als die Hälfte der Unternehmen, die sich bislang nicht gesellschaftlich engagieren, sagt, dass ihnen dazu die nötigen Informationen fehlen würden.

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PM von Steria Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut

Umwelt- und Sozialbewusstsein sind in der Wirtschaft angekommen: Mehr als zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte in Deutschland sind der Ansicht, dass Nachhaltigkeit in der Wertschöpfung für ihr eigenes Unternehmen wichtig ist. Aber die Umsetzung steckt noch in den Kinderschuhen. Denn erst weniger als die Hälfte der Firmen misst und steuert systematisch, wie nachhaltig ihre eigenen Aktivitäten sind. Zu diesem Ergebnis kommt der „Managementkompass Nachhaltige Wertschöpfung“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Ressourcenverknappung, Klimawandel und demografische Veränderungen haben zu einem Umdenken in der Wirtschaft geführt. Ökologisch und sozial verträgliches Handeln gilt heute auch als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. „Das Nachhaltigkeitsmanagement sollte fest ins Kerngeschäft integriert werden. Denn nur dann wird es gelingen, den Unternehmenswert dauerhaft zu steigern,“, sagt Michael Hagedorn, Senior Executive Manager bei Steria Mummert Consulting. „Dazu gehört, die Aktivitäten des eigenen Unternehmens fortlaufend auf ihre Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu überprüfen“, so Hagedorn. Er empfiehlt, zu diesem Zweck, spezielle Instrumente wie eine Sustainability Balanced Scorecard einzuführen. Mit dieser lässt sich die Nachhaltigkeit anhand von Steuerkennzahlen, den sogenannten Key Performance Indicators (KPIs), überwachen.

Eine derartige Erfolgsmessung und Steuerung wird bisher aber erst in neun von 20 Unternehmen umgesetzt. In einzelnen Branchen sind es sogar noch deutlich weniger: Unter den befragten Banken messen 39 Prozent die Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten, bei den Versicherern nur ein Drittel. Das Schlusslicht bilden Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikation, IT und Medien: Hier sind es nur 31 Prozent. Führend ist der Handel als der einzige Bereich, in dem mit 53 Prozent mehr als die Hälfte der Unternehmen die Nachhaltigkeit systematisch lenken.

Als ersten Schritt, um das Nachhaltigkeitsmanagement fest in einem Unternehmen zu etablieren, empfiehlt es sich, in der obersten Führungsebene einen Verantwortlichen für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und die Entwicklung ethischer Richtlinien zu benennen. „Das Topmanagement sollte den Anspruch gesellschaftlich verantwortungsbewussten Handelns vorleben und dafür sorgen, dass diese Werte auch im mittleren Management und bei den Mitarbeitern verankert werden“, sagt Hagedorn.

Die Erfolge das Nachhaltigkeitsmanagements sollten auch außerhalb des Unternehmens kommuniziert werden: „Nachhaltige Unternehmen genießen viele Vorteile, wie einen guten Ruf am Arbeitsmarkt. Sie haben es leichter, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen“, so Hagedorn. Doch auch in dieser Hinsicht besteht in der deutschen Wirtschaft noch großer Nachholbedarf. Selbst unter den Unternehmen, die bereits Nachhaltigkeits-KPIs einsetzen, veröffentlichen nur 19 Prozent diese Steuerungskennzahlen in ihrem externen Berichtswesen.

Hintergrund
Der „Managementkompass Nachhaltige Wertschöpfung“ bietet Kompaktwissen für Manager. Er zeigt, wie sich Unternehmen nachhaltiger ausrichten, um damit ihre Reputation zu sichern und sich neue Zielgruppen und Erlösquellen zu erschließen. Er beinhaltet zudem die wichtigsten Ergebnisse der gleichnamigen Potenzialanalyse. Mittels einer Online-Befragung vom 20. bis zum 26. Juni 2012 wurden 244 Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen der deutschen Wirtschaft befragt.

Aus dem Inhalt:

  • – Vorwort
  • – Executive Summary
    Verantwortung übernehmen
  • – Trends
    Nachhaltige Wachstumsvision
  • – Think Tank
    Wertschöpfung durch Nachhaltigkeit
    Ethische Investitionen vermitteln
    Green Insurance meets Social Media
  • – Werkzeuge
    CSR-Audit
  • – Quercheck
  • – Praxis
    Stuttgart als Vorreiter
    Swiss Post verbessert Klimaschutz
    LichtBlick: Innovativ nachhaltig
  • – Blickwechsel
    Nachhaltigen Konsum anstoßen
  • – Perspektiven
  • – Glossar

Preis: 38,00 € (inkl. 7% MwSt.) / Link zur Online-Bestellung

(Steria Mummert Consulting 2013)

Siehe auch:

CSR-Kommunikation: Studie zeigt Status quo und Handlungsbedarf auf„: Nur 23 Prozent der befragten Unternehmen haben Erfolgskennzahlen für die CSR-Kommunikation definiert und knapp 40 Prozent führen Audits durch, um diese ganzheitlich zu evaluieren.

Marc Brümmer

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