Themenserien

Wie Sie Ihre Glaubwürdigkeit erhöhen

Stimme, Stimmsitz, Klang, Glaubwürdigkeit, Barbara Blagusz

Haben Sie sich jemals gefragt, ob Sie glaubwürdig auf Ihre Mitmenschen wirken? Ob Sie im Verkaufsgespräch die Zweifel der Kunden oder Geschäftspartner einfach so aus dem Weg räumen können? Wenn Sie sich hierzu unsicher sind, dann hat Stimmexpertin Barbara Blagusz in ihrem neuen Beitrag ihrer Themenserie „Erfolgsfaktor Stimme” hilfreiche Tipps für Sie. Sie zeigt Ihnen, wie leicht man die Glaubwürdigkeit durch die eigene Stimme transportiert.

Wie kommt es, dass wir manchen Menschen scheinbar mühelos glauben, was sie sagen, während uns bei anderen immer ein Zweifel im Hinterkopf sitzt. Was machen überzeugende Menschen anders? Und haben Sie sich je gefragt, wie Sie Ihre Glaubwürdigkeit etablieren können, speziell in herausfordernden Gesprächssituationen? Hier sind ein paar Ideen und Tipps, die Sie verwenden können, wann immer es wichtig ist, dass Menschen Ihnen Glauben schenken.

Drei Tipps für mehr Glaubwürdigkeit in Ihrer Stimme

Erster Tipp: Vermeiden Sie zu enthusiastisch, zu begeistert zu sein!

Die meisten Menschen mögen es nicht, wenn wir für sie entscheiden, was sie zu denken oder zu tun haben. Wenn Sie sehr enthusiastisch sind, dann fühlt es sich auf einer unbewussten Ebene für unsere Zuhörer jedoch so an, als würden sie genau das tun.

Dies ist jedoch stark kulturell abhängig. Wenn Sie im deutschsprachigen Raum zu begeistert sprechen, so wird das schnell als rechthaberisch empfunden. Sprechen Sie jedoch vor amerikanischem Publikum, dann brauchen Sie ein wenig Enthusiasmus, denn sonst erwecken Sie den Eindruck, sie würden selbst nicht an Ihre Ideen glauben. In unseren Breitengraden macht zu viel Begeisterung Menschen eher skeptisch.

Ein Beispiel: „Das ist das beste Buch überhaupt! Das müssen Sie unbedingt lesen! Sie werden es lieben!” Das klingt als würden Sie für ihre Zuhörer entscheiden, was diese zu lieben haben oder nicht. Wenn Sie glaubwürdiger wirken wollen, dann schalten Sie Ihren Enthusiasmus, Ihre Begeisterung, ein wenig zurück. Das bedeutet nicht, dass Sie keine Emotionen zeigen sollen. Emotionen sind wichtig und immer der Träger der Bedeutung dessen, was Sie sagen wollen. Nur eben nicht übertreiben.

Zweiter Tipp: Glauben Sie an Ihre Ideen!

Wenn Sie selbst an Ihre Ideen glauben, dann wird es Ihnen leichtfallen, dies auch in Ihrer Mimik und in Ihrer Stimme zum Ausdruck zu bringen. Betonen Sie einzelne Schlüsselwörter mit Tontiefe, denn das drückt Vertrauen und Glaubwürdigkeit aus.

Dritter Tipp: Laden Sie die Menschen zum Nachdenken ein!

Verwenden Sie eine „einladende Sprache“ und motivieren Sie Menschen verbal dazu ein, nachzudenken und selbst zu entscheiden, ob eine Information gut und wichtig für sie ist oder nicht. Sie könnten Phrasen verwenden wie: „Sie werden selbst feststellen…“, „Sie können dann für sich selbst herausfinden, wie…“, oder Fragen wie: „Was meinen Sie dazu?“

Auch Bausteine wie „Meiner Erfahrung nach…“ oder „Meiner Meinung nach…“ sind sehr gut geeignet, um Ihre Glaubwürdigkeit aufzubauen.

Formulieren Sie richtig und ernten Sie Glaubwürdigkeit

Meine Empfehlung: Vermeiden Sie Formulierungen wie „Sie sollten…“, „Sie müssen…“, „Diese drei Punkte sind zu beachten…“. Auch wenn manche von uns (vor allem im deutschsprachigen Raum) durchaus die Sprache der klaren Fakten schätzen, so sind neue Ideen, und Informationen – wie gesagt – auf einer unbewussten Ebene leichter zu „nehmen“, wenn diese wie ein Vorschlag präsentiert werden und dem Zuhörer damit die Möglichkeit gegeben wird, selbst zu entscheiden.

Stattdessen könnten Sie „Ich vermute…“, „Ich denke, es wäre gut…“, „Es scheint mir, als ob…“ verwenden und Ihre Botschaften werden viel leichter Anklang finden.

Einer meiner persönlichen Lieblingsausdrücke ist: „Es hat sich erwiesen…“, oder „Es hat sich herausgestellt…“. Das ist so schön passiv. Und manchmal genau richtig. Aber eben nicht immer und genau daher ist die Dosierung so wichtig. Glaubwürdigkeit zu etablieren scheint auf den ersten Blick schwierig. Es hat sich jedoch herausgestellt (!), dass es ganz einfach ist, wenn Sie wissen, was Sie tun.

Es sind oft nur wenige Worte und die Art, wie wir diese sagen, um unseren Ideen Glauben zu verleihen.

Die sozusagen-Tipps noch einmal zusammengefasst: „Wie Sie Ihre Glaubwürdigkeit erhöhen!“:

  • Schalten Sie Ihren Enthusiasmus etwas herunter!
  • Betonen Sie die Schlüsselwörter mit Tontiefe!
  • Verwenden Sie die „einladende Sprache“!
  • Laden Sie Ihre Gesprächspartner unterbewusst ein, selbst zu entscheiden!
  • Verwenden Sie Bausteine wie: „Meiner Erfahrung nach…“!

 

Wenn Sie mehr über die Glaubwürdigkeit in der Sprache, Überzeugungskraft und effektive Sprachmuster wissen wollen, empfehle ich Ihnen meinen Podcast „Das Abenteuer überzeugende Sprache“ zum kostenlosen Download oder als Abo über Itunes.

Barbara Blagusz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.