Deutschland

Equal Pay belastet die Zeitarbeitsbranche geringer als erwartet

Der Zeitarbeitsmarkt dürfte 2014 stagnieren. Als größtes Wachstumshindernis gilt aus Sicht der branchenführenden Unternehmen allerdings nicht das sogenannte Equal Pay, welches zwar die Zeitarbeit verteuerte, sondern der für einige Wirtschaftszweige prognostizierte Fachkräftemangel. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor.

Equal Pay wird von der Branche gut verkraftet

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Equal Pay belastet die Zeitarbeit weniger als von der Branche erwartet (Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de)

Der Umfrage zufolge erwarten die 30 befragten Betriebe für das laufende Jahr einen Rückgang der Zeitarbeitsbeschäftigten um rund ein Prozent auf durchschnittlich 865.000. Für 2014 prognostizieren die Branchenunternehmen einen leichten Zuwachs auf durchschnittlich 871.000 Beschäftigte.

Dabei wird von den Zeitarbeitsfirmen weniger das seit gut einem Jahr gültige Equal Pay als Wachstumshindernis gesehen. Zwar verweisen 45 Prozent auf die höheren Kosten für Zeitarbeitskräfte durch die Einführung zahlreicher tariflicher „Equal-Pay“-Klauseln, jedoch: Die „[..] Umfrageergebnisse belegen, dass die Verleihbetriebe die höheren Kosten zumindest teilweise auf die Entleihbetriebe umlegen konnten, ohne dass die Nachfrage eingebrochen wäre“, so Dr. Ralph Niederdrenk, Zeitarbeitsexperte und Partner bei PwC. „Entgegen der ursprünglichen Erwartung hat die Zeitarbeitsbranche die Einführung von Equal Pay also gut verkraftet.“

Prognostizierter Fachkräftemangel als Wachstumshindernis Nr. 1

Nur knapp jedes dritte Unternehmen erwartet eine konjunkturell bedingt schwächere Arbeitskräftenachfrage. Die wesentliche Ursache für die Stagnation des Zeitarbeitsmarktes ist nach Einschätzung von knapp 60 Prozent der Befragten der prognostizierte Fachkräftemangel.

Werkverträge als Alternative

Auch der Verleihmix, also die prozentuale Verteilung der Zeitarbeitskräfte nach Qualifikation, hat sich entgegen der Erwartungen der Betriebe durch die ‚Equal-Pay’-Regelungen kaum verändert. Nach wie vor haben rund 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer keinen Berufsabschluss – vor einem Jahr hatten die befragten Betriebe erwartet, dass der Anteil ungelernter Hilfskräfte auf Grund der höheren Lohnkosten auf unter 20 Prozent sinken würde. Demgegenüber ist der Anteil der Akademiker und Ausgebildeten in Angestelltenpositionen von 37 Prozent auf 33 Prozent gesunken. Vor Jahresfrist hatten die Zeitarbeitsunternehmen einen Anstieg auf 44 Prozent prognostiziert.

Die befürchtete Verdrängung von Zeitarbeit durch Vergabe von Werk- beziehungsweise Dienstverträgen ist ebenfalls nicht in dem prognostizierten Ausmaß eingetreten. Allerdings liegen hier Erwartungen und tatsächliche Entwicklung vergleichsweise nahe beieinander: Waren vor einem Jahr 73 Prozent der Zeitarbeitsbetriebe von einer verstärkten Auftragsvergabe an Subunternehmer ausgegangen, sehen aktuell immerhin 59 Prozent ihre Erwartungen bestätigt.


(cs)

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