Management

Bundesanstalt für Arbeitsschutz zur Hitze: Empfehlungen für heiße Sommertage in Arbeitsstätten

Arbeitsplätze im Freien

Schutz vor der UV-Strahlung der Sonne

Oft werden die Gefahren durch intensive Sonnenstrahlung unterschätzt. Neben Licht und Wärme, ist die nicht sichtbare UV-Strahlung Bestandteil der Sonnenstrahlung. Diese ist verantwortlich für die Bräunung der Haut, sie ist aber auch eine mögliche Ursache für Haut- und Augenerkrankungen. Obwohl ein Sonnenbrand meistens noch gut heilt, erhöht sich aber mit jedem Mal das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Ein großes Gesundheitsrisiko, das tödliche Folgen haben kann. Deshalb gilt: Sonnenschutz ist Arbeitsschutz.

Für Arbeitgeber bestehen mit dem Arbeitsschutzgesetz (§ 4, § 5, § 11 § 12) Arbeitstättenverordnung (§ 3, Anhang 5.1) und der Unfallverhütungsvorschrift “Grundsätze der Prävention” BGV A1 (§ 23) bereits jetzt schon Verpflichtungen hinsichtlich des Schutzes von Beschäftigten vor solarer UV-Strahlung.
Für eine Gefährdungsbeurteilung kann der UV-Index eine wichtige Größe sein und zur einfachen Ermittlung der Gefährdung beitragen. Der UV-Index (UVI) beschreibt die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung der Sonne. Dabei gilt: Je größer der UVI ist, desto größer ist die UV-Belastung und damit das Sonnenbrandrisiko. Ab einem UV-Index 3 sollten sie ihre Gesundheit schützen durch:

  • Unnötige Sonnenstrahlung auf Haut und Augen vermeiden!
  • Möglichst im Schatten arbeiten!
  • Kleidung tragen, die vor der Sonne schützt. (Nicht mit freiem Oberkörper arbeiten)!
  • Schützen sie sich besonders vor der intensiven Sonnenstrahlung zwischen 11 Uhr und 15 Uhr (Sommerzeit in Deutschland).

Darüber hinaus kann ein Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktor (min. LSF 30) Hautschädigungen deutlich vermindern, deshalb “Ab 3 wird auf die Tube gedrückt”. Wichtig hierbei ist, dass sich die Sonnencreme leicht anwenden lässt und ausreichend dick aufgetragen wird. Nur dann ist ein wirksamer Schutz zu erzielen. Häufig ist die Auftragungsmenge zu gering, was zu einer Abnahme der Schutzwirkung bis auf ein Drittel führen kann.

Die auf das Auge einwirkende UV-A-Strahlung wird von der Augenlinse absorbiert. Nach langjähriger Einwirkung kann ein Katarakt (Grauer Star) entstehen. Hierbei handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse. Die Linse kann sich im Gegensatz zu den meisten anderen menschlichen Geweben nicht erneuern und muss bei zu starker Trübung durch eine künstliche Linse ersetzt werden. In Deutschland werden ca. 600.000 Staroperationen durchgeführt, die zum Teil auf eine zu hohe UV-A-Lebensdosis zurückzuführen sind.

Bei starker Sonneneinstrahlung sollte deshalb eine geeignete Sonnenbrille getragen werden. Achten sie beim Kauf auf das CE-Kennzeichen, die Filterkategorie 2 oder 3. Wenn die Brillengläser dann noch ausreichend das Auge abdecken, ist eine nahezu 100%iger Schutz vor UV-Strahlung gegeben. Hilfreiche Tipps zum Thema liefert das Faltblatt “Sonnenbrillen – Augen auf beim Brillenkauf!”.

Ergänzende Hinweise für im Freien liegende Arbeitsstätten

Bei der Arbeit im Freien sind – neben den in Kapitel 1 für Arbeitsstätten in Gebäuden genannten Hinweisen – im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung weitere Einflussfaktoren wie UV-Strahlung, erhöhte Hitzebelastung durch direkte Sonneneinstrahlung, erhöhte Konzentrationen von Luftschadstoffen (Sommersmog, Ozon etc.) zu beachten. Der Schutz vor diesen schädigenden Einflüssen ist von höchster Priorität, um eine Gefährdung der Gesundheit der Beschäftigten zu vermeiden. Ob mit einer Hitzewelle zu rechnen ist, darüber informiert der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit einem Hitzewarnprogramm.

  • Insbesondere auf Baustellen sind Anlagen zur Beschattung, Belüftung oder Besprühung mit Wasser einzurichten. (z. B. Sonnensegel, Schirme etc.)
  • Arbeitszeit und Arbeitsrhythmus sowie Arbeitsintensität der Witterung anpassen, z. B. Verschiebbarkeit von Arbeiten prüfen, Verlegung der Arbeitszeiten in die kühlen Morgenstunden, Pausenzeiten der Belastung anpassen
  • Mitarbeiter schulen:
    • Sensibilisierung der Mitarbeiter und Schärfung der Aufmerksamkeit
    • Erste-Hilfe-Maßnahmen organisieren (Handlungsplan festlegen)
    • Informationen über die Gefahren und Vorsorgemaßnahmen vermitteln
    • gegenseitige Beobachtung auf Symptome von Hitzeerkrankungen
  • Schadstoffgrenzwerte: Werden durch die Umweltbehörden Überschreitungen der Ozonwerte bzw. Sommersmog gemeldet, sind deren Empfehlungen zu befolgen, insbesondere sind schwere Arbeiten einzugrenzen oder ganz zu vermeiden. Aktuelle Messdaten und Verhaltenshinweise sind abrufbar beim Umweltbundesamt.
  • Trinkverhalten: Die ständige Verfügbarkeit von geeigneten Getränken ist zu gewährleisten. So ist z. B. die Wasserflasche im Bauwagen keine Möglichkeit regelmäßig Flüssigkeit aufzunehmen, ohne den Arbeitsplatz zu verlassen. Getränke sollten sich im direkten Arbeitsumfeld befinden.
  • Hitzeerkrankungen: Besonders bei der Arbeit im Freien stellen Hitzeerkrankungen eine erhöhte Gefahr für die Gesundheit dar, neben einem Sonnenstich ist in Extremfällen auch ein Hitzschlag möglich. Weiterführende Informationen und Verhaltensmaßnahmen finden Sie im Bericht “Informationen zu gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und Hitzewellen und Tipps zum vorbeugenden Gesundheitsschutz” des Bundesumweltamtes.
    • Sonnenstich (durch lang anhaltende, direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken) Symptome: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Nackenschmerzen
    • Hitzschlag (Kühlfunktion des Körpers versagt, Schweißproduktion versiegt) Symptome: Haut ist trocken, gerötet und heiß, im Endstadium Bewusstlosigkeit

Weiterführende Informationen:

Umweltbundesamt: Informationen zu gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und Hitzewellen und Tipps zum vorbeugenden Gesundheitsschutz (PDF-Datei, 285 KB)

Regelung zu Schutzmaßnahmen bei hohen Raumtemperaturen in Arbeitsstätten

(mb / mit Informationen der baua)

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Marc Brümmer

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