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Margit Hertlein: Humor in der Wirtschaft (12) – Mach’ dich nicht zur Hampelfrau

Wollnashörner sind ausgestorben

Der moderne Mensch sieht sich allerdings häufiger Idioten als Wollnashörnern gegenüber. Und da versagen die lebenserhaltenden Maßnahmen der Steinzeit ziemlich eindrucksvoll. Voller Adrenalin und einem eingeschüchterten Großhirn steht man vor dem verbalen Aggressor, bereit um sein Leben zu kämpfen, wo doch ein lockerer Spruch, ein geistreiches Witzwort oder eine treffende Bemerkung die beste Verteidigung wäre.

Die Sache ist nun die: Wer schlagfertig sein will, der braucht sein Großhirn an Bord, sonst geht die Sache schief. Damit sich das Großhirn nicht verabschiedet, darf die Situation nicht als bedrohlich empfunden werden. Und das gelingt auf zweierlei Wegen: Man ist entweder gut vorbereitet oder eine coole Sau. Schon Mark Twain, den viele bis heute für eine sehr coole Sau halten, wusste um dieses Geheimnis: „Die meiste Vorbereitung kosten mich meine spontane Antworten“, soll er einmal festgestellt haben. Und so gilt auch für den Normalverbraucher: „Be prepared“. Dreimal den gleichen doofen Spruch gehört? Wunderbar! Das ist ein Muster, das lässt sich perfekt vorbereiten. Stöhnt mal wieder irgendein Held der Arbeit den offensichtlich unsterblichen Satz „Frauen und Technik“, dann hält frau trocken dagegen: „Ja, das ist wie Männer und Sex.“ Sie werden sehen, das macht der so schnell nicht wieder.

Die Wahl ist frei, die Folgen nicht

Die Auswahl unserer Sprüche oder Witze ist natürlich frei, aber die Folgen nicht. Wählen Sie Humor im Job mit Bedacht aus. Und es braucht auch ein bisschen Zeit. Man kann sich unmöglich auf alle Einfälle aller Idioten vorbereiten, die da draußen herumlaufen. Aber das Schöne ist: Irgendwann muss man das auch gar nicht mehr. Je öfter man belastende Situationen mit einem lockeren Spruch meistert, desto mehr Selbstvertrauen fasst man, desto weniger wird die Situation als bedrohlich empfunden und desto länger bleibt das Großhirn auf der Brücke, desto gelassener bleibt die Hampelfrau.

Am Ende gelingt Ihnen dann vielleicht sorgt ein unsterbliches Bonmot, wie das von Winston Churchill: Der englische Prime Minister soll sich bei einer privaten Essenseinladung derart beharrlich daneben benommen haben, dass die entnervte Gastgeberin ihn schließlich in die Schranken wies: „Wäre ich Ihre Frau, ich würde Ihnen Gift geben“, hieb die Hausherrin Churchill um die Ohren. Der blieb ruhig und antwortete: „Wenn Sie meine Frau wären, würde ich es auch nehmen.“

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Über die Autorin

Margit Hertlein, Humor
Foto: Margit Hertlein

Margit Hertlein, die Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag.

Sie hält leidenschaftlich gerne Vorträge, schreibt Longseller-Bücher (u.a. Mind Mapping/rororo/13. Auflage;  Präsentieren – vom Text zum Bild/rororo) und geht seit mehr als 15 Jahren als Trainerin, Coach und Konzeptexpertin gerne ungewöhnliche Wege.

Erfolgreich ist sie in D/A/CH als Trainerin für Unternehmen und Gesundheitsorganisationen unterwegs, coacht erfolgreich Führungskräfte und tritt als humorvoll-mitreißende Toprednerin auf Kongressen und Veranstaltungen auf.

Margit Hertlein ist Vorstandsmitglied der German Speakers Association (GSA e.V.) und Mentoringleitung der GSA. Mehr über Margit Hertlein erfahren Sie auf www.margit-hertlein.de.

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Christoph Schroeder

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