Management

Wandel kommunizieren (2): Inspirieren für den Wandel

… aus der zweiwöchentlichen Themenserie „Speak like a leader – Reden und Überzeugen als Führungskraft“ mit dem Unternehmensberater und international angesehenen Experten zum Thema Führung Lars Sudmann. Nach Wandel kommunizieren (1): Die Grundlage legen, geht es heute um zwei weitere zentrale Punkte: Den Grund des Wandels zu kommunizieren und Inspiration zu geben.

Geben Sie ein Warum

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Wandel kommunizieren und leben – Sagen Sie das WARUM. Nehmen Sie die Menschen mit. Das WIE wird akzeptiert. (Bild: © S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Bereits Nietzsche hat erwähnt: „Wer ein WARUM hat, erträgt fast jedes WIE“. Ganz häufig wird in Wandel-Vorträgen aber nur das „WIE“ und nicht das „WARUM“ kommuniziert. Und dann fragt sich das Publikum, warum denn schon wieder ein Wandel kommen muss und welche Sau nun wieder durchs Dorf gejagt wird. Zeigen Sie stattdessen das „WARUM“, den Grund des Wandels.

Neben klassischen Datenentwicklungen (siehe Beitrag „Merkeffekte: Präsentationen, die hängen bleiben“) ist eine weitere Methode, das Publikum direkt einzubeziehen. Ein Beispiel aus einer Präsentation eines Kunden war für mich in diesem Zusammenhang sehr spannend. Er fragte im Rahmen der Ankündigung eines neuen Softwaresystems:

„Wie viele haben von Ihnen das Feature X in den letzten sechs Monaten benutzt? In den letzten zwölf Monaten?“ Kaum Hände kamen hoch. Daraufhin hat er fortgefahren: „Genau, aber wir müssen für dies alles bezahlen und die Kosten haben sich in den letzten Jahren enorm aufaddiert. Darum ist die Zeit gekommen, dass wir das System wechseln müssen.“

Das ist ein riskanterer Weg, da man nicht weiß, wie das Publikum reagiert. Diese Methode kann aber enorme Wirkung haben, weil eine direkte Verbindung mit dem Publikum aufgebaut wird. Das Stichwort heißt immer, aktiv den Wandel kommunizieren.

Inspiration für den Wandel

Überlegen Sie einmal kurz: Was inspiriert Sie persönlich in einem Vortrag oder auch ganz allgemein?

Jeder beantwortet diese Frage anders. Ganz häufig kommen allerdings Antworten wie: Die Leistung, die jemand geschafft hat, der Lebensweg einer Person und „Was die geschafft haben …“. In dieser Phase ist es daher auch wichtig, zu zeigen, was möglich ist und was die möglichen Vorteile des Wandels sind. Hier einige Schritte, die Sie machen können:

Heben Sie sogenannte „Pockets of Excellence“ hervor: Gibt es Abteilungen, Bereiche, Teams et cetera, die schon etwas auf dem Weg zu ihrem Ziel erreicht haben? Gibt es Beispiele aus anderen Unternehmen, Unternehmensbereichen und so weiter, die vielleicht schon den neuen Prozess, die neue Software und vieles mehr nutzen? Hier können Sie sie darstellen. Storytelling (siehe Beitrag „Merkeffekte: Präsentationen, die hängen bleiben“) ist hier besonders wirksam.

Zeigen Sie konkrete nächste Schritte auf: Es scheint beinahe paradox, aber häufig wirkt an dieser Stelle gerade das Konkrete sehr inspirierend. Zeigen Sie, was jeder einzelne tun kann, was konkret erwartet wird und gemacht werden kann. Gerade nachdem „das große Ganze“ sowie Beispiele für Erfolg dargestellt wurden, wünscht sich das Publikum Informationen darüber, was es denn „am nächsten Morgen“ machen kann.

Aktiv den Wandel kommunizieren – Zeigen Sie Enthusiasmus

Franz Fehrenbach, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Bosch, hat einmal über Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzende von BASF gesagt: „Wenn er spricht, dann spürt jeder, wie er für ein Thema brennt. Das überzeugt“.

Wenn Sie Ihre Botschaft des Wandels überbringen sollten Sie ebenfalls dieses Feuer haben, ansonsten wird es schwer, zu überzeugen. Hier geht es nicht nur um einen PowerPoint-Foliensatz, sondern um Ihren persönlichen Einsatz beim Vortrag. Die Leute müssen sehen, dass Sie dahinterstehen. Machen Sie hierfür einmal den „Passion-Check“ mit ein paar Kollegen oder einem Coach et cetera. Fragen Sie diese: Auf einer Skala von 1-10, wie leidenschaftlich und überzeugend war mein Vortrag? Und fragen Sie nach Gründen, wenn es im Durchschnitt weniger als 7-8 war.

Es geht immmer darum: aktiv den Wandel kommunizieren und dann auch dafür leben.

Zum Schluss: Leben Sie den Wandel

Die Elemente aus Teil 1 und 2 der Kommunikation des Wandels sollten Ihnen helfen, Ihre Führungskommunikation klar und inspirierend zu gestalten. Ein sehr wichtiges Element ist: Leben Sie den Wandel. Das klingt selbstredend. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, dass eine Führungskraft am Anfang meiner Karriere neu in ein Unternehmen kam. Er kündigte klar den Wandel an. Alle waren begeistert nach diesen Vorträgen, die Stimmung war gut, alle wollten loslegen. Und in den Wochen danach passierte nichts mehr, es folgten keine Taten. Machen Sie dies anders und leben Sie den Wandel.

Viel Erfolg beim Wandel kommunizieren!

Ihr Lars Sudmann

Hinweis: Wenn Sie die Grundlagen des Wandels verstehen wollen, lesen Sie dazu: Wandel kommunizieren (1): Die Grundlage legen.

 

Lars Sudmann, Speaker, Experte, Führung, Leadership
Foto: © privat / Lars Sudmann

Über Lars Sudmann

Lars Sudmann ist der Leiter von Sudmann & Company, einem auf Führungssentwicklung und Change Management fokussierten Beratungsunternehmen. Er ist ein international angesehener Experte zum Thema Führung und hat über zehn Jahre Managementerfahrung, unter anderem als CFO von Procter & Gamble Belgien. Lars Sudmann zählt zu seinen Kunden namhafte Großunternehmen wie Roche, BNP Paribas, Shell, die Deutsche Post und viele mehr. Darüber hinaus berät er auch mittelständische Unternehmen und ist an der TU Braunschweig und der RWTH Aachen in der universitären Lehre tätig. Lars Sudmann hat als Redner selber zwei Mal bei TEDx-Veranstaltungen gesprochen und hat darüber hinaus viele Auszeichnungen erhalten, beispielsweise als Europameister der Rhetorik.

Mehr finden Sie im AGITANO-Expertenprofil von Lars Sudmann und im Internet auf www.lars-sudmann.com (inkl. Videos von ihm „in Aktion“).

Oliver Foitzik

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