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5 Fragen – 5 Antworten zur Lage der deutschen Stahlindustrie

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Noch lange kein altes Eisen: Die deutsche Stahlbranche spielt in der hiesigen Wirtschaft nach wie vor eine entscheidende Rolle. Denn sie ist eine wichtige Basisindustrie für viele andere Wertschöpfungsketten, wie Maschinenbau, Automobil- oder Elektro-Industrie. Außerdem zählt Deutschland mit einer jährlichen Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Rohstahl zum größten Stahlhersteller in der Europäischen Union. Doch welchen Stellenwert hat der Industriezweig auf globaler Ebene? Und wo liegen aktuelle Herausforderungen für die Stahlbranche? Grundlegende Antworten hierzu liefert der folgende Beitrag.  

1. Welche internationale Bedeutung hat die deutsche Stahlbranche?

Was die internationale Stahlproduktion angeht, belegt die deutsche Stahlbranche lediglich Platz sieben. Denn mit einer jährlichen Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Rohstahl entfallen nur 2,6 Prozent der weltweiten Stahlerzeugung auf die Bundesrepublik. Angeführt wird die internationale Stahlproduktion dabei von China mit 831,7 Millionen Tonnen, gefolgt von Japan mit 104,7 Millionen Tonnen und Indien mit 101,4 Millionen Tonnen.

2. Wer sind die wichtigsten Handelspartner?

Zu den bedeutendsten Abnehmern des in Deutschland produzierten Stahls zählen Partnerländer innerhalb der EU. In diese Länder gehen etwa 80 Prozent der deutschen Stahlexporte. Darüber hinaus zählt die USA zu den wichtigsten Handelspartnern. Deswegen befürchtete die Wirtschaftsvereinigung Stahl, dass deutsche Stahlexporte aufgrund der vom amerikanischen Präsidenten Trump verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminium belastet werden. Bislang hält sich die Belastung für die deutsche Stahlbranche jedoch in Grenzen, wegen des überschaubaren Volumens dieser Stahlexporte.

3. Wer ist der „Sockel“ der Stahlindustrie?

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Hauptsitz des Unternehmens Fratelli Mariani (Bild: © Fratelli Mariani)

Den „Sockel“ für die deutsche Industrie formt in erster Linie der Mittelstand. Und das gilt auch für die deutsche Stahlbranche: knapp 80 Prozent der stahl- und metallverarbeitenden Unternehmen beschäftigen maximal 100 Angestellte. Um sich neben Großkonzernen und globalen Konkurrenten zu behaupten, sind besonders klein- und mittelständische Unternehmen an einem reibungslosen Geschäftsbetrieb interessiert. Das schließt unnötige Investitionen mit ein. Das gewährleisten beispielsweise qualitativ hochwertige Maschinen und Industrielösungen, die spezialisierte Anbieter wie Fratelli Mariani, anbieten.

4. Wo befinden sich die wichtigsten deutschen Produktionsstandorte?

Die Top drei der bedeutendsten Rohstahlproduktionsstandorte führt Thyssenkrupp Steel Europe mit dem Hauptsitz Duisburg an. Der Konzern produziert jedes Jahr rund zwölf Millionen Tonnen Rohstahl und schloss vor einiger Zeit eine Kooperation mit einem europäischen Ableger des indischen Stahlunternehmens Tata Steel Europe. Europaweit arbeiten derzeit rund 50.000 Angestellte für das gemeinschaftlich geführte Unternehmen. Auf Platz zwei der wichtigsten deutschen Rohstahlproduktionsstandorte liegt der luxemburgische Stahlhersteller ArcelorMittal. Dessen Produktionsstätten lokalisieren sich jeweils in Eisenhüttenstadt, Bremen und in Hamburg, wo rund acht Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt werden. Auf dem dritten Rang steht die Salzgitter AG. Diese produziert jährlich knapp sieben Millionen Tonnen Rohstahl und befindet sich in der gleichnamigen niedersächsischen Stadt.

5. Wo liegen aktuelle Herausforderungen für die deutschen Stahlbranche?

Eine bereits spürbare Folge bewirkte der Billigstahl aus Fernost: China und andere Billigproduktionsländer erschweren es der deutschen Stahlbranche mehr und mehr, auf dem Weltmarkt zu konkurrieren. Die Konsequenz zeigt sich durch den Abbau von Arbeitsplätzen: Während 1980 noch knapp 300.000 Stahlarbeiter beschäftigt wurden, sank deren Zahl 2015 auf 85.000. Darüber hinaus besteht weiterhin die Sorge, dass sich die von den USA verhängten Strafzölle in naher Zukunft negativ auf die Handels- und Exportströme auswirken können.

Karin Kreuzer

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