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Existenzgründung: In sechs Schritten zum Franchise-Nehmer

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Existenzgründung in einem Franchise-System als Franchise-Nehmer ist eine valide Option. (Bild: © GG-Berlin / pixelio.de)

Für viele Menschen ist die Selbstständigkeit eine denkbare Alternative zum Angestelltenverhältnis. Tatsächlich gründen jedoch in Deutschland immer weniger eine berufliche Existenz. Vier von fünf Deutschen haben in einer Studie angegeben, Angst vor dem Scheitern zu haben und deshalb den Schritt in die Selbstständigkeit zu meiden. Dabei gibt es attraktive Alternativen zur klassischen Selbstständigkeit, die mehr Sicherheit versprechen – zum Beispiel Franchising. Die folgenden Schritte müssen angehende Franchise-Nehmer gehen, wenn Sie sich mit einem erprobten Geschäftskonzept selbstständig machen wollen.

1. Kommt eine Existenzgründung als Franchise-Nehmer in Frage?

Wenn konkretes Interesse an einer Existenzgründung besteht, sollte man sich auch mit der Möglichkeit des Franchisings auseinandersetzen. Schließlich kann man hier gegen Gebühr erprobte Geschäftskonzepte und eine bekannte Marke für sein eigenes Geschäft nutzen. Aber nicht jeder ist als Franchise-Nehmer geeignet. Wenn man einen ausgeprägten Freiheitsdrang verspürt und sich nicht vorstellen kann, als Unternehmer einem gewissen Reglement zu unterliegen, dann wird man wahrscheinlich als Franchise-Nehmer Schwierigkeiten haben. Die Regeln dienen zwar in erster Linie dazu, den eigenen und den Erfolg des gesamten Systems zu sichern, trotzdem können sich manche Unternehmer nicht vorstellen, sich hier einzugliedern. Mittlerweile geben aber die meisten Franchise-Systeme ihren Partnern gewisse Mitbestimmungs- und Mitsprachemöglichkeiten, die den Eintritt in ein Franchise-System als Franchise-Nehmer attraktiver machen.

2. Finanzen checken

Wie viel Geld man für eine Existenzgründung braucht, ist immer von der Art des Unternehmens abhängig. Braucht man eine Küchen- und Restaurantausstattung oder vielleicht nur ein Büro mit Telefon- und Internetanschluss? Genauso verhält es sich im Franchising – das benötigte Eigenkapital variiert von System zu System deutlich. Umso wichtiger ist es, sich bereits vor der Suche nach einem geeigneten Franchise-System einen genauen Überblick über die eigene finanzielle Situation zu verschaffen. Viele Franchise-Systeme erfragen direkt beim ersten Kontakt die Höhe des verfügbaren Eigenkapitals, da sich hieraus ableiten lässt, ob eine Selbstständigkeit mit dem angedachten Konzept für den Franchise-Nehmer überhaupt finanzierbar und somit machbar ist.

3. Das passende Franchise-System finden

Das ist gar nicht so einfach und erfordert eine Menge Recherchearbeit. Man sollte sich fragen, welche Branchen in Frage kommen, wie viel verfügbares Eigenkapital vorhanden ist und welche Interessen und Fähigkeiten man mit der Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer ausleben möchte. Die bisherige Berufserfahrung ist hier aber nur bedingt relevant, da die meisten Franchise-Systeme für Quereinsteiger konzipiert sind. Durch Schulungen, Betreuung und Trainings kann alles erlernt werden, was für den Betrieb des eigenen Franchise-Unternehmens nötig ist.

4. Erste Kontaktaufnahme und persönliches Treffen

Der erste Kontakt kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise ablaufen. Vielleicht wendet man sich erst einmal per E-Mail an das Franchise-System, man stellt in einem Franchise-Internetportal eine Anfrage oder greift gleich zum Telefon. Der Ablauf, der dann startet, ist von Franchise-System zu Franchise-System verschieden. Manche schicken an den interessierten Franchise-Nehmer zunächst weiteres Informationsmaterial, andere melden sich gleich persönlich zurück. Wie auch immer der Einstieg verläuft, wenn beide Seiten Interesse an der Franchise-Partnerschaft haben, kommt es über kurz oder lang zu einem persönlichen Kennenlernen. Hier sollte der Franchise-Interessent die Gelegenheit nutzen, spezifische Fragen zu stellen, was bedeutet, dass man sich entsprechend auf das persönliche Kennenlernen vorbereiten sollte. Speziell für diesen Anlass hat das FranchisePORTAL ein kostenloses E-Book veröffentlicht, das auf das Gespräch zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer vorbereiten soll und kann.

5. Franchise-Handbuch und Franchise-Vertrag

Noch bevor der Franchise-Vertrag unterzeichnet wird, erhält der angehende Franchise-Nehmer Einblick in das Franchise-Handbuch. Dies geschieht jedoch erst zu einem späten Zeitpunkt des Kennenlernens und unterliegt strengen Vorgaben: So soll verhindert werden, dass das Know-how – welches explizit aus dem Handbuch, das wie eine Gebrauchsanleitung für den laufenden Betrieb funktioniert, hervorgeht – von Dritten kopiert wird. Der Umfang des Franchise-Vertrags wirkt für viele Franchise-Nehmer zunächst abschreckend. Hier ist es sinnvoll, den Vertrag gemeinsam mit einem auf Franchising spezialisierten Anwalt Punkt für Punkt durchzugehen, um sicherzustellen, dass man mit allen Punkten leben kann oder um in Verhandlungen mit dem Franchise-Geber zu treten.

6. Betriebseröffnung

Wenn nicht schon während der Kennenlernphase ein geeigneter Standort ausgewählt wurde, beginnt die Standortsuche und -Analyse spätestens mit dem Vertragsabschluss. Zudem werden erste intensive Schulungen und/oder Trainings on the Job bei anderen Franchise-Partnern für den Franchise-Nehmer erfolgen. Ist ein geeigneter Standort gefunden, wird dieser entsprechend der Corporate Identity eingerichtet und ausgestattet. Bei Systemen, bei denen kein Ladengeschäft nötig ist, unterstützt der Franchise-Geber seine Franchise-Nehmer auf andere Weise, zum Beispiel bei der Vermittlung erster Kunden.

Diese sechs Schritte sollen zur ersten Orientierung für potentielle Franchise-Nehmer dienen und bieten eine gute Ausgangsbasis für die weitere Recherche.

 

Zum Autor

Die FranchisePORTAL GmbH ist Betreiber und Herausgeber mehrerer Portale und Publikationen zum Thema Franchising, darunter www.franchiseportal.de. Das Informationsangebot umfasst eine Virtuelle Franchise-Messe mit rund 300 Ausstellern, Nachrichten aus der Franchise-Wirtschaft, Live-Chats mit Franchise-Experten und die Wissensvermittlung zum Thema Franchising.

 

Oliver Foitzik

4 Kommentare zu “Existenzgründung: In sechs Schritten zum Franchise-Nehmer

  1. “Franchise in 6 Schritten” Es liest sich wie das Patentrezept für Erfolg mit dem Vertriebsmodell “Franchise” als Vehikel.
    Leider sieht wohl bei der Mehrheit der deutschen Franchisesysteme die Realität anders aus, als hier vom (nicht benannten)Autor dargestellt. Z.B.:
    – Mitsprache der Franchisenehmer ist wohl eher die Ausnahme als die Regel.
    – Intensives Training und gründliche Einarbeitung ist in vielen Fällen die Übergabe eines dürftigen Handbuches nach Zahlung der Einmalgebühr.
    – Viele auf Franchise spezialisierte Anwälte und Berater sind wohl eher dem Lager der Franchisegeber beizuordnen, als das sie die Interessen der Franchisenehmer verpflichtet sind.

    Dieser Artikel streut von Anfang an Sand in die Augen der Interessenten für Franchise und lockt Sie in die Fänge der Franchise-Vermittler. Eines ist jedoch korrekt: Die Franchise-Wirtschaft verspricht tatsächlich regelmäßig “mehr Sicherheit durch Franchise, verglichen mit individuellen Gründungen”. Einen Beweis dafür konnte man allerdings bislang jedoch nicht erbringen.
    Der DFV hat andererseits jedoch selbst veröffentlicht, dass die Flukuationsrate der ca. 1000 deutschen Franchisegeber pro Jahr mit über 10% anzusetzen ist. So viel zum Thema der erprobtem Geschäftsmodelle…. .
    Trau – Schau – Wem?

    1. Der Artikel ist natürlich keine Bibel für potentielle Franchisenehmer, aber er gibt einem schon einen guten Basis-Überblick über Dinge, die man beachten soll. Bei so vielen unterschiedlichen Franchisingunternehmen, alleine die Bereiche: Shops, Restaurants, etc. kann man schwer in einem Artikel alles decken. Ich glaube, der Artikel dient lediglich dazu diejenigen zu erreichen, die sich vor der Selbständigkeit fürchten und aus diesem Grund keine eigene Idee – eine Marktnischenidee zu realisieren. Franchising ist hier eine gute Alternative – und das sagt der Artikel auch. Außerdem finde ich, sollte man genau deshalb nicht verallgemeinern. Ein aktuelles Beispiel in Deutschland ist die Fast Foot Kette Subway – die hat ihr Franchisingkonzept überarbeitet und bietet nun neben einer umfangreichen Einschulung auch weiterlaufende Seminare an und stellen jedem Franchisenehmer einen Partner seitens des Unternehmens zur Verfügung. Das nur als Beispiel, dass nicht jedes Unternehmen eine “Franchising Falle” ist – vor allem in der heutigen Zeit müssen auch die Unternehmen so weit sie können sicherstellen, dass ihre Filialen laufen.

    2. Offensichtlich hat Herr Kölln nur wenig Ahnung von professionellem Franchise oder er hat negative Erfahrung gemacht, die er verallgemeinert. Ich kann diese Horrorgeschichten schon nicht mehr hören und muss einfach meine Meinung sagen. Herr Kölln ist aber doch Franchiseberater, warum also dieser negative Bericht?

      Mitsprache der Franchisenehmer ist ein wertvolles Gut, denn die meisten Innovationen in einem guten System kommen von den Franchisenehmern.
      Wer so dumm ist und sich mit einem dünnen Handbuch abspeisen lässt, wird nie ein guter Unternehmer. Prüfe, bevor man sich bindet.
      Wenn man den richtigen Anwalt wählt, dann erhält man auch eine neutrale Antwort – also warum diese Attacke.
      Niemand wird in die Fänge eines Vermittlers gelockt, denn für einen Vermittler bezahlt der Interessent in der Regel überhaupt nichts, erhält dafür aber gratis Tipps zum Thema Franchise.
      Wenn der DFV sagt, dass die Fluktuationsrate NUR bei 10 % liegt, dann ist das ein sehr guter Wert, denn die Fluktuationsrate bei Existenzgründern ohne Franchise ist 5 x so hoch.
      Wenn sie Beweise für erfolgreiche Franchisenehmer suchen, dann kann ich ihnen Hunderte nennen, sie müssen nur positiv denken und fair recherchieren, was ihnen offensichtlich noch nicht gelungen ist.
      Das sagt ihnen ein Franchiseexperte mit 25 Jahren Erfahrung als Franchisenehmer, Masterpartner, Franchisegeber und heute Berater für internationales Franchise.

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