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AGROMEX Geschäftsführer Franz Rembold im Interview: Warum der Mittelstand Wirtschaftsmotor und Wohnungsbauer ist

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Der Mittelstand gilt in Deutschland als Säule der sozialen Marktwirtschaft. Unbestritten ist, dass mittelständische Unternehmen entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft sind. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und prägen durch Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Der Mittelstand erwirtschaftet mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, stellt fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit. Wie sich das besonders in Berlin auswirkt, erklärt Franz Rembold, Geschäftsführer von AGROMEX, im Interview.

Warum nicht Großkonzerne die Wirtschaft vorantreiben

Oft sind es nicht die großen Konzerne, die die Wirtschaft vorantreiben. „Berlin ist eine Stadt des Mittelstands. Mehr als 90 Prozent der Betriebe zählen hierzu“, sagt Franz Rembold, Geschäftsführer des Immobilienentwicklers AGROMEX. Diese Firmen kommen in der Regel auf einen Jahresumsatz zwischen einer Million und 50 Millionen Euro oder haben bis zu 500 Mitarbeiter – so die gängige Definition für die sogenannten KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen). Die KMUs sind ganz entscheidend für die Leistungskraft der Berliner Wirtschaft. Darunter sind nicht selten sogenannte „hidden champions“, die Vorreiter ihrer Branche, manchmal sogar Weltmarktführer, sind. Und das, ohne dass die Öffentlichkeit viel davon mitbekommt.

An unterschiedlichen Punkten in der Geschichte musste sich Berlin neu erfinden. Eine solide wirtschaftliche Basis wurde dabei immer durch den Mittelstand geschaffen. Selbst zu Zeiten, als Berlin nicht gerade als Hotspot für internationale Konzerne bekannt war. Mittlerweile gilt die Spree-Metropole als deutsche Start-up-Hauptstadt. Große und weltweit aktive Unternehmen haben sich alleine aus Prestige-Gründen niedergelassen. Doch abseits der hippen Mitte-Büros, die oftmals im Fokus des öffentlichen Interesse stehen, gibt es zahlreiche Traditionsunternehmen. Diese tragen seit vielen Jahren ihren Teil zur volkswirtschaftlichen Leistungskraft Berlins bei.

Mittelständische Bauwirtschaft in der Hauptstadt

„Insbesondere die mittelständische Bauwirtschaft ist in Berlin eine Schlüsselbranche. Sie ist wirtschaftliche Größe und gesellschaftliche Kraft“, so Franz Rembold, AGROMEX Geschäftsführer. „Denn der Mittelstand sichert Arbeitsplätze vor Ort und in der Mitte der Gesellschaft.“ Investitionen am Bau wirken im Inland. Sie fließen nicht ins Ausland ab. Konsumtive Ausgaben haben aufgrund der weltwirtschaftlichen Verflechtung nur einen begrenzten Effekt für die Binnenwirtschaft. Die Bauwirtschaft stabilisiert dagegen die Binnenkonjunktur aus der Mitte heraus und Investitionen in die kommunale Infrastruktur sichern die Arbeitsplätze vor Ort. Ganz entscheidend in diesem Zusammenhang ist die Schaffung von Wohnraum in der von Wohnungsmangel und explodierenden Mietpreisen gebeutelten Stadt.

Mittelständische Unternehmen wie die bereits 1989 gegründete AGROMEX entwickeln Wohnraum für alle Einkommensklassen in der Hauptstadt. Sie sorgen dafür, dass bei den Mietpreisen Druck vom Kessel genommen wird. Eine wichtige Aufgabe, denn bezahlbares Wohnen ist eine zentrale Zukunftsfrage für die Menschen. Innenminister Horst Seehofer sprach bereits von „der sozialen Frage unserer Zeit.“

Wohnraum für alle Einkommensklassen

Dabei fühlt sich der Mittelstand oft von der Politik vernachlässigt und verlangt ein klares Bekenntnis der Parteien zur sozialen Marktwirtschaft und dem Stellenwert, den die mittelständische Baubranche in Berlin hat. Zu Recht, denn die mittelständischen Unternehmen stehen zu ihrer Verantwortung.  AGROMEX ist seit 25 Jahren in Berlin aktiv und hat in diesem Zeitraum zahlreiche Projekte in der Hauptstadt entwickelt. In der Alten Kaulsdorfer Straße in Köpenick etwa sind aktuell 135 Wohnungen von AGROMEX fertig gestellt worden, die Wohnraum für alle Nutzungsbedürfnisse und für alle Einkommensklassen anbieten.

2017 stellte das Unternehmen in der Heidelberger Straße in Alt-Treptow ein Projekt fertig, mit dem insgesamt 159 Wohnungen entstanden sind, davon rund ein Viertel im sozial gebundenen Bereich: So wurden 40 Wohnungen zu Mietpreisen zwischen € 6,00 und € 7,50 vermietet. „Wir als mittelständisches Unternehmen sind seit 30 Jahren aktiv,  seit 25 Jahren überwiegend in Berlin und Leipzig“, so Franz Rembold, AGROMEX Geschäftsführer. „In dieser Zeit haben wir qualitätsvollen Wohnraum geschaffen, bei dem wir immer darauf geachtet haben, dass er sich in seine Umgebung einfügt und den Ansprüchen der Menschen gerecht wird. Damit haben wir einen wichtigen Beitrag für das Wachstum dieser Stadt geleistet.“

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Franz Rembold ist Geschäftsführer der AGROMEX GmbH & Co.KG (Bild: © AGROMEX GmbH & Co.KG)

Regionale Verbundenheit des Mittelstands

Ein weiterer Punkt ist die regionale Verbundenheit mittelständischer Unternehmen. Auch abseits der Metropolen sind diese nicht nur ein Arbeitsplatz- und Ausbildungsgarant für die Menschen, sondern oftmals auch sozial engagiert. Zahlreiche Initiativen, Förderungen und Spenden beruhen auf  Initiativen des Mittelstands und besitzen einen großen Stellenwert in der jeweiligen Region.

Diese Nähe zu den Menschen beruht auf der traditionellen Verbundenheit und der festen Verwurzelung der Unternehmen in ihrer Region. „Erfolgreiche Unternehmen operieren nicht im luftleeren Raum, sondern in einem funktionierenden Gemeinwesen“, so Rembold. „Wir von der Agromex GmbH & Co. KG sehen uns als Bestandteil dieses Gemeinwesens und engagieren uns in den Gemeinden, in denen wir unternehmerisch tätig sind, auf vielfältige Art und Weise auch sozial. Dies wird auch in der Zukunft so bleiben.“

Von einem florierenden Mittelstand profitieren alle

Der Mittelstand ist nicht nur ein Teil der Gesellschaft. Er ist eine unverzichtbare Stütze innerhalb des Wirtschaftssystems. Von einem starken mittelständischen Baugewerbe profitieren daher nicht nur die Unternehmen, sondern in erster Linie auch die Menschen, die nach einem Arbeitsplatz oder einer Wohnung suchen. Ohne diese Bauentwickler wird es nicht gehen, die Schaffung von Wohnraum wird vor allem in Berlin auch in Zukunft ein dringendes Thema sein: Eine Herkulesaufgabe, die nur gemeinsam zu bewältigen ist.

Herzlichen Dank, Herr Rembold, für die interessanten Ausführungen zum Thema Mittelstand als Wirtschaftsmotor. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Unternehmen weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Das Interview mit Franz Rembold führte Karin Kreuzer, Redakteurin AGITANO.

Weiterführende Info-Websites der Firma AGROMEX finden Sie unter: www.agromex-berlin.de , www.agromex-bilder.de sowie www.agromex-referenzen.de .

Karin Kreuzer

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