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Klimawandel: Wieviel Hitze verträgt die Weltwirtschaft?

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Die deutsche Wirtschaft zeigt sich unbeeindruckt von den Krisen dieser Welt. Am Dienstag, 24.11.2015 veröffentlichte das ifo-Institut den Geschäftsklimaindex. Daraus geht hervor, dass verarbeitendes Gewerbe und Großhandel trotz Terror und Klimawandel weiterhin positiv in die Zukunft blicken. Aber: Deutschland ist nicht die Insel der Glückseligen, die sich von der Weltwirtschaft und den globalen Auswirkungen des Klimawandels abschotten kann. Früher oder später kommt das böse Erwachen.

US-Studie: 13 Grad sind ideal

Eine Studie der Stanford University in Zusammenarbeit mit der Berkeley University, die Ende Oktober im renommierten Journal Nature veröffentlicht wurde, zeigte, dass 13 Grad Jahresdurchschnittstemperatur für die Wirtschaftsleistung und die Produktivität eines Landes am besten sind.

Die magische Grenze von 13 Grad ergibt sich aus den Wirtschaftsdaten von 166 Staaten, die die Forschergruppe für die Jahre 1960 bis 2010 auswertete und in Beziehung zu den Jahresdurchschnittstemperaturen setzte. 13 Grad sind die Idealmarke sowohl für die Leistung der Arbeitskräfte als auch für die Landwirtschaft. Der jeweilige Entwicklungs- und Industrialisierungsgrad hat keinen Einfluss auf die Gültigkeit.

Weltwirtschaft wird schrumpfen

Wenn die Staaten der Welt weiter machen wie bisher, wird die Weltwirtschaft bis zum Jahr 2100 wohl um 23 Prozent sinken. Die Armut wird in den meisten Ländern weiter ansteigen und die Kluft zwischen Arm und Reich wird sich vergrößern.

Hinzu kommen mehr Dürren, mehr Stürme, mehr Überschwemmungen – generell mehr Naturkatastrophen infolge des Klimawandels, die in der Studie noch gar nicht berücksichtigt wurden. Auch diese Ereignisse werden negative Effekte auf die Weltwirtschaft haben.

Wer ist besonders vom Klimawandel betroffen?

Mit 10,3 Grad Durchschnittstemperatur, die Deutschland für das bisher wärmste Jahr 2014 seit Beginn der Wetteraufzeichnungen verzeichnete, gibt es hierzulande noch Luft nach oben, was den Temperaturanstieg angeht.

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CO2-Ausstoß und Wirtschaftswachstum global betrachtet. (Grafik: © Mark McCormick und Paul Scruton / The Guardian; Daten: US Energy Information Administration)

Südeuropäische Staaten, die USA sowie Japan und Australien werden dagegen früher von den Auswirkungen betroffen sein und möglicherweise in die Rezession rutschen. Entwicklungs- und Schwellenländer in Afrika und Lateinamerika werden die negativen Folgen noch stärker als bisher zu spüren bekommen.

Wir hier in Deutschland sollten uns aber nicht in Sicherheit wiegen. Bis der Klimawandel direkte Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung zeigt, wird es zwar noch dauern. Im Gegenteil: Noch haben wir die 13-Grad-Marke noch nicht erreicht. Bis es soweit ist, werden wir in erster Linie positive Auswirkungen spüren, weil unsere Produktivität bis dahin ansteigen wird.

Migration wird zunehmen

Die sich weiter auftuende Kluft zwischen Nord und Süd wird aber auch an uns nicht spurlos vorübergehen. Ressourcenknappheit, Hunger, Armut und Dürren werden Milliarden Menschen aus Afrika, Asien, dem arabischen Raum und Lateinamerika dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen und in Richtung der reichen Industriestaaten des Nordens zu ziehen.

Durch politische Instabilität, Krieg und Terror erleben wir schon heute Migrationsbewegungen, die Bürokratie, Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Verschlechtern sich die Lebensbedingungen in den armen Staaten dieser Welt weiter, werden diese Migrationsbewegungen weiter ansteigen und so auch uns und unseren Wohlstand betreffen. Wer könnte es den Menschen dort verdenken? Schließlich sind wir in den reichen Industrienationen es, die maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind. Vielleicht haben die Staats- und Regierungschefs ab dem kommenden Montag in Paris eine Chance, den Klimawandel effektiv zu bekämpfen.

Katja Heumader

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