Deutschland

Frauen im Management: Wie ist der Stand?

Frauen im Management. Wohl kaum stand dieses Thema derart im Fokus, wie in den vergangenen Tagen. „Mehr Frauen in Führungspositionen – Bundestag beschließt Gesetz zur Frauenquote“ ließ das Bundesjustizministerium, für seine Verhältnisse nahezu euphorisch, kurz vor dem eben zu Ende gegangenen Wochenende verkünden. Zudem wurde am Samstag, den 07.03.2015, auf dem Feminess-Kongress die weibliche Sicht auf den Erfolg beleuchtet, passend zum gestern stattgefundenen Weltfrauentag. Anlass genug, um sich die Frage, wie stark inzwischen Frauen im Management vertreten sind.

Die Frauenquote spaltet die Nation

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Die einen wollen sie, die anderen nicht: Mehr Frauen im Management. (Bild: GG-Berlin / pixelio.de)

Es gab in der deutschen Geschichte Debatten, die wurden beziehungsweise werden recht emotional geführt. Die Frage nach dem Sinn und Unsinn des „Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“, kurz Frauenquote, gehört zweifelsohne dazu.

Für die Befürworter stellt dieses Gesetz ein dringend notwendiger Meilenstein auf den Weg zu mehr Frauen im Management dar. Für die Gegner dieses Gesetzes ist es nicht weniger als ein Schritt in die falsche Richtung.

Männer doppelt sooft als Frauen im Management

Unabhängig davon, welche Meinung man zur so genannten Frauenquote hat. Die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: zurzeit gibt es vergleichsweise wenige Frauen im Management. Darauf macht das Statistische Bundesamt anhand von Ergebnissen der jüngsten großen Datensammlung, dem Zensus 2011, aufmerksam.

Diesen zufolge waren zum Stichtag (09.05.2011) von den 21,4 Millionen erwerbstätigen Männern 6,8 Prozent (1,5 Millionen) in Führungspositionen tätig. Bei den insgesamt 18,2 Millionen erwerbstätigen Frauen waren es lediglich 600.000, was einem Anteil von 3,1 Prozent entspricht.*

Wird das Management der Zukunft weiblicher sein?

Diese Frage kann man in Anbetracht der vom Statistischen Bundesamt erhobenen Zahlen durchaus stellen. Denn der Zensus zeigt auch: Unter den jüngeren Beschäftigten ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern bezogen auf Managementpositionen nicht ganz so groß. Deutlich wird er erst bei der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen. Bei der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit am größten: In dieser arbeiten 9,7 Prozent der Männer als Führungskraft, aber nur 4,1 Prozent der Frauen.

*Die vollständigen Ergebnisse des Statistische Bundesamtes zu diesem Thema können Interessierte unter folgendem Link einsehen: https://www.zensus2011.de/SharedDocs/Aktuelles/Ergebnisse/PM_Destatis_20140530.html

Christoph Schroeder

Ein Kommentar zu “Frauen im Management: Wie ist der Stand?

  1. Als Führungskräfte-Trainerin bringe ich „Frauen in Führung und helfe Männern, damit zu leben“. Dazu gebe ich auch in großen Unternehmen separate Trainings für aufstrebende Frauen und für die Männer, die diese Frauen verstehen und (be-) fördern müssen. Es zeigt sich, dass gerade gemischt-geschlechtliche Teams und Führungscrews außerordentliche Ergebnisse erzielen. Dafür kommt es allerdings darauf an, nicht pauschal alle bestehenden Rollenbilder über den Haufen zu werfen. Das Geheimnis der gemeinsamen Stärke besteht nicht darin, Frau und Mann komplett gleich zu machen, sondern darin, das System durchlässiger zu machen, damit beide Geschlechter sich überhaupt erst fruchtbar ergänzen können.
    Hochqualifizierte Frauen müssen den Weg nach oben schaffen können, um dort ihre Wirkung zusammen mit den männlichen Kollegen zu entfalten. Und genau das ist das Problem: Frauen tun sich oft schwer mit der Männerwelt im Business. Die einen wollen da nicht mitspielen und geben sich mit weniger zufrieden, als ihnen zusteht. Die anderen revoltieren dagegen und stoßen so viele Männer vor den Kopf, dass diese ihnen alle Türen vor der Nase zuschlagen. Deshalb müssen Frauen lernen, sich clever durchzuboxen. Im Gegenzug müssen Unternehmen Strukturen schaffen, die weiblichen Talenten den Weg an die Spitze ebnen, ohne sie dauerhaft mit der „Quotensänfte“ nach oben zu tragen.
    Sigrid Meuselbach (www.meuselbach-seminare.de)

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