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Employer Branding ist für den Mittelstand entscheidend

Fabrice Schmidt, mydays, Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterbindung, Schenk-Experte, Geschenke
Bild: © Fabrice Schmidt, mydays GmbH

In der Themenserie „Personalmarketing im Wandel“ spricht Fabrice Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der mydays GmbH, heute über das Thema Employer Branding und welche Bedeutung es für den Mittelstand hat.

Am 05. Juni 2014 haben wir bereits mit Fabrice Schmidt über Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung gesprochen: „Mitarbeitermotivation: Positives Arbeitsumfeld schafft mehr Leistungsbereitschaft“.

Interview mit Fabrice Schmidt zu Employer Branding

Herr Schmidt, warum haben Sie das Thema Employer Branding für das heutige Interview gewählt?

Im letzen Gespräch ging es ja um die Themen Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung, also auch um die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen. Das Employer Branding ist ein sehr nützliches Tool, um das eigene Unternehmen zu positionieren, was mitunter bei der Mitarbeiterbindung sehr entscheidend ist. Da hier immer auch Aspekte des Personalmarketings einfließen, wollte ich dies heute speziell thematisieren.

Inwieweit raten Sie Unternehmen, im Bereich Employer Branding aktiv zu werden und zu investieren?

Letztendlich muss das natürlich jedes Unternehmen beziehungsweise das Management für sich selbst entscheiden, ob und wie intensiv sie sich mit dem Thema befassen wollen. Allerdings sollten sich gerade Mittelständler darüber im Klaren sein, dass auch das „nicht kommunizieren“ oder „konsequente ignorieren“ der Thematik ein deutliches Statement abgibt. Eine Außenwirkung hat man als Unternehmen immer, ob man nun will oder nicht. Alle Unternehmen, die beispielsweise die Problematik Fachkräftemangel frühzeitig lösen wollen, sollten sich aber mit Employer Branding beschäftigen.

Sie sprechen das Thema Fachkräftemangel an. Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, durch Employer Branding dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken?

Beim Employer Branding geht es ja darum, das Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung als positive Arbeitgebermarke zu positionieren. Vor allem in hart umkämpften Märkten sind Firmen darauf angewiesen, die besten Mitarbeiter und Spezialisten für sich zu gewinnen. Das kann nur gelingen, wenn auch die potentiellen Bewerber Lust auf das Unternehmen haben. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten der Motivation unterschieden: Zum einen die Von-Weg-Motivation, die beispielweise bei einem Mitarbeiter, der innerlich schon gekündigt hat, auftritt. Auf der anderen Seite die Hin-Zu-Motivation, also das, was eine Firma mit Employer Branding erreichen will, nämlich, dass sich High Potentials und Fachkräfte zuerst beim eigenen Unternehmen und erst in zweiter Instanz bei der Konkurrenz bewerben. Wenn die Außenwirkung quasi eine Sogwirkung auf junge Fachkräfte entwickelt, ist das Employer Branding erfolgreich.

Welche Maßnahmen gibt es konkret?

Das hängt natürlich davon ab, in welchem Bereich das Unternehmen Employer Branding betreiben möchte und mit welchem Ziel. Beispielsweise kann das anonymisierte Bewerbungsverfahren positiv auf potenzielle Bewerber wirken, da sie sich eventuell ohne diese Möglichkeit gar nicht erst beworben hätten. Hier wird konkret das Recruiting unterstützt. Die Mitarbeiterbindung fällt natürlich auch in den Maßnahmenbereich. Hierzu können diverse Angebote wie das ermöglichen von Home-Office Tätigkeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gemeinsame Sport- und Freizeitaktivitäten oder firmeninterne Erholungsmöglichkeiten zählen. Gerade das Gesundheitsmanagement, also alles was der Regeneration und Erholung der Mitarbeiter dient liegt voll im Trend. Aus unserer täglichen Arbeit mit Firmenkunden weiß ich, dass das Health & Care Management in Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Personalpolitik geworden ist. Entscheidend ist, dass das, was nach außen kommuniziert wird, auch im Unternehmen tatsächlich gelebt wird. Es ist daher darauf zu achten, dass nicht alles was in der Theorie möglich ist, einfach nur versprochen wird ohne es später auch einzuhalten. Sowas spricht sich dann nämlich genauso schnell rum wie ein positives Betriebsklima. Die Mitarbeiter sollten, wenn möglich, auch in diesen Prozess mit einbezogen werden, denn nur so kann die Geschäftsleitung auch das richtige Maßnahmenpaket für die Angestellten schnüren. Dabei gehört das sensibilisieren der Führungskräfte zu einem der Schlüsselaspekte, schließlich tragen sie die Maßnahmen in die Abteilungen und sorgen mit ihrem Auftreten bereits für mehr Motivation.

Es gibt also auch eine Reihe Stolpersteine, über die man fallen kann. Welchen Rat können Sie Firmen geben, welche die Notwendigkeit erkannt haben, aber einfach noch nicht wissen wie sie starten sollen?

Richtig, Planung ist wichtig. Wie schon gesagt, macht es überhaupt keinen Sinn zu versuchen die komplette Bandbreite an Möglichkeiten umzusetzen. Auch wenn es im entsprechenden Unternehmen viele Bereiche gibt, bei denen Employer Branding unterstützen könnte, so sollte zunächst der Bedarf analysiert werden. Sind die Key-Needs einmal identifiziert, so können innovative und vor allem kreative Maßnahmen darauf abgestimmt geplant und umgesetzt werden. Natürlich müssen im weiteren Verlauf alle Maßnahmen kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden. Erste positive Anzeichen für den Erfolg kann beispielweise ein Anstieg der Initiativbewerbungen sein. Sobald Bewerbungen aufgrund von Empfehlungen aus den Reihen der eigenen Mitarbeiter kommen, kann man sagen, dass das Employer Branding erfolgreich war.

Mitarbeiter als Sprachrohr des Unternehmens also. Gehört für Sie das Internal Branding automatisch mit zum Prozess, das Unternehmensbild zu prägen?

Für mich hängt das unmittelbar zusammen. Wenn es eine Firma durch entsprechende Maßnahmen schafft, dass die Mitarbeiter von sich aus ein positives Unternehmensbild nach außen kommunizieren, ist das schon ein Beweis, dass vorangegangene Maßnahmen greifen. Dieser positive Schwung sollte aber unbedingt genutzt werden, da niemand besser die Begeisterung für eine Marke transportieren kann, als die Mitarbeiter selbst.

Herr Schmidt, vielen Dank für das Gespräch und die interessanten Ausführungen zum Thema Employer Branding.

Fabrice Schmidt, mydays, Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterbindung, Schenk-Experte, Geschenke
Bild: © Fabrice Schmidt, mydays GmbH

Das Interview mit Fabrice Schmidt, Geschäftsführer der mydays GmbH, führte Oliver Foitzik (Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO).

Über Fabrice Schmidt

Gerade die Themen Personalmarketing und Mitarbeitermotivation werden bei Fabrice Schmidt großgeschrieben. Nachdem die von ihm gegründete Firma mydays mittlerweile über 80 Mitarbeiter zählt, stellte Schmidt fest, dass für viele der Angestellten ein angenehmes Arbeitsklima, nette Kollegen und anspruchsvolle Tätigkeiten weit wichtiger sind als monetärer Ausgleich. Gerade Teambuilding-Events und weitere außerbetriebliche Aktivitäten stehen für das gesunde Betriebsklima der mydays GmbH an erster Stelle. So sollen die Mitarbeiter das Produkt selbst erleben und bekommen regelmäßig die Möglichkeit, Erlebnisse selbst zu testen. Der Schenkexperte Fabrice Schmidt hat den Trend, Zufriedenstellung und Motivation von Mitarbeitern zu erhöhen, erkannt und sich dem Motto „Erfolg aus Emotion“ verschrieben. Die Begeisterung der eigenen Mitarbeiter über originellere Formen der Wertschätzung führte ihn zu dem Entschluss, auch den Geschäftskundenbereich weiter auszubauen und anderen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Mitarbeiter und Management mit kreativen Geschenken zu motivieren.

Mehr zu seiner Person finden Sie auf dem Expertenprofil von Fabrice Schmidt und unter b2b.mydays.de.

 

Oliver Foitzik

2 Kommentare zu “Employer Branding ist für den Mittelstand entscheidend

  1. Hallo Herr Foitzik,
    ergänzend hierzu gibt es gerade ein aktuelles Interview von Gunther Wolf, ein Employer-Branding-Experte, der u.a. erklärt, warum nach wie vor so wenige deutsche Unternehmen eine Employer-Branding-Strategie umsetzen: bit.ly/1qLyO3r.

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