Themenserien

8. CSR in der Umsetzung V: „Wie kann bei der Vielzahl an Themen …

… und Anforderungen eine Priorisierung und Strukturierung (Roadmap) erfolgen?"… von und mit Ulrich Merkes, Vineta GmbH – Realising Sustainability.

In der letzten Kolumne haben wir den Schwerpunkt auf wesentliche Vorabanalysen und Priorisierungen VOR dem eigentlichen CSR-Engagement gelegt. Durch Priorisierung der wichtigsten Zielgruppen (horizontale Achse) und CSR-Themenfelder (vertikale Achse) durch die Geschäftsleitung, ergab sich die rechts dargestellte Matrix als das Planungsfeld für das zukünftige CSR-Engagement des Unternehmens.

Stakeholder-Themen-Matrix zur strukturierten Konsolidierung und Bewertung der vorhandenen/ geplanten CSR-Aktivitäten

Diese Priorisierung ist nun in einem Workshop mit Teilnehmern aus allen wichtigen Wertschöpfungsbereichen und Funktionen (Fertigung, Einkauf/ Logistik, Marketing/Kommunikation, Vertrieb, HR, Infrastruktur & IT, Compliance/Risk, etc.) zu validieren. Wesentliches Ergebnis eines solchen Workshops liegt aber vor allem in der Identifikation von gezielten Maßnahmen. Dabei liefert die breite Teilnehmerbasis automatisch ein vielseitiges und ganzheitliches Aktivitäten-Potpourri aus der unter-nehmensspezifischen Wertschöpfungskette. Wünscht das Unternehmen darüber hinaus von Anfang an höchste Transparenz, kann auch die Teilnahme von den wichtigsten Zielgruppen (z.B. Kunden, Lieferanten, Medienvertretern) von Anfang an im Workshop bedacht werden. Dies verhindert das sogenannte „Locked-in-Syndrom“ und bringt oft interessante Anregungen, setzt aber auch Mut und hohe Kritikfähigkeit seitens des Unternehmens voraus.

In jedem Fall gilt es, dieses breite Bündel an Maßnahmen klug zu strukturieren, notfalls zu ergänzen und schließlich zu priorisieren. Vor der Konsolidierung in o.g. Matrix, schlagen wir hierbei zunächst den kleinen „Umweg“ über die Wertschöpfungskette vor: Die identifizierten Maßnahmen werden zunächst im gemeinsamen Workshop in der jeweiligen Unternehmensfunktion verankert. Dies gibt in der Regel einen schnellen Einblick in den Schwerpunkt der angedachten Maßnahmen (häufig im Personal, der Fertigung oder im PR-/Kommunikationsbereich), zeigt somit aber auch Lücken auf, die es ggf. durch weitere Ansätze zu füllen gilt.

Im nächsten Schritt erfolgt die Priorisierung der Maßnahmenvielfalt. Als einfaches Hilfsmittel hat sich die Eisenhower-Matrix aus Wichtigkeit vs. Dringlichkeit bewährt. Aber auch komplexere, multi-variable Bewertungsmethoden sind möglich, wenn einem bestimmten Aspekt besonders Rechnung getragen werden soll (z.B. der Bedeutung der Vertrauensbildung bei Mitarbeitern und Kunden, der Komplexität der Maßnahmenumsetzung, etc.). Ergebnis bleibt in allen Fällen eine Übersicht der wichtigsten Maßnahmen, die es mit Verantwortlichkeiten zu versehen, en détail mit Meilensteinen zu planen und intensiv nachzuverfolgen gilt. Die daraus entstehende Roadmap sollte von einem Hauptverantwortlichen gesteuert und in regelmäßigen Abständen zu schnellen Zwischenergebnissen (Stichwort „Rapid Prototyping“) geführt werden.

Neben den Managementqualitäten dieses Hauptverantwortlichen ist dabei vor allem die Frage der Verantwortlichkeit und Durchsetzungskraft dieser Person wesentlich. Als „Ritter ohne Schwert“ wird das CSR-Engagement schnell hinter den Erwartungen zurück bleiben. Es ist daher für den Erfolg Ihrer Aktivitäten wesentlich, auch eine starke CSR-Governance zu etablieren. Wie Sie dies auf Basis vorhandener oder leicht zu schaffender Strukturen erreichen können, behandeln wir in der kommenden Kolumne.

Ich hoffe, Sie mit diesen Ideen und unserer partnerschaftlichen Beratungsphilosophie neugierig gemacht zu haben. Wenn Sie Fragen zu ersten Nachhaltigkeitsschritten und unseren „Quick Checks“ haben, freuen wir uns genauso, wie über erfahrene Unternehmen mit ehrgeizigen Weiterentwicklungszielen. Sie haben das Wort – melden Sie sich jederzeit mit Ihren Rückfragen und Anregungen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Merkes

 

Bisher in dieser Kolumne:

– Warum beschäftigen sich Unternehmen überhaupt mit dem Thema Nachhaltigkeit bzw. warum sollten sie dies tun (Motivatoren & Handlungstreiber)?

– Welche CSR-Managementansätze und –philosophien gibt es, was kennzeichnet sie?

– CSR in der Umsetzung I: Wie kann CSR in der Wertschöpfungskette verankert werden?

– CSR in der Umsetzung II: Wie könnte eine idealtypische Herangehensweise für ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement in Ihrem Unternehmen aussehen

– CSR in der Umsetzung III: Typische Herausforderungen bei der Umsetzung der „idealtypischen“ CSR-Herangehensweise

– CSR in der Umsetzung IV: Welche einfachen Einstiegsmöglichkeiten gibt es für interessierte Unternehmen: Ideenfindung durch Innovations-Workshops entlang des Produktlebenszyklus‘ oder innerhalb der spezifischen Wertschöpfungskette des Unternehmens – kleine Schritte, große Ergebnisse

Kommende Schwerpunkte:

– CSR in der Umsetzung VI: Wie messe ich den Wertbeitrag und Erfolg meines CSR-Engagements – was bringt es?

– „Best Practices“ – Welche konkreten Projektbeispiele gibt es, von denen Ihr Unternehmen lernen kann?

 

Über den Autor:

Ulrich Merkes ist ein erfahrener Projektmanager mit einem internationalen Hintergrund in Strategie- und IT-Beratung. Er ist Geschäftsführer der „Vineta GmbH – Realising Sustainability”, einem ‘think & do-tank’ und internationalen Netzwerk aus freiberuflichen Seniorberatern in den Bereichen Innovation, Corporate Social Responsibility (CSR), Non-Profit Management und Entwicklungszusammenarbeit mit der Wirtschaft. Vineta ist davon überzeugt, dass ökologisch bzw. sozial sinnvolles Handel und ökonomischer Erfolg zwei Seiten der gleichen Medaille im unternehmerischen Ecosystem sein können. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Ulrich 10 Jahre in der Unternehmensberatung tätig, hiervon 7 Jahre bei Deloitte Consulting. Sein Beratungsschwerpunkt lag dabei vor allem auf Entwicklung, Alignment und Implementierung von Unternehmens-, CRM- und IT-Strategien, der Organisationsentwicklung, Corporate Governance, Prozess-Reengineering und Business Development. 2003 hat Ulrich in Barcelona erfolgreich als Master of International Business Management graduiert. Seit 2007 ist Ulrich nunmehr als freier Berater für verschiedene private und öffentliche (Nichtregierungs-) Organisationen tätig, um hier seinen bunten Hintergrund als „Social Entrepreneur“ für eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung einzusetzen.

Die VINETA GmbH interessierten Unternehmen eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten an – vom CSR Quick Check und Analyse-Werkzeugen über Fokus-Workshop und Strategie-Entwicklung bis hin zur konkreten Umsetzung in den Geschäftsalltag.

 

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