Finanzen

Internationalisierung des Europäischen Mittelstands – KMUs wünschen sich für sie passende Finanzierungslösungen

KMUs setzen weiterhin auf Standardlösungen

Um ihr Geschäft global auszuweiten, setzen KMU auf ein breites Angebot an Finanzprodukten in verschiedenen Bereichen. Bei der Handelsfinanzierung zum Beispiel stellen Banken den Firmen das notwendige Kapital zur Verfügung, um ihre Exportaktivitäten in Zusammenarbeit mit den ausländischen Geschäftspartnern zu finanzieren. Rund 50 Prozent der international tätigen KMU halten dieses Instrument für essenziell, um sich fremde Märkte zu erschließen. Außerdem bieten manche Finanzinstitute ihren Kunden Risikoabsicherung, vor allem bei Wechselkursschwankungen. Die Risikoabsicherung nehmen rund 75 Prozent der mittelständischen Betriebe für das internationale Cash-Management in Anspruch. Und schließlich bieten Banken passende Lösungen für den internationalen Zahlungsverkehr – allen voran bei der Führung ausländischer Konten – und beraten mittelständische Firmen bei Geschäftsentwicklung und Allianzen.

Banken sollten auf das Mittelstandssegment setzen

Europäische Finanzinstitute sollten also deutlich mehr auf diese Finanzierungsmöglichkeiten für die Internationalisierung von KMU setzen. Denn das Geschäftspotenzial ist groß: Roland Berger-Experten schätzen, dass Banken im Bereich Cash-Management und Handelsfinanzierung rund 20 Prozent höhere Erlöse realisieren könnten. „Seit der vergangenen Finanzkrise konzentrieren Banken ihre Aktivitäten vorwiegend auf ihrem Heimatsmarkt. Ihre internationalen Netze haben sie entsprechend verschlankt“, erläutert Berger-Experte Bröskamp „Um KMU international besser unterstützen zu können, sollten Finanzinstitute ihr Produktangebot und ihre geografische Reichweite neu ausrichten.“

Standardlösungen verlieren im Rahmen der Internationalisierung an Bedeutung

Dabei verlieren Standardlösungen an Bedeutung; denn kleine und mittelständische Betriebe benötigen eher maßgeschneiderte Finanzprodukte, die ihren individuellen Anforderungen besser entgegenkommen. Außerdem sollten Banken ihre Organisationsmodelle optimieren, um internationale Angebote und lokale Kundenbetreuung miteinander zu verbinden. Und schließlich spielen effiziente Steuerungssysteme eine wesentliche Rolle: „Finanzinstitute sollten in der Lage sein, die einzelnen Geschäftsbereiche und Regionen im Hinblick auf die Mittelstandsbedürfnisse zu verzahnen. Denn nur so können sie ihren Kunden passende Lösungen anbieten und sich in diesem vielversprechenden Marktsegment stark positionieren“, fasst Bröskamp zusammen.

(Roland Berger Strategy Consultants)

Christoph Schroeder

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