Energie & Umwelt

Franz Alt: Ist das EEG Planwirtschaft?

Dieses Verursacherprinzip ist konsequent marktwirtschaftlich – ganz anders als das planwirtschaftliche Verfahren, Kohle und Atom in den letzten Jahrzenten mit weit über 300 Milliarden Steuergeldern zu subventionieren.

Die Gegner des EEG sind in Wirklichkeit nicht gegen dieses erfolgreiche Gesetz, sie sind gegen die Energiewende. In ihren Augen hat das Gesetz vor allem einen Fehler: es ist erfolgreich.

67 Länder der Welt – darunter 18 EU-Staaten – haben das deutsche EEG übernommen, sicherlich nicht deshalb weil es Planwirtschaft befördert hat. Wann und wo ist ein planwirtschaftliches Gesetz je so erfolgreich gewesen wie das deutsche EEG?

Selbst im planwirtschaftlich gesteuerten China zeigt das EEG mit seinen marktwirtschaftlichen Elementen große Erfolge. Die Marktkräfte der Einspeise-Vergütung haben dazu geführt, dass der Anteil des chinesischen Windstroms im letzten Fünfjahresplan um den Faktor zehn gestiegen ist. Ein ähnlicher Erfolg zeichnet sich inzwischen bei der Photovoltaik ab. Nicht staatliches Kapital, sondern privates führte auch in China zu diesem Erfolg.

Das EEG wird Einspeise-Vergütung dann überflüssig machen, wenn es außerhalb dieses Gesetzes immer mehr Investitionen in den Ökostrommarkt gibt. Diese werden dann kommen, wenn die alten Energieträger zwangsweise schon wegen ihrer stets stärker werdenden Knappheit immer teurer werden.

Davon geht zum Beispiel die konservative Internationale Energieagentur aus, die soeben das deutsche EEG erstmals gelobt hat, weil der Erfolg nicht mehr zu übersehen ist. Der Zeitpunkt des preisgünstigeren Ökostroms ist wahrscheinlich näher als Gegner und Freunde des EEG  vermuten.

Das EEG ist und bleibt auf der ganzen Welt das erfolgreichste Kostensenkungs-Instrument im gesamten Energiebereich. Es ist keine Last, sondern eine herausragende marktwirtschaftliche Chance dafür, dass Energie für alle bezahlbar bleibt.

(Quelle: Franz Alt)

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Über Dr. Franz Alt:

Dr. Franz Alt
Bild: Dr. Franz Alt

Dr. Franz Alt hat politische Wissenschaften, Geschichte, Philosophie und Theologie studiert. Er war zwanzig Jahre Leiter und Moderator von “Report Baden-Baden”, bis 2003 Leiter der Zukunftsredaktion des SWR sowie Leiter und Moderator des 3sat-Magazins “Grenzenlos”. In den letzten Jahren hat er sich zudem als anerkannter und leidenschaftlicher Experte für die Bereiche Erneuerbare Energien sowie Energie- und Umweltpolitik etabliert. Er wurde von der EU-Kommission mit dem “Europäischen Solarpreis für Publizistik” ausgezeichnet und hält jährlich hunderte Vorträge im gesamten deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus wird er auch regelmäßig von ausländischen Reoierungen gebeten, das deutsche Erneuerbare Energien Gesetz vorzustellen, das international als Vorbild für eine regenerative Energiewende mit der Zielgröße der Energieautarkie gilt. Für weiterführende Informationen siehe seine Website www.sonnenseite.com

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Christoph Schroeder

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