Einsichten & Ansichten

„Ich lebte nicht das Leben, das ich will“ – Wolfgang Sonnenburg im Interview

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Wolfgang Sonnenburg-“Lieber die ganze Welt gegen mich als meine Seele” (Bild: Kamphausen J. Verlag)

Zu einem Wandel im Leben braucht es manchmal schmerzliche Erkenntnisse. Wolfgang Sonnenburg kam die Erkenntnis, dass etwas in seinem Leben nicht nach den Vorstellungen läuft, die ihn im Innersten bewegen, auf einer Parkbank in der Mittagspause. Er folgte dem Ruf seiner Inneren Stimme und ließ sein altes Leben hinter sich. Sein altes Ich-starb, wie er selbst sagt. Warum es uns schwer fällt, auf unsere innere Stimme zu hören und ihr auch nachzugeben, erklärt er im ersten AGITANO-Interview. Wolfgang Sonnenburg hat seine Erfahrungen in seinem Buch “Lieber die ganze Welt gegen mich als meine Seele – Vom Mut zu sich selber zu stehen” verarbeitet und gibt Mut sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Hinweis der Redaktion: Wir verlosen auf AGITANO bis Freitag, 6. November 2015, Mittwoch, den 11. November (Achtung! Der Teilnahmezeitraum wurde verlängert – Nutzen Sie Ihre Chance!), 3 Exemplare von „Lieber die ganze Welt gegen mich als meine Seele“.

 

„Ich lebte nicht das Leben, das ich will“ – Mut zur Veränderung

Herr Sonnenburg, eben ist Ihr Buch „Lieber die ganze Welt gegen mich als meine Seele – Vom Mut zu sich selbst zu stehen“ erschienen. Ein etwas ungewöhnlicher Titel, der sich aus der Landschaft der „üblichen“ Business-Bücher oder Ratgeber erfrischend heraushebt. Wie sind Sie auf diesen Titel gekommen bzw. war es schwer, ihn bei einem Verlag durchzusetzen?

Mir war es wichtig, in meinem Buch wirklich jene Dinge anzusprechen, auf die es im Inneren ankommt. Es ist mir durchaus bewusst, dass viele Menschen auf diesem Planeten die Existenz ihrer Seele stark bezweifeln oder ihr Vorhandensein sogar vehement bestreiten. Aus diesem Ansatz heraus ist es sicher gewagt, einem Buch diesen Titel zu geben. Ich bin aber nun einmal davon überzeugt, dass wir alle eine Seele haben und diese ganz genau weiß, wozu wir hier sind. Wir müssen nur lernen, auf sie zu hören und ihrer „Führung“ zu folgen. Ich war also fest dazu entschlossen, diesen Titel bei einem Verlag durchzubringen, weil ich der absoluten Überzeugung bin, dass es höchste Zeit ist, sich dieses Themas anzunehmen und über das „Tabu“ Seele zu schreiben. Und zwar mit einem sehr „weltlichen“ Ansatz und nicht mit einem Zugang, der von vielen oft skeptisch als „esoterisch“ bezeichnet und abgelehnt wird. Dass jemand wie ich, der hohen beruflichen und damit auch finanziellen Erfolg erreicht hat, sich zu diesem Thema äußert, hilft meines Erachtens sehr, auch die Seelen-Skeptiker für diese Thematik zu interessieren. Mein Verlag hat diesen gedanklichen Hintergrund sehr gut verstanden und wir konnten uns zu meiner großen Freude rasch auf diesen Titel einigen.

Was ist die große elementare Aussage Ihres Buches, wozu rufen Sie mit diesem Werk auf?

Ich rufe mit meinem Buch eindeutig dazu auf, zu sich selber zu stehen. Den Mut zu finden, sich zu trauen, wirklich „man selber“ zu sein. Aus meiner Erfahrung heraus tun das nur die wenigsten Menschen. Auch wenn die meisten unter uns glauben, dass sie sehr authentisch leben und all das, was sie so den ganzen lieben Tag treiben und tun, wirklich aus innerster Überzeugung vollbringen. Das Gegenteil ist meist der Fall. Zahlreiche Menschen leben Leben, die sie eigentlich in dieser Form – tief drinnen – gar nicht wollen. Aber ein über Jahre mühsam aufgebautes Image hält sie im Würgegriff. Sie sind gefangen in der Falle dieser „Image-Ethik“, verfangen in den Attributen des äußeren Reichtums und können aus einem einmal aufgebauten Lebens-Konstrukt (Karriere, Häuser, Autos, Boote) nur noch schlecht aussteigen. Das Resultat: Sie machen einfach so weiter. Obwohl eine zu Beginn noch leise, dann immer lauter werdende Stimme ihnen insistent zuflüstert, dass da irgend etwas im Bereich der inneren Zufriedenheit nicht so ganz stimmen kann … Im Unterbewusstsein wissen sie genau: Sie leben an ihrer wahren Bestimmung vorbei. Dazu kommt, dass die meisten Menschen der fixen Überzeugung sind, dass nur der bisher gewählte (berufliche) Weg ihnen Reichtum und Anerkennung bringt. Sie haben Angst, alles zu verlieren, wenn sie dieser ihrer Bestimmung folgen. Die Grundaussage meines Buches ist es daher, ganz klar festzustellen, dass innerer und äußerer Reichtum einander nicht widersprechen. Sondern ganz im Gegenteil, sich perfekt und nahtlos ergänzen können.

Dieses Buch erzählt auch Ihre sehr persönliche Geschichte, Ihre eigenen Erfahrungen mit – man kann es nur so ausdrücken – radikalen Veränderungen. Sie haben ein nach außen sehr erfolgreiches Leben aufgegeben und neue, Sie glücklicher machende Lebensweisen gesucht. Wie hat dieser Weg für Sie begonnen?

Auch ich habe lange Zeit geglaubt, dass Erfolg und Ansehen im Leben eine Garantie für Zufriedenheit und Glück im Leben sind. Ich fuhr wie auf Schienen durch mein Leben und dachte, ich müsse einem Fahrplan folgen, den andere entworfen hatten, als einen sicheren Plan zum Erfolg. Dieser Plan wurde jedoch mehr und mehr einengend und anstrengend für mich. Ich habe die Bank reich gemacht, gearbeitet für Vergängliches und doch nur eine immense innere Leere kompensiert. Mir wurde klar, ich musste etwas verändern, raus aus dieser eintönigen Spur. Die Weichen anders stellen. Aber in welche Richtung? Ich war damals sehr erfolgreich als Unternehmer und Rechtsanwalt, hatte 20 Mitarbeiter und einen kostenintensiven Firmensitz, speiste in Sterne-Restaurants und fuhr vor diesen in Luxus-Automobilen vor. Ich tat dies alles aber nicht nur, ich WAR das alles. Diese Spur also zu wechseln, all dies aufzugeben, bedeutete erst mal, als mein damaliges Ich zu sterben. Und wer will schon sterben? Der Ruf in mir war also da, aber lange Zeit reagierte ich nicht …

Und dann kam ein gewisser Moment auf einer Bank in Hamburg, der die Umkehr brachte? Nach dem nichts mehr wie vorher war?

Eines Tages befand ich mich auf dem Weg zurück von einem Termin zu meinem Büro. Ich spazierte eine schöne Straße entlang und tat etwas, was mir viele Jahre nicht in den Sinn gekommen war. Ich setzte mich auf eine Bank. Aus einem Impuls heraus. Am helllichten Tag. Zur besten Arbeitszeit. Ich streckte die Beine weit von mir, sah in den Himmel und ließ meine Gedanken ziehen, wie die Wolken am Himmel. Welch ein unerhörter Luxus, so da sitzen zu können, ging es mir durch den Kopf. Luxus, auf einer Bank zu sitzen? Mir wurde schlagartig klar, dass ich diesen so einfach zu lebenden Luxus wie vieles andere vollkommen aus meinem Leben verbannt hatte. Dass es solche Momente für mich in meinem Alltag einfach nicht gab. Und ich realisierte plötzlich: „Ich lebe nicht das Leben, das ich will“. Mir wurde Schwarz vor den Augen und ich blieb wie in Schockstarre sitzen. Sehr lange Zeit saß ich auf dieser Bank … Und doch war dieser Moment auch eine ganz persönliche Sternstunde. Der Start auf einem neuen Weg. Dem Weg zu mir selbst.

Was machte diesen Moment auf der Bank, diesen Augenblick der Wahrheit so schockierend für Sie?

Die Realisierung, jahrelang einer bloßen Idee von Erfolg hinterher gelaufen zu sein. Eine Fassade aufgebaut zu haben, die im Grunde nichts mit mir zu tun hatte. Und vor allem die plötzliche und klare Einsicht, mich selber verloren zu haben. Das schmerzte. Aber wie meist im Leben braucht es radikalen und scharf wahrnehmbaren Schmerz, um wirklich in die Veränderung zu kommen. Auf dieser Bank in Hamburg überklebte ich den Schmerz nicht mit einem Pflaster – wie ich es so lange versucht hatte. Denn ich hatte durchaus bereits davor einige Aha-Erlebnisse gehabt – wenn auch nicht so stark wie in diesem Moment. Situationen, in denen ich spürte, dass etwas in meinem Leben „nicht richtig“ war. Etwas nach einer Änderung rief. Ein unterschwellig vorhandener Schmerz, der Aufmerksamkeit verlangte. An diesem Tag in Hamburg ließ ich den Schmerz in vollem Ausmaß zu, genau, wie ich auch die innere Stimme zuließ und ihr endlich aufmerksam zuhörte. Die nackte Wahrheit nahm ich in mich auf:

Ich hatte meinen Ehrgeiz, mein Talent und meine Fähigkeiten investiert, um etwas aus mir zu machen, war statt dessen aber wie zersplittert: außen der erfolgreiche Unternehmer, innen aber ein kleines, hilfloses Kind. Das war der Moment, in dem ich realisierte: Erfolg alleine im Außen ist kein Reichtum, sondern Armut. In diesem Moment beschloss ich, meine wahre Bestimmung zu erkunden und zu leben.

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Wolfgang Sonnenburg erkannte auf einer Bank, dass etwas in seinem Leben nicht stimmt. (Bild: © Wolfgang Sonnenburg )

 

Das Interview führte Katja Heumader, Redakteurin AGITANO.

 

Über Wolfgang Sonnenburg

In Einzelberatungen, Seminaren und Vorträgen hat Wolfgang Sonnenburg in vielen Ländern weit mehr als 250.000 Menschen durch sein fundiertes Erfolgswissen und Unternehmer-Know-How inspiriert und ihnen mit seinem die Herzen berührenden Vortrags-Stil gezeigt, dass materielle und immaterielle Erfüllung sich nicht ausschließen, sondern ganz im Gegenteil essenziell zusammengehören. Aus seiner jahrzehntelangen Forschungsarbeit entstanden Bücher, Hörbücher, Audio-Coaching-Programme, Lehrgänge und Selbstentwicklungsprogramme, mit denen er Menschen zu mehr geschäftlichem Erfolg und mehr privatem Glück verhelfen will. Mehr Infos zur Person finden Sie auf dem AGITANO-Expertenprofil von Wolfgang Sonnenburg und unter www.wolfgangsonnenburg.com.

Claudia Zesewitz

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